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Der Israelit · 1896-03-19 · Heft 23 (19.3.1896) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
37 (1896)
Issue
Heft 23 (19.3.1896)
Date
1896-03-19
Page
– (sequence 4)
Language
German
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468 in ihrem Hause habe den Tod ihres Kindes zur Folge. TSn'? 'dN DND 'NH ttf’N “pl '7 HD 1H’7N i>N IDNtn .’» hn rran7i ’Jiy dn „Sie sprach zu Elijahu, was habe ich mir dir Gottesmann, daß du kommst meine Sünden ins Gedächtniß zu rusen und mein Kind zu tödten." (I. B. der Könige Cap. XVII, V. 18.) Raschi erklärt diese Worte in folgender Weise: „So lange Du nicht zu mir gekommen warst, war ich, wenn man mein und meiner Stadtleute Hanseln gegeneinander abwog, eines Wunders würdig. Seitdem Du hierher gekommen bist, bin ich für nichts geachtet und meine Frömmigkeit wird nicht beachtet. So sagt die Schrift auch bei Lot (l. B. M., (V 19, 19.) „Ich vermag nicht in's Gebirg zu entfliehen", zu Abraham nämlich, denn neben ihm würde mein verdienstliches Handeln keine Beachtung finden." Aus diesen Beispielen ergibt sich, daß die an Gottesfurcht Kleinen von den Großen in den Hintergrund gedrängt zu werden fürchten. Diefer Befürchtung begegnet der Wunsch: Lp D'JBp n w tr^nan. „Er segnet die Gottesfürchtigen; die Kleinen mit den Großen." Der Segen, um den unser Lied bittet, ist der Kindersegen; erfindet seine Gottesfürchtigen gesegnet, wenn sie an Kindern gesegnet sind. Das will die Wiederholung des Wortes oyby, sagen: Gott möge Euch segnen, aber er segnet Euch in dem Segen, den euere Kinder bedeuten. . D3*D bp 0D'7yi DD’^y "1 *)D’ Der erste Segcn, den Gott selber den ersten Menschen ertheilte, ist der Segen von Kindern, ist der Segen sich sortzupflanzen und sich zu vervielfältigen, daß die Erde von Menschen angefüllt und somit allen ihren Erzeugnissen in den Dienst des Menschen gestellt werde. Auch der Segen Abrahams, Jiaks und Jakobs beginnt mit der Verheißung brna ich werde dich zu einem großen Volke machen und gipfelt in der Verkündung, daß ihre Nachkommen zahlreich wie die Sterne des Himmels, wie der Sand am Meeresufer und wie der Staub der Erde werden. So selbstverständlich und geläufig diese Wahrheit erscheint, so vielfach wird sie in unserer Zeit verkannt und verleugnet. Der Besitz von Kindern und gar von vielen Kindern wird vielfach so wenig als Segen, ja geradezu als das Gegentheil begriffen, daß man von dem Kindersegen meistens nur noch in ironischem Sinne spricht. Nicht als einen Segen, sondern als einen Gegenstand der Sorge sieht man den Besitz vieler Kinder an, den man entschuldigen und rechtfertigen zu müffen glaubt. Und diese Anschauung macht sich nicht nur in der Theorie, sondern in der täglichen Praxis in so erschreckender Weise gel- . tend, daß man ihren Folgen auf Schritt und Tritt begegnet. Während der Gottessegen die Bevölkerung der Erde durch Vermehrung der Menschen ausspricht, glaubt diese moderne Auffassung der Bevölkerung der Menschenerde Schranken setzen zu sollen. Und doch ist der größte Schatz, den Menschen besitzen können, der Mensch selber. Das ist eine Wahrheit, die uns sonst als ganz selbstverständlich gilt, gegen die sich aber in vorliegendem Falle viele beharrlich sträuben. Wir schätzen die Größe, Macht und Einfluß eines Staates nach der Zahl seiner Einwohner, nach der Masse seiner Bevölkerung. Der Staat ist eben nichts, als eine große Familie und wir nrüßten an die Familie vernünftiger 'Weise denselben Maßstab legen und bei den zahlreichen Fanrilien das größte, eigentliche Glück suchen und finden. Die landläufige Meinung hält aber eine große Familie für ein Unglück. Deshalb entschließen sich auch die Gründer eines eigenen Hauses nur schwer und spät zu dieser Gründung und die Consequenzen dieser bedauerlichen Zeitrichtung machen sich allenthalben, zunächst aber bei den Kindern bemerklich, die ihr Dasein Eltern verdanken, welche die Blüthe ihres ganzen Lebens in ehelosem Zustand verbrachten. Freilich ist die ganze Art unseres Erwerbs, Geschäfts- und Gebrauchs derart schwierig uitb contplieirt, daß die große Menge nicht daran denken kamt, in früher Jugend ein eigenes Haus zu gründen. An der Erde und Ihren Sorgen hängend, ist es schwer, scheint es unmöglich, sich zu der Höhe der Anschauung zu erheben, die uns in dem Segen unseres Liedes entgegentritt. Aber aus seinen Schwingen hebt dieses Lied seine Sänger in die Höhe, in welcher die Erde mit ihren Sorgen unb Miseren immer mehr zurücktritt und das Bewußtsein neu belebt wird, daß sich über dieser Erde auch ein Himmel wölbt. Stünden die segnenden und gesegneten Sänger dieses Liedessegens nur im Banne und Getriebe der Erde, sie wären ihr verfallen und jeder Aufschwung aus den 'Niederungen dieses Lebens und seiner Anschauungeil wären utopische Träume. Aber, fährt deshalb unser Lied fort: „Ihr steht mit euerem Segen im Dienste Gottes der Himmel und Erde gestaltet. Die Himmel bleiben Gottes Himmel, wenn er auch die Erde den Menschenkindern übergeben hat." "17 D'DV D’DtC'H pNI D*DtP DlLvp /“I7 OHN 00172 .DIN ’3D7 in: pNHl Ueber unsere irdischen Verhältnisse, wie sie die Menschen, Völker, Berufsarten und Interessengruppen jeder Art sich zurecht gestellt und ausgestattet haben, wölbt sich denn doch ein Himmel, der hoch genug ist, daß die irdischen Bäume nicht hinanwachsen. Hier auf Erden können sich Menschen schon

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