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Der Israelit · 1896-02-27 · Heft 17 (27.2.1896) · page 8

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Journal
Der Israelit
Volume
37 (1896)
Issue
Heft 17 (27.2.1896)
Date
1896-02-27
Page
– (sequence 8)
Language
German
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»fum vu/jKi"- ÄWMiWWWWWW 344 dem lieblichen Schlosse St. Andrö, das zu der Besitzung der Gräfin de Pelouse gehörte, wohntest Du mit Deiner Mutter und einer alten Magd, die Susann« hieß. Fast täglich kam mein Onkel Dr. Blum, der Dein Vormund war und welchen Du Onkel Doktor nanntest, zu Euch. Und ich durste mit Dir im Parke spielen. Wir tummelten in Frohsinn und in ungetrübter Heiterkeit, wie sie nur die sorglose Kindheit kennt, durch die weiten und schattigen Alleen des Gartens, ergötzten uns an dem Plätschern der Springbrunnen und an den duftigen Blumen. Zuweilen erhielt ich Scheltworte, wenn ich Dich zu einem wilden ausgelassenen Spiele verleitete. Erinnerst Du Dich dessen jetzt?" Elchonon, der in Gedanken versunken dastand, erwachte, als die Frage an ihn gerichtet wurde. „Alle Einzelheiten, die Sie in meiner Erinnerung wachrufen, kommen mir allerdings sehr bekannt vor. Susanna, die sie immer und immer für Träume erklärte, mag vielleicht daran Schuld sein, daß ich sie noch jetzt nicht als Wirklichkeit zu fassen verniag. Denn welches Interesse könnte meine gute Susanna daran haben, Wahrheit für einen Traum zu erklären?" „Das Räthsel zu lösen, bin ich leider nicht in der Lage. Vielleicht kann uns mein Onkel Dr. Blum hierüber Aufschluß geben? Doch Wahrheit und Wirklichkeit ist Alles, was ich Dir erzählt habe. Aber höre weiter. An dem Tage, an welchem Deine Mutter starb, warst Du bei uns, begleitet von Jean-!" „Jean? Jean?" unterbrach Elchonon. „Ja Jean, so hieß der alte Diener der Eomtesse, der Dich zu uns brachte. Zuerst spielten wir vergnügt im Gärtchen des Onkels; nachher eilten wir ins Haus, weil Du Dich weigertest, Milch zu trinken, und ich, empört darüber, führte Klage beim Onkel. Dort trafen wir mit der Comtesse de la Pelouse zusammen, die Du Tante Comtesse nanntest, erinnerst Du Dich dessen?" „Ja, ja!" sagte Elchonon mit bebender Stimme, „bitte fahren Sie fort!" „Warum nennst Du mich immer Sie, nenne mich Du, wie es bei Jugendfreunden gebräuchlich ist." „Wenn Sie es wünschen?" „Gewiß, ich bitte darum!" „Nun gut. Dann bitte ich Dich fortzusahren, denn ich brenne vor llngeduld zu erfahren, wie viel Dit von der Vorstellung meiner Kindheit weißt, welche Susanna mit einer Hartnäckigkeit für die Altsgeburt eines Traumes erklärte und was mir unbegreiflich bleibt." „Die Comtesse wollte, daß Du nach Hause gebracht werdest, weil es sich für einen Grafen, wie sie behauptete — und das ist mir damals, wie noch jetzt dunkel — sich nicht ziemt mit mir zu spielen. Dagegen legte mein Onkel feierlichen Protest ein, indem er erklärte, er wünsche es als Dein Vormund, daß Du bei uns verbleibest. Dann kam ein Diener vom Schlosse, welcher meldete, daß es schlecht um Deine Mutter stände. Darauf verließest Du mit dem Onkel und der Comtesse unser Haus. Seit jener Stunde warft Du und Susanna verschwunden!" „Verschwunden?" „Ja, spurlos verschwunden," erwiederte Dr. Longini. „Weder meinem Onkel noch der Comtesse, die sich wie eine Verzweifelte gebärdete, gelang es zu ermitteln, wohin sich Susanna mit Dir begeben." (Fortsetzung folgt.) Der „Israelit" erscheint wöchentlich zweimal, Montags und Donnerstags, jedesmal in mindestens zwei Bogen. Preis des Jahrgangs für Deutschland und Oesterreich 12 Reichs-Mark, für's Ausland 16 Reichs-Mark. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Durch den Duchhanüei ja bestehen bei G. $. Stelnacker, Leip-ig, Doßplah 18. — Inserate 25 Pfennig die viergespaltene Petitzeile oder deren Raum. — Oesterreichische Banknoten laut Cours. — Directe Francozusendung unter Streifband pro Jahrgang für Deutschland und Oesterreich 14 Reichs-Mark oder 8 st. österr., für's Ausland 16 Reichs-Mark, an die Expedition franco einzusenden. Sirre SlSSsendung von an die Redaction eingesandten Mannseripten findet nicht statt, man bittet deshalb fich von allen Einsendungen eine Copie zurückzuv«halten. Inhalt (Hanptblatt) r Leitender Artikel: Die Israelitische Religionsgesellschaft Zürich. — Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Aus der Provinz Hannover. Aschaffenburg. Oesterr.-Nngar. Monarchie: Wien. Rußland: Bialystok. Dänemark: Kopenhagen. Amerika: New-Bork. — Feuilleton: Der Letzte seines Stammes. Erzählung von Alphonse de la Haye. Inhalt der ersten Beilage: Literarischer Bericht. — Zeitungsnachrichten u. Korrespondenzen: Deutschland: Frankfurt a. M. England: London. — Vermischtes. Inhalt der zweiten Beilage: Leitender Artikel: Vorschriften für Peßach. -- Zeitungsnachrichten und Korrespondenzen : Mainz. Berlin. Aus Baden. Oesterr. Ungar. Monarchie: Wien. Lemberg. England: London. — Personalien. — Vereinsnachrichteri. Extra-Beilage: Spenden-Verzeichnisse. Verantwortliche Redaction: Oscar Lehmann in Mainz. — Expedition des „Israelit", Schottstraße Nr. 2. Mainz. Druck und Verlag der Joh. Wirth'schen Hofbuchdruckerei-Actien-Gesellschaft in Mainz. Hierzu drei Beilagen

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