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Der Israelit · 1896-03-19 · Heft 23 (19.3.1896) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
37 (1896)
Issue
Heft 23 (19.3.1896)
Date
1896-03-19
Page
– (sequence 6)
Language
German
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470 theilweise mit a/5 ^Prozent, und theilweise 2/5 Prozent ein Einkommen zu den Beiträgen für die Synagogengemeinde heranzuziehen. Entscheidend sei, daß Schottländer eine Wohnung in Breslau habe; daher konnte er mit 3/ö Prozent seines gesummten Einkommens zu den Synagogenbeiträgen yeranaezogen werden; daß er außerhalb von Breslau auch noch eine Wohnung habe, berechtige ihn nicht, eine Ermäßigung zu beanspruchen; nur solche Mitglieder der Synagogengemeinde, die ausschließlich im Landkreise wohnen, hätten auf die Ermäßigung Anspruch. (Brest. Generalauzeig.) Rogasen (Bezirk Posen), 15. März. Gestern Abend wurde in unserer Nachbarstadt Obornik in Druckers Hotel ein echt jüdisches Fest gefeiert. Der dortige Stadtrath Herr Koschmann W r e s ch n e r machte nämlich ein dtd auf .-Mro mo narr, welche derselbe seit dem Absterben seines seligen Vaters rry vor 1^4 Jahren, austernte. Dieses Fest gestaltete sich im wahren Sinne des Wortes zu einer mso btt rrnyo, indem der Vortragende Herr Wreschner durch einem längeren scharfsinnigen Vortrag die letzte nj»c in cmpiy mit der ersten in nima in geistige Harmonie brachte. Es wurde noch bis spät in die Nacht hinein min nam ^ib^b gesprochen. Dieses Fest galt auch zugleich zu Ehren der dortigen N*np man, du Herr W. vor einiger Zeit Mitglied der erwähnten man wurde und der dortigen Sitte gemäß ein Fest für die Mitglieder dieser man gab. Eisenach im März. Am 3. d. Mts. ist, wie jüngst telegraphisch gemeldet, der in jüdischen Kreisen wohlbekannte Schriftsteller Benedikt Hause nach langem schweren Leiden im noch nicht vollendetem 83. Lebensjahre gestorben. Am 5. ds. fand die Beerdigung unter lebhafter Theilnahme statt. Am Grabe sprachen Landrabbiner Dr. Salzer und Lehrer Heidingsfeld. — Benedikt Hause war früher Oberlehrer und Prediger in Oberaula. Nach langjähriger erfolgreicher Wirksamkeit zog er sich nach Eisenach ins Privatleben zurück. Er war seit mehr als einem Vierteljahrhundert auf einem bisher leider gar zu vernachlässigten Gebiete, dem der Jugendschriftlitteratur, mit Erfolg thütig. Seine Erzählungen: „Die Starken", „Der Wahrheit Segen und der Lüge Fluch", „Schein und Sein", „Die Aufnahme", „Aus dem jüdischen Leben" haben freundliche Leser gefunden. Hause war zwar kein Meister der Erzählungskunst, wohl aber ein braver und tüchtiger Arbeiter auf diesem Gebiete; seine Schilderungen aus dem jüdischen Volksleben sind eine gesunde Hausmannskost. Viel Anklang fanden auch seine, von echt jüdischem Sinne durchwehten Toaste und Gelegenheitsreden. Die Leser des „Israelit" erinnern sich gewiß einiger, in diesen Blättern abgedruckter, recht guter Erzählungen. Auch ein Drama „Esther" und drei Sammelbände von Sabbath- und Kasualreden hat der fleißige Mann veröffentlicht. Er ist gleichwohl ein armer Mann geblieben. Aber das ist ja wohl das gemeinsame Loos der Meisten, die diesem Berufe sich widmen. Möge dem braven verdienstvollen Mann die Erde leicht sein. Oe st er r.- Ungar. Monarchie. Budapest im März. Aus Nyiregyhnza kommt eine Trauerkunde, welche nicht ermangeln wird, in weitesten Kreisen aufrichtige Theilnahme hervorzurufen. Der aus den: Tisza-Eszlarer Prozeß bestbekannte dortige Advocat Dr. Ignaz Heumann ist kürzlich plötzlich in Folge eines Herzschlages gestorben. Es sind nahezu dreizehn Jahre, daß dieser große Prozeß die Gemüther weit über die Marken des ungarischen Reiches hinaus in fieberhafte Erregung versetzte. Von den Lorbeeren, die sich damals die Fünfmänner-Vertheidiguug (Eötvös, Heumann, Friedmann, Funtak und Szäkely) geholt, gebührte unstreitig eines der schönsten Blätter dem Advoeaten Heumann. 'Nicht nur weil er sich durch mühevolles Eindringen in die geheimsten Tiefen dieser verwickelten Prozeßangelegenheit (der „Leichenschmuggel" war sein souveränes, ureigenes Gebiet) und durch überzeugende Beredtsamkeit auszeichnetc, sondern weil er vermöge seines rücksichtslosen Kanipfes um Recht und Wahrheit und des geradezu tollkühnen Muthes, mit dem er sich auf den Gegner warf, am meisten unter den Keulenschlägen, sowie unter den Nadelstichen des letzteren zu leiden hatte. Dabei kannten die Selbstlosigkeit und Opfersreudigkeit Heumann's keine Grenzen. Als „Eingeborener", als vielgesuchter Advocat der vornehmsten Familien ließ er seine ganze einträgliche Clientel im Stiche, um sich ein volles Jahr hindurch mit einer Art leidenschaftlicher Hingebung diesem Prozesse zu widmen, der ihm wohl viel Ehr' eingebracht, aber auch unsäglich viel Kummer und Aufregung verursachte. Selbst als die bochgehenden Wogen der Tisza-Eszlarer Theiß sich längst geglättet hatten, zog sich noch durch alle Instanzen ein Berteumdungsprozeß hin, den der Beamtenkörper des Szabolcser Comitats wegen seiner schonungslosen, mannhaften Rede gegen Dr. Heumann angestrengt. Die Zeit heilte übrigens auch diese Wunden und ehe wieder einige Jahre vergingen, war der gründlich gebildete, tüchtige und energische Advocat wieder der Freund und Berather Aller, als ob es niemals eine Esther Solymosi gegeben hätte. All! jfiöifdp Pcttintn, Schulen und MtiUkii. Berlin, 15. März. Drei jüdische Volksschullehrerinnen in Berlin suchten vor einigen Tagen durch Vermittelung des Landtaqsabgeordneten D". Otto Hermes beim Kultusminister Dr. Bosse um eine

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