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Der Israelit · 1896-02-20 · Heft 15 (20.2.1896) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
37 (1896)
Issue
Heft 15 (20.2.1896)
Date
1896-02-20
Page
– (sequence 4)
Language
German
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300 möge, er kann auf die Adar-P f tanze angewandt kaum eine größere Wahrheit enthalten, als er sie für den Adar-Monat hat. Was er lehrt, sein Schekel- und sein Kilajim-Ruf, seine Förderung der Reinheit und Heiligkeit durch die Instandhaltung der Wege, welche dazu führen, seine Scheidung zwischen Lauterem und Unlauterem, Ewigem und Vergänglichem, geben unserem Leben und seinen Gütern erst die rechte Bedeutung und Dauer. Er wiederholt von Jahr zu Jahr so ernst und eindringlich diese Mahnung bis sie bei den Menschen Gehör und Beherzigung gesunden, und seinem Ruf wie der Frühling in der Natur, dem auch der Frühling im Leben der Menschen und Völker folgt. Zeitungsnachrichten und Corresporrvenzerr. Deutschland. Berlin, 16. Febr. In der hiesigen jüdischen Gemeinde sind die neugewählten Repräsentanten, unter denen sich drei Professoren der Universität, der Kliniker Geheimrath Senator, der Chirurg Baginsky und der Pharmakologe Lewin befinden, durch den Vorsitzenden der Gemeinde, den Stadtv. Juftizrath Meyer, nunmehr in ihr Amt eingeführt worden. Zum ersten Male seit langen Jahren wohnte, eine Thatsache, die in jüdischen Kreisen viel kommentirt wird, kein Vertreter der Staatsbehörde dem Akte bei. Berlin, 16. Febr. Unser alter Freund und Gönner, Herr Adolf Stöcker, ist nun aus der konservativen Partei glücklich ausgetreten. Es taucht jetzt für uns die Frage auf: Wird die christlich-soziale Partei unter Führung Stöcker's fortan auch den Antisemitismus in ihr Programm ausnehmend Die Befürchtung, daß dies einmal geschehen könnte, ist in letzter Zeit wiederholt ausgesprochen worden. Die gegenwärtigen Leiter jener Bewegung sind bis jetzt von antisemitischen Velleitäten allerdings frei geblieben, — aber Herr Stöcker hat schon am letzten Freitag seinen Getreuen in der Tonhalle versprochen, daß das nun anders werden solle, indem er sagte: „Vor Allem muß aber auch der Kampf nicht aufhören, der Kamps gegen die verderblichen Mächte des Volkslebens, auch gegen die Anmaßungen und Uebergriffe des Judenthums. (Beifall). Die Arbeiterbewegung unterdrücken wollen und die Judenwirthschast bestehen lassen, ist keine Politik, die Verheißung hat." Nun, wir werden sehen, wie weit Herr Stöcker mit diesem neuen Programm komnit. Aus der Provinz Posen. Wiederholt verdient es in diesem gesch. Blatte der Erwähnung, daß der Kultusbeamte, Herr Isidor Feibel in Jauer (Oberschlesien) seit einer Reihe von Jahren für die rituelle Verpflegung der dortselbst befindlichen jüd. Soldaten und Strafgefangenen sorgt und zwar während der Peßachtage und während der übrigen ca' O'Iiv. Es verdient dies besondere Anerkennung, da die jüd. Gemeinde Jauer nur aus ca. 18 Familien besteht und die Kosten der Verpflegung meist durch Beiträge von auswärts herbeigeschasft werden müssen. Mögen diese Zeilen den Zweck erreichen, unsere wohlhabenden Glaubensgenossen auf diese Thätigkeit des Herrn Feibel aufmerksam zu machen und dieselben veranlassen, durch entsprechende Beiträge die Ausführung dieses verdienstlichen Werkes auch künftighin zu ermöglichen. Schrimm. Herr Salomon Jacobi hierselbst beging vor einigen Tagen das seltene Jubiläums fest der 50jährigen Thätigkeit als Agent der „Magdeburger Feuer-Versicherungs-Gesellschaft." Aus diesem Anlasse richteten die Direktion und die General-Agentur dieser Gesellschaft sehr anerkennende Worte des Dankes an Herrn Jacobi, mit dem Bemerken, daß er der einzige Agent sei, der seit Bestehen dieser Gesellschaft auf eine solch lange und segensreiche Thätigkeit im Versicherungswesen zurückblicken könne. Seitens der Direktion wurde Herrn Jacobi nebst Glückwünschen in Anerkennung seiner Thätigkeit ein sehr namhaftes Geschenk überreicht. .v. Hannover, im Febr. Die in Ihrem Leitartikel zum Chamischo Osor gegebene Anregung, diesem Tage für die Schule seinen alten Character wieder zu verschaffen, verdient die ganze Beachtung der jüd. Lehrerwelt, da es an Schulfeiern in der alten einfachen Weise fehlt und die Chanukafeier hier und dort durch äußeres Gepränge, das damit verbunden wird und die weiteste Oeffentlichkeit, die man ihr giebt, bald nicht mehr das Recht beanspruchen wird, eine Schulfeier genannt zu werden. Von diesem Gedanken geleitet hat Herr Dr. Kayserling in der feiner Leitung unterstehenden M. M. David'schen Stiftungsschule am Chamischo Osor eine Feier veranstaltet, die ihren Zweck, auf das fromnre Gemüth der Kinder zu wirken und ihnen einige frohe Stunden zu bereiten, in einfacher Weise voll erreichte. Nach wenigen einleitenden Worten des Leiters über die Bedeutung des Tages und über die althergebrachte Feier desselben folgten seitens der Schüler Declamationen von jüdischen Dichtungen R. Jehuda Halewi's und R. Borachja Hannoktan's in deutschen Uebersetzungen abwechselnd mit patriotischen Gedichten und hebräischen und deutschen Liedern, die, ungekünstelt kindlich und verständnißvoll vorgetragen, die Zuhörer sichtlich erfreuten und bewegten. Als Zuhörer waren nur die Lehrer und Eltern der Kinder geladen, wodurch die Feier den vollkommenen An-

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