Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 37 (1896)
- Issue
- Heft 23 (19.3.1896)
- Date
- 1896-03-19
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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467 Eine Stunde nach dem Beginne des Verbots Chomez zu essen, muß alles Chomez weggegeben,Malle Brodkrumen weggeschafft und alles Chomezgeschirr gereinigt und weggeschlossen sein, 'Nachdem all dieses geschehen, sagt man Kol Chamiroh, was durchaus nicht zu vergessen ist. Kagaday schet Wesach. Zehnte Serie. Mainz, 18. DN ä r z. V. —pnx n»3 nx 7)3* ixicr n*3 rix 73’ 113' uidt '1 ny Duopn 1 ’nt -p3’ „Gottes haben wir gedacht; Er segnet, segnet das Haus Israels, segnet das Haus A h a r 0 n s, segnet die Gottesfürcht i g e n, die Kleinen mit den Große n." Der Mahnung, uns durch den scheinbaren, äußeren Ersolg alles Götzenthums und seiner Anhänger nicht in unserem Gottvertrauen beirren zu lassen, hat Israel Folge geleistet. Der Gedanke an Gott hat uns nie verlassen und dieses Gedüchtniß seines Namens hat stets in unserem Munde gelebt. Wenn wir je Gottes vergessen könnten, mit unserem Namen, den wir tragen, ist der Gottesname so unauslöschlich — nitTi' — verwoben, daß der „Jude", den man uns so oft vorhält, an den wir von unseren Verächtern bei jedem Anlaß erinnert werden, schon hinlänglich dafür bürgt, daß wir Gottes gedenken. Dann aber dürfen wir auch mit vertrauensvoller Zuversicht nach dem Segen emporblicken, der nirgends ausbleibt, wo das Gedüchtniß Gottes weilt, der uns verheißen ist mit den Worten: ci?cn 123 75,313) 7lx X3x ’or nx 1'31X i**x „An jedem Orte, an dem ich meines Namens gedenken lasse, komme ich zu dir und segne dich." (II. B. M., C. 20, V. 24.) Selbst wo unsere Verirrungen uns nur Gottes vergeltendes Recht erwarten lassen, bleibt der 'Name Gottes und sein Gedüchtniß unsere Seelenlust, wie dies die jesajanischen Worte bezeugen: tbbzts mx *)x rrxn 71261 iwp 'i (Jesaja Cap. 26, V. 8). Wenn wir Gottes gedenken, so gedenkt Gott auch unser. Wir können aber von Gott nicht gedacht werden, ohne daß dieses Gedüchtniß uns zum Segen würde. nun3T rv3‘D i3irn In der That lassen die Worte: ■'ro* 1 beide Auffassungen zu und sind gewiß nicht ohne Absicht in einer Fornr gebraucht, die sowohl bedeutet: Gottes haben wir gedacht; als auch: Gott, gedenke unser! Der Segen, der sich an das Gedüchtniß und die Erwähnung des Gottes-Namens knüpft, wird zuerst für das Haus Israels und dann für das Haus Aharons erfleht. Das Haus Aharons, das ist der Leviten- und Priesterstamm, hatte ja keinen Theil an dem Boden, dieser Segensquelle des heiligen Landes. *3 7,2131 nx '1 ms □«* Sein Segen war von dem Segen des Hauses Israel abhängig und setzt daher jenen voraus. Die Gottesfürchtigen bilden nicht wie die Israeliten und Aharoniden ein Haus, ein ".1 w n*3, sondern sie rekrutiren sich aus allen Menschen aller Farben und Zonen, welche das Ebenbild Gottes an sich tragen. Sie faßt kein Haus, kein Land, kein Volk, sie lassen alle Schranken hinter sich, die Religion und Eonfession sonst gezogen haben. Gottesfurcht ist eine Consequenz, die sich aus dem Verhältniß des Schöpfers zu seinem Geschöpfe von selbst ergiebt. So gewiß es nun viele Abstufungen zwischen den ersten Anfängen und der höchsten Vollendung der Gottesfurcht giebt, so sicher fordert die jüdische Anschauung, wie sie in der Thora niedergelegt ist, auch von nichtjüdischen, heidnischen Völkern Gottesfurcht und bezeichnet ihr Fehlen als ein strafbares Delikt. So wird das Verlöschen des amalekitischen Andenkens u. a. damit begründet, daß Amalek nicht gottesfürchtig war. > xt x*?i (V. B. M. 25, V. 17. 18.) Von Joseph finden wir, daß er zu einer Zeit, als er sich seinen Brüdern noch nicht zu erkennen gegeben hatte, die Worte gebrauchte: xi> zx 'i rix Ich fürchte Gott. (I. B. M., C. 42, V. 18.) Wäre Gottesfurcht eine specifische Eigenthümlichkeit des Jakobhauses gewesen, die aber den Egyptern fern und fremd war, so wäre Joseph mit diesen 4 Worten aus seiner Rolle gefallen und hätte seine jüdische Abstammung verrathen. In Wirklichkeit aber ergibt sich aus diesen und anderen Stellen, daß unsere Stammväter nicht umsonst gelebt und Gottes Wort ui'ter den Menschen verkündet haben. Bei den Philistern, Aramäern, Egyptern und andern Völkern finden wir die Spuren der Gottesfurcht in unverkennbarer Weise. Bei Israel, dem eigentlichen Gottesvolke erlangte sie eine Vollendung, welche die Gottesfurcht als die erste Stufe alles dessen feiert, die zun. Erfüllen des gesammten göttlichen Willens führt. (V. B. M., Cap. X, V. 12.) Wenn daher hie ' von den an Gottesfurcht Kleinen und Großen die Rede ist, so ist damit die Gottesfurcht als solche auch bei der großen, außerhalb des Gottesvolkes verharrenden Menschheit anerkannt unt> der Gottessegen der jüdischen, wie der außerjüdischen Welt in gleicher Weise zugefprochen. Der Gradunterschied der Gottesfurcht hat keinen Rangunterschied zur Folge. Die Gottesfürchtigen, die Kleinen und die Großen participiren an demselben Gottessegen. Innerhalb des Gottesvolkes macht sich eine solche Verschiedenheit allerdings geltend. So glaubt dre Wittwe von Zorphat, der Aufenthalt eines Elijahu