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Der Israelit · 1896-03-23 · Heft 24 (23.3.1896) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
37 (1896)
Issue
Heft 24 (23.3.1896)
Date
1896-03-23
Page
– (sequence 5)
Language
German
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493 Vertrautheit mit dem Gebetbuche zu verschaffen, wurde in der 6.—3. Knaben- und 4.—2. Mäochenklasse das gesammte Gebetspensum der früheren Klassen in einer besonderen Unterrichtsstunde eingehend wiederholt. Wie alljährlich wurde auch im Dezember v. I. eine Revision der Schule durch Vorstand und Lehrerkollegium in der Weise vorgenommen, daß alle Klaffen in sämmtlichen Unterrichtsgegenständen einer Prüfung unterzogen wurden, deren Ergebniß ein günstiges war. Sie bewies, daß die Pensen fast überall erreicht waren und daß von regem Streben Lehrende und Lernende erfüllt sind. Nur im Lesen wiesen einige Schüler und Schülerinnen Lücken auf, für die aber nicht die Schule verantwortlich zu machen ist, da es sich nachweislich um solche Kinder handelte, die nur am Sonntag und Mittwoch ein hebräisches Buch zur Hand nehmen, und die naturgemäß gegen die anderen, welche von ihren Ellern zu täglichem Beten oder doch Lesen angehalten werden, Zurückbleiben müssen. Unsere so häufig ausgesprochene Bitte finde darum hier noch' mals ihren Platz, daß unsere Zöglinge im Hause an jedem Tage, und sei es auch nur wenige Minuten, zu Lesettbungen angehalten werden mögen. Der fakultative Mischnaunterricht, der seit Januar v. I. für die vorgeschritteneren Schüler der Klassen VI.—II. in 2 Abtheilungen ertheilt wird, war für den Sommer Herrn M. Hoffmann, für den Winter Herrn Dr. Biberfeld übertragen worden. — Zu besonderem Danke verpflichten uns auch die Herren Weyl und Baron, von denen der erstere einen gesonderten Fortbildungskursus im Talmud, der letztere in Pentateuch mit Raschi einrichtete. Der Jugendgottesdienst wurde, wie bisher, an Sabbaten und Festtagen in der Gemeindesynagoge, die urrs von dem Vorstand bereitwilligst zur Verfügung gestellt worden war, am Rosch-Haschanah und Jom - Kippurim in zu diesem Zwecke eingerichteten Lokalitäten und an den Schultagen, jeweils nach Schluß des Unterrichts, in den Schulräumen abgehalten. Während an dem Sabbatgottesdienst fast nur Zöglinge unserer Anstalt theilnahmen, war der an den Jomim hanauroim abgehaltene auch von solchen Knaben und Mädchen, die unserer Schule nicht angehören, im Ganzen von ca. 500, besucht. Diesen Anforderungen, die in so großem Maßstabe an uns herantraten, gerecht zu werden, war uns nur dadurch möglich, daß einerseits die Herren Joelsohn und Brünn und die Herren Rosenthal und Tobias uns in uneigennützigster Weise die erforderlichen Räume zur Verfügung stellten; anderseits, wie alljährlich, so auch dieses Mal die altbewährten Gönner durch reiche Spenden uns hierbei unterstützten. Ihnen allen, sowie besonders den Herren Lehrern, die durch Beaufsichtigen, Vorbeten und Predigen die Gottesdienste weihevoll und würdig gestalteten, sei der Dank der Schulleitung abgestattet. Am 1. September v. I. wurde durch Festakt in der Synagoge die Feier des Sedantages begangen; die Festrede war Herrn Dr. Wreschner übertragen worden. Das Statut unserer Schule, welches noch aus der Zeit herrührte, da unsere Gemeinde die Rechte unserer Synagogengemeinde noch nicht besaß, wurde einer den Umständen entsprechenden Umarbeitung unterzogen. Durch diese werden jedoch weder die Ziele noch die Systematik der Anstalt berührt. Am 1. Avril v. I. verließ Herr Dr. M. Weiß, der durch seine innige Antheilnahme an ihren Bestrebungen sich den Dank der Schule erworben, unsere Anstalt. Im Juli 1895 schied sodann aus unserem Lehrerkollegium Herr M. Zuckermann, um einem Rufe an die Religionsschule in Frankfurt a. M. Folge zu leisten. Mit gründlichem Wissen und großer Pflichttreue verband er ein vorzügliches Lehrgeschick, welches ihn befähigte, sich die Zuneigung der ihm anvertrauten Zöglinge rasch zu erwerben und sie zu reger Thätigkeit anzuspornen. Die Schule wird den beiden aus ihrem Verbände sch idenden Kollegen ein dankbares Gedenken bewahren. — Neu eingetreten sind die Herren Emmerich, Neumark, Baron und Dr. Ed. Biberfelo. Die Herren Mitglieder des Schulvorstandes haben in bewährter Treue und Hingabe ihres Amtes gewaltet Aus ihrer Mitte schied nach dreijähriger erprobter Mitarbeiterschaft Herr Dr. Rawitzki, welcher trotz ausgedehnter, anstrengender ärztlicher Praxis und trotz sonstiger vielseitiger Ueberbürdung mit Gewissenhaftigkeit der Schule seine Kraft gewidmet und sich hierdurch dauernd ihren Dank gesichert hat. An seiner Statt wurde von den Gemeindebehörden Herr Georg Lewy deputirt; die Herren H. London und N. Wolssohn wurden wiedergewählt. Der „Verband ehemaliger Schüler und Schülerinnen" unserer Anstalt hat auch in diesem Jahre für eine Reibe von Kindern das Schulgeld entrichtet, sowie 17 Kinder auf seine Kosten in Ferienkolonien untergebracht; ihm gilt unser innigster Dank. Die Verwaltung des Rabbinerseminars hat für mehrere Nall mittage der Woche einen Theil ihrer Lehrräume uns überlassen und uns hierdurch die Möglichkeit geboten, unsere außerhalb der Schulzeit fallenden Kurse abzuhalten, wofür wir hiermit unfern herzlichsten Dank sagen. Nach wie vor erweisen uns die Rektoren der 8. und 63. Gemeinveschule, deren Räume der Magistrat uns für den Unterricht hergibt, die Herren Dröge und Kiebsch, ihre wohlwollende Nachsicht; es sei darum auch ihnen unser wärmster Dank ausgesprochen.

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