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Der Israelit · 1896-03-05 · Heft 19 (5.3.1896) · page 8

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Journal
Der Israelit
Volume
37 (1896)
Issue
Heft 19 (5.3.1896)
Date
1896-03-05
Page
– (sequence 8)
Language
German
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384 ehe wenige Wochen vorüber sein werden, wird sich Dein Großneffe zum Empfang der Taufe bereit erklären. Doch wünschest Du zu erfahren, was 511 unternehmen übrig bleibt, wenn alte unsere Voraussetzungen sehlschlagen würden, so höre denn!" Mit leiser, flüsternder Stimme entwarf er ihr seinen Plan; sie lauschte mit athemloser Spannung und mit steigendem Interesse, ohne ihn zu unterbrechen. Endlich batte er seine Mittheitung beendet und sich in den Sessel zurücklehnend, leerte er sein Glas auf einen Zug. .,Magnifique! superbe, ma toi! ' — rief sie entzückt aus. „Ja, ja" — lächelte Pater Pierre — „unser Orden versteht es noch immer seine Männer zu stellen, wenn es einer guten Sache gilt. Aber wie gesagt, es ist ein Kriegsplan, der niemals in Anwendung kommt, weil der Feind ohne Schwertstreich seine 'Waffen strecken wird. Doch es ist schon spät imb ich mich mich empfehlen, wenn ich in's Kloster will. Lebe recht wohl, meine Tochter, und stärke Dich im Vertrauen auf die gute Sache der Kirche. Bon soir!" „Meinen herzlichen Dank, hochwürdiger Vater und gute 'Rächt!" Die Gräfin blieb allein zurück. In den schönen Aussichten der Zukunft schwelgend, vergaß sie die Wirklichkeit, auch, daß der Gegenstand ihrer Wünsche, Elchonon, schon vor Stunden unter ihrem Dache weilen müsse, wenn er ihrem Rufe gefolgt ckst. Von lieblichen Träumen nmgaukelt, fielen ihr ihre Augenlider zu und sie schlief, bis sie von den dröhnenden Kirchenglocken, die die zehnte Stunde der 'Rächt verkündeten, geweckt wurde. 24. Capitel. Im Hause der Väter. Während die Gräfin und der Pater Pierre beriethen, wie sie am sichersten Elchonon's geistiges Erbe, die Religion, die seine armen Eltern ihm mit dem Aufgebot ihrer Kräfte hinterlassen hatten, zu entreißen vermögen, betrat dieser mit hochklopfendem Herzen das Vestibül der gräflichen Villa. Als der Sabbat seinen Abschluß im Gebete gefunden hatte, das dem Israeliten abermals in's Gedächtnis; ruft, daß das Gottesgesetz, welches ihm die Ruhe des Körpers und die Klärung des Geistes durch Gotteswort am Sabbat befiehlt, ihm am Werktage gebiete dem Schöpfungswerke Gottes in seiner Individualität mit seinem Körper und Geist zu dienen, aber im Dienste immer den Gedanken verbindend, daß über alles irdische Streben, die Gvtteslebre mit der jüdischen Gottesanschauung steht, hat Elchonon den Brief erbrochen und mit wachsenden: Erstaunen folgende:: Inhalt gelesen: Sehr wert her Herr! Wenn Sie einer alten Frau, die Sie in Ihrer zarten Kindheit nicht ungern sahen, auf deren Schoost Sie bisweilen spielten, aber deren Existenz Sie sich kaun: erinnern dürften, zu einer großen Freude, der größten ihres gramerfüllten Lebens, verhelfen wollen: dann bitte ich Sie flehentlich, sich bei der Unterfertigten in Villa resperance zu melden. Vielleicht wird man Ihnen dort über Dinge Aufschluß zu bieten in der Lage sein, von welcher: Sie zwar nie geträuutt, die aber doch von unermeßlicher Bedeutung für Ihre Zukunft sind, denn Sie führeil Sie zu Ehren und Reichthum. Ihr Erscheine!: rvird heute noch bestimmt erivartet, wenr: auch dasselbe erst in vorgerückter Stunde der Rächt erfolgen sollte. In dieser Hoffnung zeichnet Delpbine, Eomtesse de la Pelouse. (Fortsetzung folgt.) Drr „Israelit" erscheint wöchentlich zweimal, Montags und Donnerstags, jedesmal in mindestens zwei Bogen. Preis des Jahrgangs für Deutschland und Oesterreich 12 Reichs-Mark, für's Ausland 16 Reichs-Mark. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Durch den Buchhandel )u begehen bei G. F. 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Inhalt der zweiten Beilage: Literarische Umschau. -- Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Berlin. Oesterr. Ungar. Monarchie: Wien. Rußland: Tiflis. — Personalien. — Auflösungen von Räthseln. Extra-Beilage: Spenden-Verzeichnisse. Verantwortliche Redaction: Oscar Lehmann in Mainz. — Expedition des „Israelit", Schottstraße Nr. 2, Mainz. Druck und Verlag der J oh. Wirth'schen Hofbuchdruckerei-Actien-Gesellschaft in Mainz. Hierzu drei Beilagen.

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