Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 37 (1896)
- Issue
- Heft 15 (20.2.1896)
- Date
- 1896-02-20
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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BOI laß zu einem Nähertreten und zur Aussprache über die Kinder bot. Alsdann wurde den Kindern ein einfaches, von Herrn Restaurateur Falck vortrefflich hergerichtetes Mahl geboten, das in heiterer Stimnnmg verlief; man sah es den Mienen der Kinder an, wie die Anwesenheit ihrer Lehrer die mit ihnen am Tische saßen und an ihrer Freude theilnahmen, sie erfreuten. Nachdem von einem Knaben zum Schluß Schir Hamaalaus gesungen und gebenscht mar, wurde einem Jeden zur Erinnerung an diesem Abend ein Buch überreicht, entweder Chumoschim oder Sterns Vibl. Geschichte oder Zunz' Bibelübersetzung. Singen und Spulen hielten die Schüler bis zur späten Abendstunde zusammen, und sie trennten sich auch dann nur ungern, mit herzlichem Danke für das ihnen Gebotene und mit der innigen Bitte um eine Wiederholung s. G. w. am nächsten Chamischo Osor. Aus Baden. Der kurzen Notiz in ")h\ 11 des „Israelit" bezüglich der Verurtheilung des Redacteurs der in Karlsruhe erscheinenden „Volksmacht" ist ergänzend nachzutragen: Vor nicht langer Zeit hatte der größte Theit der Karlsruher israel. Anwälte Klage gegen den oben bezeichneteu antisemitischen Redacteur wegen Beleidigung, begangen durch einen in der „Volksmacht" zum Abdruck gebrachten Artikel, in welchem es hieß, „Du sollst Dein Recht keinem jüdischen Advokaten, Teinen Leib keinem jüdischen Arzt, Deine Kinder keinem jüdischen Lehrer anvertrauen, damit ihr nicht Schaden nehmet an Ehre, Leib und Seele!" Das schössen-erichtliche Urtheil lautete 14 Tage Gesängniß, wurde auch bei der Berufungs-Instanz, dem Karlsruher Landgericht bestätigt und dem Angeklagten sämmtliche Kosten auscrlegt. W. Aus Baden. Bei der am 1B. d. stattgesundenen öffentlichen Sitzung der 2. Kammer der Landtagsabgeordneten erklärte der Abgeordnete Schnetzer (nat. lib.) die Lehren (!), die kürzlich in eitlem gegewissen Unterricht der Karlsruher s r e ir e l i g i ö s en Gemeinde gepredigt wurden: „Es giebt keinen Oictt, keine Unsterblichkeit, infolge dessetl genießt hier euer Leben so gut ihr köwlt" als ein Unfug. In der gleichen Sitzung erklärt Abgeord. Pfisterer (Antisemit), das; er für die Forderung des jüdischen Eultus nicht ftimltlen könne (Heiterkeit.) Dieselbe Erklärung giebt er unter der erneilten Heiterkeit des Hauses bei der Forderung zur Atlfbefferung gering besoldeter Rabbiner ab. Bei der Abstimmung dieser Forderung steht Abg. Pfisterer a l 1 e i n da, was erneute Heiterkeit bervorruft. Gegen die Zilschüsse der Eultusausgaben aller Confessionen haben auch die Sozial-Demokratetl Geis und Dreesbach gestimmt. IV. O e st e r r. - U n g a r. Monarchie. Meran (Tyrol), 14. Febr. Eine schmerzliche Pflicht liegt mir ob, eine Trauerkunde habe ich zu melden, die in weitesten Kreisen bei unseren Glaubensgenossen mit innigster Theilnahme, mit aufrichtigster Trauer ausgenommen werden wird. Das allgemein beliebte und geachtete Oberhaupt der Familie Bermann, n"-o 'rm ist nicht mehr! Ein Herzschlag hat plötzlich seinem thatenreichen Leben ein Ende gemacht. Er hatte am Dienstag 'Nachmittag noch einen längeren Spaziergang gemacht und war ganz wohl und munter zurückgekehrt. Am Abend im Kreise der Seinen sitzend, befiel ihn plötzlich eine Ohnmacht, aus der er nicht wieder erwachte. Nach einigen Stunden hatte er seine reine Seele ausgehaucht. Die Trauer und die Bestürzung der Familienangehörigen läßt sich mit Worten nicht schildern. Die zahlreichen Gäste, die in Neichenhall oder Meran in scinem Hause verkehrt und dielen ehrwürwürdig aussehenden Patriarchen gekannt haben, werden dies begreiflich finden. Von Seiten der Familie wurde Herr Dr. Ehrentreu aus München telegraphisch berufen, um den schmerzlichen Empfindungen der Familie und des Freundeskreises an seiner Bahre Ausdruck zu verleihen. Unter großer Betheiligung fand gestern Nachmittag das Begräbniß statt. In ergreifenden Worten, von dem lauten Schluchzen der Angehörigen häufig unterbrochen, schilverte der Redner die vorzüglichen Eigenschaften des Verstorbenen, der ein treuer Diener seines Gottes, ein kenntnißreicher Thoragelehrter, ein guter, edler, wohlthätiger Mensch gewesen, indem er darlegte, daß er nicht nur dem Rufe der Familie, sondern dem Zuge des eigenen Herzens folgend, diese weite Reife unternommen habe. Mit der Mahnung, daß die Angehörigen das reiche Erbe ihres Vaters, den tü ec? ~n3, die Krone des guten Rufes, die ihnen nunmehr zufällt, wahren und heilig halten sollen, daß Einigkeit und Friede das Haus, das der Vater gegründet, weiter erhalte und befestige, beendete der Redner seine zu Herzen gehenden Worte, worauf ein Gebet folgte. Der Tod dieses trefflichen Menschen hat hier unter den zahlreich jüdischen Kurgästen allgemeine Trauer hervorgerufen; die Familie erhielt von allen Seiten die aufrichtigsten Zeichen der inniasten Theilnahme. Möge sie hierin einigermaßen Trost finden bei dem schweren Verlust, der sie betroffen. Das Andenken dieses Mannes, der ein echter D'dv nt und min p war, wird ein gesegnetes bleiben rvasjn. N. Budapest, 10. Febr. Auf Antrag des ^Vorstandes der Pesther isr. Eultusgemeinde hat der Ausschuß dieser Gemeinde in seiner am 6. d. M.