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Der Israelit · 1896-03-12 · Heft 21 (12.3.1896) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
37 (1896)
Issue
Heft 21 (12.3.1896)
Date
1896-03-12
Page
– (sequence 10)
Language
German
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434 WW^MWWWWWMWWWMWWW losigkeit ihres Opfers den vollgiltigen Beweis daflir, daß es nicht mehr das Volk Gottes ist. Höhnend fragen sie schon seit Jahrtausenden: .rwy pcn ibw r>3 ü’dbq 'm 'n nj n\v «Wo ist nun ihr Gott? Unser Gort ist im Himmel, alles was er will hat er vollbracht." Das Wörtchen nj setzt der Unbeugsamkeit unseres Gottvertrauens, das sie den „jüdischen Trotz" nennen, ihr consequentes „doch" entgegen, welches zwar herablaffenv einräumt, was nicht geleugnet werden kann, daß nämlich einmal Gott uns erwählt habe und in besonders nahe Beziehung zu uns getreten sei, aber das sündige Judenvolk habe längst diese Gottesgnade verscherzt; sein Gott habe sich von ihm gewandt. Wären sie noch das erwählte Volk, so müßte ihre äußere Stellung, die sie im Rathe der Völker und Staaten einnehmen, doch dafür zeugen; und diese zeugt nach ihrer Insinuation allerdings dafür, daß Gott sich von ihnen gewandt hat. Wo ist ihr Gott? Unser Gott, höhnen sie, ist im Himmel und treten damit dem Einwand entgegen, daß wenn die Israel höhnenden Völker von sozialem und politischen Weh überwältigt selber an ungezählten Wunden bluten, so könne man daraus nicht schließen, daß Gott nicht aus ihrer Seite stehe. Sie erklären dann in allen Variationen, daß ihr Reich nicht von dieser Welt sei und verweisen ihren Gott in den Himmel, wo alle und alles seinen Ausgleich finden werde. Aber uns Juden, die wir Gott auf jedem Schritt und Tritt unseres irdischen Thuns und Laffens lehren, kann dieser bequeme Hinweis auf den Himmel nicht zu gute kommen. Es ist ein Privilegium derjenigen, die Gott auf seinen Himmel verweisen, um aus Erden nicht durch sein Sittengesetz gestört zu werden. Was dieser ihr hoher, himmlischer Götze will, das hat er gemacht und als Zeuge dafür rufen sie ihre eigene imponirende Machstellung und die gedrückte Abhängigkeit des „Judenvolks" mit seinen! „Judengott" aut. Das wunderbare göttliche Eingreifen in die Geschicke der Menschen und vor allen des jüdischen Volkes, wird von dieser Anschauung geleugnet, und als souveräner Wille dieses Himmelsgötzen hingestellt, der nach seinem Belieben geschehen ließ, was sich einmal vollzogen hat. Diesem gottleugnenden Wahn gegenüber, der seine Idole nicht himmelhoch genug dem irdischen Leben und Streben entrücken kann, als wäre das liebende, sttrsorgende Eingehen auf unsere irdischen Anliegen der göttlichen Majestät unangemessen, folgt eine Schilderung der Jämmerlichkeit und Erbärmlichkeit dieses ganzen Götzenthuins, wie es im Alterthum allgemein im Schwünge wrr und das sich in etwas verfeinerten Formen noch in unserer Zeit viel mehr erhalten hat, als wir uns gern zugestehen. dik 'i' nryo arm ppd Drvasy „Ihre Götzen bleiben Silber und Gold, auch als Werk von Menschenhänden." Silber und Gold, die edelsten Metalle, gewinnen durch ihre Verarbeitung an Werth. Wenn man ein Quantum Gold zu einem Löffel oder einer Uhr verarbeitet, so spricht man dann von einem goldenen Löffel und einer goldenen llhr. Wenn man aber, wie dies bei dem Götzencult, von dem hier die Rede ist, der Fall war, den menschlichen Körper in Gold darstellt, so hat man noch nie eine solche Darstellung einen goldenen Menschen genannt. Die bloße Bezeichnung Mensch setzt Leben, Denken, Fühlen, Sinn, Bewußtsein und noch eine ganze Zahl anderer Attribute voraus, die alle dem todten Gold nicht anhaften können. Ist aber schon ein goldener Mensch ein Unding, was muß erst ein goldener Götze für einen Widerspruch in sich schließen. Und nun schafft der menschliche Unverstand ihnen noch äußerlich alle Organe an ohne die Fähigkeit sie gebrauchen, sie auch nur rühren zu können, als wenn es sich darum handele die Unbeholfenheit und Ohnmacht dieser Götzenidole vor aller Welt zu manifestiren. Diese vollendete Machtlosigkeit und Unfähigkeit veranschaulicht besouders der letzte Zug in diesem Gemälde: mnaa un1 nd „sie vermögen mit ihrer Kehle keinen Laut hervorzubringen." Wir hätten nach dem bisherigen etwa erwarten sollen: on^ eine Kehle haben sie, aber sie vermögen keinen Laut herorzubringen. Es scheint hier jedoch gesagt werden zu sollen: Der Stumine, der auch einen Mund hat, aber nicht mit deinselben artikulirte Worte sprechen kann, vermag wenigstens durch unartikulirte Kehllaute sich verständlich zu machen. Auch diese Fähigkeit geht dem mit einem Muno ausgestatteten, stummen Götzen ab; sie vermögen mit' ihrer Kehle keinen Laut hervorzubringen. Drr&rty v.t Dmoa Wie diese ihre Götzen werden auch ihre Verfertiger. — So gewiß es wahr ist: divi oa^a D’-n 'n '13 O P31.1 onw daß der innigste Anschluß an den lebendigen Gott die Anhänger mit neuer Lebenskraft erfüllt, ebenso gewiß ist es wahr, nbb ndd} iiinon daß alles, was dieser unlauteren Gebundenheit nachhängt, ihr verfallen und erliegen muß. Ein großes, trauriges Stück Weltgeschichte verdankt seine trüben, beschämenden Seiten der Wahrheit, die in den drei Worten liegt: arroa Drvny rn\ Es würde Bände ansüllen, wollte man die Rohheit, Bert Hierung, den Stumpfsinn und alle ähnlichen Auswüchse registriren, welche die Idolatrie des Götzeneultes erzeugt hat. Wer wollte auch nur den Spuren aller nachgehen, welche aus diesen Wahn zurückführen und die sich noch bis in unsere Zeit, ja in unseren eigensten, heimischen Kreis verfolgen lassen! Wenn die Menschen sich erst daran gewöhnen,

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