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Der Israelit · 1896-02-24 · Heft 16 (24.2.1896) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
37 (1896)
Issue
Heft 16 (24.2.1896)
Date
1896-02-24
Page
– (sequence 6)
Language
German
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. Vr 'f '•:' -ts*. 326 denen er täglich oblag, kannte der Heimgegangene, trotzdem er selbst nicht mit Glücksgütern gesegnet war, kein höheres Zicl als die Ausübung von rp'ix, die er vor allem, seinen Mitteln entsprechend, auch den Armen des h. Landes zuwandte. Gerade die Spendenverzeichnisse des „Israelit", zu desien langjährigen, treuen Abonnenten der Verblichene gehörte, weisen des öfteren seinen Flamen (A. S. R) aus. Im Alter von 65 Jahren ward er durch einen sanften Tod seinem segensreichem Schaffen entrückt. Das zahlreiche Trauergefolqe, das zur Bestattung der irdischen Hülle des Entschlafenen erschienen war, legte Zeugniß ab von der hohen Werthschätzung, der er sich allgemein zu erfreuen hatte. An der Bahre hielt der Neffe des Verklärten, Herr Landrabbiner Dr. Lewinsky aus Hildesheim, eine ergreifende Rede, in welcher er das Lebensbild des theuren Verwandten, dieses wackeren Lehrers in Israel entrollte. Oe st er r. -Ungar- Monarchie. Lemberg, 20. Febr. Eine große Versammlung, welche am 26. Januar stattfand, wählte ein Comitä von 20 Personen, welches die Action bezüglich der Berathung mit dem Vorstände die Statuten betreffend eventuell bezüglich der zu ergreifenden anderen Schritte zu leiten hat, und wurden nachstehende Beschlüsse vom^Comite gefaßt. 1) Soll der Vorstand, wie bis jetzt und wie das Musterstatut vorschreibt, in den Synagogen und Bethäusern nur das Aufsichtsrecht, nicht das Verwaltungsrecht ausüben, außer wenn die Herren Vorsteher selbst Vermalter sein wollen. Auf das Cassawesen und auf die synagogalen rituellen Gebräuche soll er sich keine Jngerenz einräumen. 2) Alle rituellen Agenden inclusive Gitin und Chalizah sollen dem orthodoxen Rabbiner, wie bis jetzt, zugewiesen werden und oas Rabbinatscollegmm hat nur unter Vorsitz desselben zu assistiren. 3) Das allgemeine Wahlrecht soll bei den Wahlen des Cultusrathes und Rabbiners zur Anwendung gelangen, da jeder Jude, auch der ärmste, indirecte Cultussteuern zahlt und wenn dieser Modus unausführbar wäre, sollen alle Wahlberechtigten die Staats¬ und Landessteuern zahlen, nur in einer Curie wählen, da es ein ungerechtes Verhältniß wäre, daß 2 Dritttheile aller Steuerzahler der 3. Curie nur 10 Cultusräthe und der 3. Theil der Steuerzahler in der 2. und 1. Curie, 20 Cultusräthe wählen würde. Gleiches Recht für Alle. Vorsteher, eventuell Präsidenten des Cultusrathes, sind diejenigen, die die meisten Stimmen der Wähler haben, damit keine Parteien im Cultusräthe durch diese Ehrenstellen entstehen. 4) Bezüglich der Sitze in den Synagogen, Fleischsteuer, Aufgebotssteuer, soll der status quo des alten Statuts verbleiben. Die Beerdigungstaxen sollen geregelt werden, aber in einer leichten und erträglichen Form unter Berücksichtigung des mittleren Standes, ebenso die Leichensteintaxen. 5) Die weiteren lästigen Ausgaben des Leichentransportes, der Gräber, und überhaupt die unlängst eingeführte Waschgebühr der Leichen, hat gänzlich zu entfallen. Fimfkircheir, im Febr. (N u n t i u s G a l i mb e r t i u n d d i e I u d e n.) Der vor Kurzem verschiedene Bischof Ferdinand Dulansky war — schreibt „P. R." — einer jener wenigen Prälaten, welcher ohne Scheu vor der clericalen öffentlichen Meinung seinen Freisinn offen zu bekunden pflegte. War irgend eine größere Zusammenkunft bei ihm, so fanden sich, auf seine Einladung, auch Juden in der bischöflichen Residenz ein. Bei einer solchen Gelegenheit war es, wo Nuntius Galimberti und Josef Engel, ein angesehener Fünfkirchner Jude, einander begegneten. Bei Tische sprach der Nuntius zu seinem Tischnachbar: „Unsere Kirche hegt durchaus keine Antipathie wider Ihren Glauben; ist sie doch aus ihm hervorgegangen und besitzt viele gemeinsame Züge mit ihm, z. B. die Bibel, die Propheten, die Psalmen und anderes. Jede positive Religion ist bester als der leider immer mehr sich ausbreitende Atheismus, der die Gesellschaftsordnung untergräbt, und darum müssen alle Confessionen Zusammenhalten und friedlich zusainmenwirken. In Uebereinstimmung mit den Intentionen des Heiligen Vaters ist auch mein Bestreben auf das Ziel gerichtet; versichern Sie Ihre Glaubensgenossen meiner aufrichtigen Sympathie." England. Liverpool. Der Obmann des David Lewi'schen Vermächtnisses, das zur Ausübung wohlthätiger Werke in Liverpool 300,000 Pfund Sterling bestinunte, zeigte dem Lordmayor der Stadt an, daß die Verwalter des Vermächtnisses beschlossen haben das „Nothern Hospital" neu aufzubauen und hiezu 60,o«)o Pfd. Sterling zu verwenden. Uersonatien. Crumstadt b. Darmstadt, 22. Febr. Zu Ehren des von hier scheidenden Herrn Probe. Neligionslehrer der isr. Gemeinde hier, wurde an einem der letzten Abende von Freunden des Scheidenden in dem Kurz'schen Gasthaus eine Abschiedsfeier veranstaltet. Der Verlauf derselben zeigte so recht, wie der Scheidende sich in der hiesigen isr. Gemeinde und bei der christlichen Bevölkerung in seinem nicht ganz dreijährigen Hiersein beliebt gemacht hat. Neben vielen angesehenen hiesigen Bürgern, waren auch unser Herr Bürgermeister Stro haue r, der Beigeordnete Daniel Scheug und Gemeinde-Räthe erschienen. Neben besonderen Ehrenbezeugungen verdient die aus demHerzen hervorgegangene Ansprache unseres Bürgermeisters. Der Scheidende dankte gerührt für die ihn: bewiesene Ehre.

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