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Der Israelit · 1896-02-17 · Heft 14 (17.2.1896) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
37 (1896)
Issue
Heft 14 (17.2.1896)
Date
1896-02-17
Page
– (sequence 6)
Language
German
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*S??«r*sS*STS*. 286 Rabbin de France. Nouvelle Edition. Paris Durlacher 1896. Eine Reihe sehr netter und zeitgemäßer Predigten und Ansprachen an die Jugend hat der Oberrabbiner von Frankreich hiermit den gallisch-jüdischen Kindern gewidmet. Aus dem reichen Inhalt heben wir besonders hervor die Reden: „Der Jnstinct der Jugend. Die Achtung vor den Eltern. Das Dasein und die Einheit Gottes. Kunst und Handwerk im Judentlmm. Der Berus der Frau/' Wir wünschen dem Werkchen weite Verbreitung. Auch als Schulbuch im deutsch-französischen Unterricht in jüdischen Schulen Deutschlands kann das Buch mit Nutzen verwendet werden. Wercinsnachrichten. Frankfurt a. M. Der Verein für das Gumpertz'schc Siechenhaus hielt an einem der letzten Tage seine erste Hauptversammlung ab. Den Vorsitz führte Eharlcs L. Hall garten. Den Jahresbericht erstattete der Schriftführer Julius Goldschmidt. Nachdem der Verein die juristische Persönlichkeit erlangt Hatz wird demnächst das Grundstück auf seinen Namen überschrieben werden. Das Haus ist jedoch nicht geräumig genug, um allen Ansprüchen gerecht werden zu können. Im abgelaufenen Jahr konnten von 27 angemeldeten Siechen nur 13 ausgenommen werden. Jnsgcsammt wurden 16 Persone ' mit 4823 Tagen verpflegt zu ei. ein .üostensaiz von M. 3.16 täglich. Der Verein bedarf dringend eines Neubaues, der allen Anforderungen in hygienischer und räumlicher Beziehung entspricht; er wird deshalb genölhigt sein, sich demnächst an die Mildthätigkcit des Publikums zu wenden. Aus dem ärztlichen Bericht von Dr. Günzbing geht hervor, daß seit Eröffnung des Hauses (vor drei Jahren > 32 Personen aufgenomnren wurden, wovon 8 starben und 8 entlassen wurden. Director Rais erstattete den Kassenbericht. Tie Jahresbeiträge beliefen sich aus M. 4637, die Geschenke auf M. 6342, die Zinsen aus M. 2<>23, die Beiträge des Armen amts und des Israelitischen Almosenkastens aus Mk. 3434, die Unkosten betrugen M. 16,427. Ter Esseetcnbestand beziffert sich auf M. 65/>00, der Kassenbestand aus Ätz 1,320, die Höchberg'sche Stiftung auf M. 50,000. Feuilleton. Z>er Letzte seines Stammes Erzählung von Alphonsr dr la Haye. 13) (Alle Rechte Vorbehalten.) „Halten Sie ein, gnädige Iran! Beschimpfen Sie nicht die Dodte, die ihr Bestes für ihr Kind wünschte! Fanatisch nennen Sie jenes edle Weib? Welche Bezeichnung verdient nun Ihre Handlungsweise? Die Verstorbene wollte blos ihr Kind in derselben Religion erzogen wissen, in welcher es geboren wurde, Sie wollen ihm diese nehmen. Wer verdient wohl den Vorwurf des Fanatismus? Ich glaube eher Sie, meine Dame. Ich rathe Ihnen daher, keine Unbesonnenheiten zu begehen! Ich werde einer solchen ntit meiner ganzen Kraft entgegentreten. Ron jour, madame Ia comtesse!" In großer Aufregung verließ Doetor Blum die Gräfin. Diese ging eiltige Mal tut Zimmer auf und ab, dann blieb sie am Fenster stehen uitb schaute gedankenvoll aus die Straße. „Fanatisch nannte er mich?" immudtt sie vor sich hin. „Er hat eigentlich nicht so ganz unrecht; aber ich will ja Gaston reich und glücklich machen; daß ich seinen llebertritt zu der katholischen Kirche wünschen muß, kann nicht als Fanatismus auSgelegt werden. Ich verlange es ja der Form wegen. Aber wie erfahre ich seinen Aufenthalt? Zu cütcm 'Verwandten ist er gebracht worden? Es wird auch nicht schwer fallen jenen Verwandten zu entdecken. Herr Bloser wird schon Ratb zu schaffen wissen!" Sie trat all beit Glockenzug und schellte. „Sagen Sie dein Herrn Bloser/' besaht sie dem herbeigeeilten Jean, „daß ich ihn heute 'Nachmittag zu sprechen wünsche!" „Zn Befehl, gnädige Frau!" 20. Eapitel. Aus der Spur. Blos im Kalender war der Frühling angezeigt, sonst lächelte der.Kenz noch nirgends. In den Straßen war nasser, kalter Herbst, Schneetreiben und 'Regen. In einein geräumigen, reich ausgestalteten Zimntcr der Belletage des HOkcI de ia vilie Paris in St . . . prasselte im Kamin lustiges, helles Feuer und verbreitete eilte angenehme, behagliche Wärme durch den Raum. Diesem Gefühle des gemüthlichen Behagens scheint sich aucf) die junge Dame voll und ganz hinzugeben, wenn sie einen Blick durch das Feilster in das Schneegestöber draußen hinanswirft; denn mit leichtem Zusaimnenschauern wendet sie sich seelenvergnügt und zufrieden der Handarbeit zu, an der sie beschäftigt ist. Eilten Protest zu dieser behaglichen Zufriedenheit bietet die alte Dame dar, die fröstelnd in ein Duch gehüllt neben dein Kamin sitzend, ihren Blick unablässig ans das flackernde Feuer gerichtet hält. Sie ist in Gedanken versunken und diese scheinen nicht ersreiilicher Art zu seilt; beim ihre Stirn ist in zahlreichen Falten gelegt nnb der Ansoruck ihres sonst regelmäßigen Gesichtes finster nnb drohend. ..rurieux,! protesgue. ma tbi!" rief die junge Dame mit spöttischem Kacheln ans, während sie mit Spannung und Unwillen zum Fenster aus die Straße hinansblickte. Die alte Dame fuhr voll ihrem düsterit Hinbrüten aus. „Was nieiitst Du, obere Martha?" „Nichts, obere taute, wenigstens Nichts von besonderer Bedeutung," erwiederte Martha, indem sie

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