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Der Israelit · 1896-03-09 · Heft 20 (9.3.1896) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
37 (1896)
Issue
Heft 20 (9.3.1896)
Date
1896-03-09
Page
– (sequence 3)
Language
German
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„ 411 Gottesbewußtsein von sich weisen, möge der Gottesgrimm her an treten; die Königreiche dagegen, die den 'Namen Gottes nicht zur Anerkennung bringen, möge der Gottesgrimm überfluthen. Es heißt nicht cm by, wie .pirsch's Psalm-Comentar anmerkt. 'Nicht: überschütte die Völker mit deinem Unwillen, sondern: cm *2^, ihnen hin lasse deinen Unwillen gelangen, lasse sie ihn kennen lernen, iw nb wn, die dich nicht in den Geschicken erkannt haben, die du durch sie an uns hast in Erfüllung bringen lassen, nw die Ae icke, die Gewaltmächte, lasse durch deinen Unwillen zu Grunde gehen, die deinen Namen nicht verkündet haben. Es ist ihnen keine Ahnung davon gekommen, das; sie nur Werkzeug iu deiner Hand gewesen, die ans unseren Trümmern sich mit Lorbeeren schmückten. □py’ nw w. Denn Er hat Jakob verzehrt, aber seine Stätte haben sie verödet. Subjekt von ist das vorhergehende *p«'. Denn in Wirk lichkeit war es ja dieser dein Name, der Jakob verzehrt, weil es ausgehört hatte, würdig zu sein ihn zu tragen. In Wirklichkeit war also Dein 'Name Sieger, und in ihrer Anschauung hatten sie diesem, Deinem Namen seine Stätte zertrümmert! Diesen Zertrümmerern der Gottesstätte gegenüber fällt diese Unterscheidung im Einschreiten des Gottesgrimms loyi Gieße über sie Deinen Unwillen aus und Deine Zornesgluth möge sie erreichen. (Ps. 60. W.) Zwischen Verfolgen und Erreichen ist sonst bei menschlichen Verfolgern ein großer Unterschied. Verfolgen heißt Jemand in seine Macht zu bekommen suchen, um den Verfolgten, falls er erreicht loird, diese Macht fühlen zu lassen. Wen aber (s3ott verfolgt, den hat er bereits. Da heißt Verfolgen zugleich Vernichten, weil sich die Verfolgung unter Gottes .Himmel also bereits im göttlichen Machtbereich vollzieht. 'Wenn wir daher das fluchbeladene Geschick noch nicht verwirklicht sehen sollten, das Völker bedroht und dem Königreiche erliegen, welche die Gotteserkenntniß von sich weisen, so ist der Gotteshimmel, der sich über die Gottesleugner wölbt, Bürge dafür, daß das, was sich Gott entzieht und deshalb von ihm verfolgt wird, auch bereits der Vernichtung verfallen ist. Deshalb schließt dieser Passus mit den Worten (Klagelieder III. 06.): Verfolge im Zorn; du wirst sie vernichten unter dem Himmel Gottes hinweg. ."i '2L7 nnno DT2i£m *)mn Wenn die Festgenossen in den Sedernächten einen Blick zurück auf ihre Geschichte werfen, auf die Völker und Köitigreiche, die sie ihre Uebermacht fühlen ließen, dann geht ihnen eine Ahnung von der ergreifenden Wahrheit durch die Seele, die in diesem Sängers Fluch liegt. Versunken und vergessen! Egypter Amalek, Philister, Babylonier, Perser, Meder, Griechen und Römer sie alle haben die Weltbühne verlassen, ihre Reiche wurden zertrümmert, ihr alles beherrschender Einfluß wurde gebrochen, weil sie Gott iticht kennen und seinen Namen nicht verkünden tvollten. Nur der schwache, einzige Gottesherold lebt, feiert das Fest seiner Freiheit und singt wie seine vom heiligen Geiste erleuchteten Gottesmänner vom verhängnißvollen Geschick aller derer, die gegen Gott und sein Gesetz sich auflehnen. Von diesen Gedanken durchdrungen, füllen sie zum viertenmale die Pokale und stimmen zum zweitenmale ihre National-Hvmne au, deren Kommentar die Weltgeschichte bildet, für deren Wahrhaftigkeit die Sänger selber die Zeugen sind. Sie zeugen für Gott, seine Größe und Herrlichkeit, so laut, so eindringlich, daß die Zeugen vor dem erhabenen Gegenstände ihres Zeugnisses sich selber vergessend zurücktreten: .710N?yi 7")Dn by idd jn ~üwb w uP n? n u? Hb N ich t uns o' Gott, nicht uns, Deinem 'Nam en gieb Eh re, um Dein e r il t c&e willen, um Deiner Wahrheit willen! Zeitungsnachrichten und Correspondenze«. Deutschland. Mainz. Bezugnehmend auf die in der Beilage zu Nr. 17 abgedruckten Bestimmungen über die Wichtigkeit des rechtskräftigen Chomez-Verknufes, machen wir darauf aufmerksam, daß die Contraet-Formulare in manchen haggadah - Ausgaben nicht allen Bestimmungen des Religioasgesetzes genügen. Zur leichteren Handhabung der bezügl. Vorschriften und zur Verhütung von Jrrthümern hat vor ca. V2 Jahren der damalige Dajan der israelitischen Religionsgesellschast zu Frankfurt a. M. R. Sockel Bamberger hw Formulare veröffentlicht, die seitdem vielfach entsprechende Verwendung gefunden haben. In diesem Jahre sind sie, weil an dem auf naff fallenden rae my der Verkauf nicht stattfinden darf, nicht ohne einige Aenderungen zu gebrauchen und sind deßhalb eigene Formulare gedruckt worden. Dieselben unterscheiden sich von den gewöhnlichen auch äußerlich, indem sie auf farbigem Papier hergestellt sind. — Das Doppelformular — für Käufer und Verkäufer — kostet 10 Pfennige und kann bei Herrn I. Kauffmann in Frankfurt a. M., sowie in allen Buchhandlungen bezogen werden. Covlenz, 2. März. Der Herr Rabbiner Dr. Singer in Coblenz scheint selbst bei dem Vorstande seiner eigenen Gemeinde mit seinen verschiedenen „Anschlägen" keinen Beifall zu finden, denn wie ich aus sicherer Quelle erfahre, ist ihm von Seilen des Vorstandes aufgegeben worden, für die Folge nur

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