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Der Israelit · 1896-02-17 · Heft 14 (17.2.1896) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
37 (1896)
Issue
Heft 14 (17.2.1896)
Date
1896-02-17
Page
– (sequence 5)
Language
German
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285 in Folge Vortrages des Präsidenten Herrn David Ritter v. Gut mann, unter Ander»! beschlossen, mit Beginn des nächsten Schuljahres mindestens fünf neue Stistungsschulen in Galizien zu errichten. Es wurden hiebei Orte in Aussicht genommen, wo der Schulbesuch bei der zahlreichen schulpflichtigen Jugend ein äußerst spärlicher ist. Die Stiftung wiro demnach mit Beginn des nächsten Schuljahres neben den von ihr fubventionirten Schulen rund vierzig eigene Volksschulen erhalten. Entsprechend der im laufenden Schuljahr in Folge der Ereirung von zehn neuen Stitungsschulen stattgehabten Vermehrung des Lehrpersonals und der Verbesserung der Bezüge der Stiftungslehrer wurde auf Grund einer genauen mathematischen Berechnung die Stärkung des mit Schluß der ab gelaufenen Geschäftsperiode aus einem Stammkapitale von ca. 110,000 fl. bestehenden Pensionssonds um weitere 40,000 fl. beschlossen, wodurch dieser Fonds aus eine Reihe von Jahren hinaus eine vollständig ausreichende Dotirung erhielt. Frankreich. Paris, 12. Februar. Tie Konferenzen des J’omite de defense ei de pnnn*es sonVr waren allmählich nach den ersten Anstürmen der Sozialisten und Revolutionäre ziemlich ruhig und friedlich geworden. Run haben sich aber die antisemitischen Studenten ermannt, um gegen die Vorlesungen der Professoren, Richter, Advokaten, Volkswirthe u. s. w., die hier d'e augenblicklich bestehende Ordnung der Dinge, sowie die Freiheit der Ideen, die Duldsamkeit und den Fortschritt vertheidigen, lärmende Kundgebungen in Scene zu setzen. Zu einem besonders heftigen und unwürdigen Skandal kam cs gestern in der Vorlesung dieses Vereins. Als Redner waren die Herren Lerop - Beaulieu und Raphael Levv, Professor an der Schule der politischen Wissenschaften, angemeldet. Sofort, als Herr Leroy Beaulieu das Wort ergriffen hatte, erhob eine Gruppe blutjunger antisemitischer Studenten, die sich unter die Zuhörer vertbeilt hatte, einen fürchterlichen Lärm. Der Redner bekämpfte nämlich in ruhiger aber scharfer Weise die Theorie des „Block", die Clemenceau seiner Zeit gepredigt und die man jetzt auf alle Verhältnisse des Lebens ausdehne, aus Finanzmünner, Journalisten und auf die, die man Semiten nenne. Das Gewissen müsse sich gegen eine so frivole, gehässige und gemeine Kampfart auflehnen. Er suchte sodann nachzuweisen, daß der Antisemitismus im diametralen Gegensätze zu der christlichen Religion, zu der modernen . Civilisation und zu der höheren geläuterten Lebensauffassung stehe, besonders aber dem französischen! Nationalcharakter widerspreche. Je weiter der Redner j in seinen Ausführungen fortschritt, um so ärger lärmte! und geiferte die kleine Gruppe der Antisemiten, der die Anwesenden in energischer Weise ihren Unmuth zu erkennen gaben. Die Antisemiten schaarten sich schließlich auf den oberen Sitzreihen zusammen, um von dort aus den Skandal mit vereinten Kräften auizunehmen. Derselbe erreichte seinen Gipfelpunkt, als Herr Raphael Levp sich erhob, um seinen Vortrag zu halten. Dreimal hob kr an, und dreimal mußte er sich wieder setzen. Auf die Aufforderung des Präsidenten, sich nicht durch die flegelhaften Buben stören zu lassen, begann er schließlich seinen fortwährend unterbrochenen Vortrag über die Vertheilung des Vermögens in Frankreich. In dem wüsten Lärmen, das da entstand, kam cs zu einer Schlägerei, bei Verein antisemitischer Student, Duchenin, von einem entrüsteten Zuschauer einen Schlag erhielt, der ihn ohnmächtig nieoerstreckte. Die Antisemiten machten daraus Miene, die Tribüne zu erstürmen, standen aber wohlweislich angesichts der drohenden Haltung der Mehrzahl der Anwesenden von diesem kühnen Unterfangen ab. Herr Levp hielt inzwischen seinen Vortrag, umringt von einer großen Zahl seiner Anbänger und n f den lärmenden Antisemiten zu : „Ihr könnt lange schreien, ehe ihr meine Stimme übertönt. Im Regiments war ich als Wachtmeister als der Stimmgewaltigste allgemein bekannt", ltnb in der That konnte der Redner, der über ein phänomenales Organ verfügt, seine Rede trotz dem entsetzlichen Lärmen beendigen. Schließlich verlief sich die Versammlung, wobei noch von den Zuhörern den Aatisemiten angekündigt wurde, daß bei neuen Einbrüchen dieser Art in ihre Versammlungen, man Fürsorge tragen werde, daß ihnen der Standpunkt empfindlich klargemacht werde. Das verspricht jedenfalls recht aufgeregte Konferenzen in den nächsten Wochen. Afrika. Transvaal. Aus Krügersdorp, dem Platze, wo die Schlacht zwischen JamesonS, Engländern und den Buern stattsand, kommt die Nachricht, daß Mr. E o h e n, der Vorsteher der dortigen jüdischen Gemeinde, aus dem Rückwege von Johannesburg nach Krügersdorp von den siegreichen Buern unter der Anschuldigung von Hochverrath verhaftet wurde. Er wurde zusammen mit seinem Bruder Freemann Eohen in das Gefängnis; geworfen und sehr schlecht behandelt, jedoch bereits am nächsten Tage freigelassen. Ec hat sich beschwerdeführend wegen der ihm angej thanen Mißhandlungen an die Negierung gewendet. literarische Notiz. Sermons et Allociitfons adresses a i;i jeunesse ixraelife par Xad<><- Kahn tUand 1

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