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Der Israelit · 1896-02-13 · Heft 13 (13.2.1896) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
37 (1896)
Issue
Heft 13 (13.2.1896)
Date
1896-02-13
Page
– (sequence 10)
Language
German
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M^WWMffWW^MMWWWW 260 den redlichen Forscher, den gründlichen Gelehrten und den form- und sprachgewandten Meister bekunden. Eine besonders instruktive Abhandlung findet sich dort: „Ueber die talmudischen Vorbeugungsgesetze." Wer hätte auch die nupm nnu D'ruo unserer großen Weisen besser zu würdigen verstanden, als dieser ihr würdiger Nachfolger, der sein Herzblut und die Existenz seiner ganzen Familie dafür opferfreudig hingegeben hatte! Auch gebührt ihm daS Verdienst die Frage: „DarfdieOrgelindie Synagoge eingeführt werden?" zum ersten Male in deutscher Sprache erörtert zu haben. In den Achtziger Jahren griff er auch durch eine Schrift in die antisemitische Bewegung ein, indem er in schlagender Weise die Fälschungen und Entstellungen d.er talmudischen Lehren über unser Verhalten gegen unsere christlichen Mitbürger in das richtige Licht stellte. Auch unserem Blatte war seit seinem Bestehen der Dahingeschiedene ein treuer Mitarbeiter und Freund. Namentlich waren es seine literarischen Berichte, die sich stets der Sympathie unserer Leser zu erfreuen hatten Der Schwerpunkt seiner epochalen Wirksamkeit liegt jedoch nicht in allen diesen hier erwähnten Gebieten, sondern in seiner Eigenschaft als Anwalt, Sprecher und Vertreter des Judenthums und seiner Bekenner in Oesterreich - Ungarn, den höchsten Behörden gegenüber, sowohl wenn es sich um Angriffe von außen handelte, als besonders auch wenn eS galt das unverfälschte, orthodoxe Judenthum gegen die Verkennuug und Verdächtigung seiner eigenen, abgefallenen Söhne in Schutz zu nehmen und zu Anerkennung und Ehre zu bringen. Was er nach dieser Seite hin Großes, Unglaubliches gewirkt hat, entzieht sich naturgemäß der Oeffentlichkeit. Das weiß in seiner Totalität nur Einer! Derjenige, der allein jede Tagesspanne der vollendet Frommen kennt, deren Erbe nicht in dieser Zeitlichkeit liegt, sondern der unbegrenzten Ewigkeit angehört. .Tvnn ob'pb onVnJi D’D'Dn 'v' i p-m Aber die dem großen Heimgegangenen persönlich und räumlich näher Stehenden müssen davon viel zu erzählen wissen. Vielleicht entschließt sich der eine oder andere im Jntereffe der Gesammtheit uns hierüber einige Mittheilungen zur Veröffentlichung an dieser Stelle zu machen, so daß uns Gelegenheit geboten wäre, auf den Verklärten noch wiederholtzurückzukommen. Denn es empfindet es Niemand mehr, als wir selber, une wenig diese kurzen, gedrungenen Züge, dem Bilde ves großen Heimgegangenen genügen. Vielleicht wird es einer begabteren Feder besser gelingen. Wer z. B. den Hingeschiedenen in seiner Jugend gekannt hat, eine athletische, von Gesundheit und Lebensfülle strotzende Gestalt, die durch unablässiges Studium der Thora, gebeugt über die Folianten unserer heiligen Schriften, in den letzten Jahren selber eine gebeugte Haltung annahm, dem sagt diese bloße äußere Erscheinung, daß deffen Leben ein fortgesetztes, personificirtes Ten p-»p war, in dem sich Qpfer und Priester in eine und dieselbe Persönlichkeit vereinigten. Oder wer einen galizischen Chasid, der alle profane Bildung urd Wissenschaft mit Argwohn betrachtet, weil er weiß, welchen Schaden wissenschaftlich gebildete Juden den heiligsten Anliegen des Judenthums schon bereitet haben, wer einen solchen galizischen Chasid über Dr. Guggenheim reden hörte, dem ging eine Ahnung davon auf, was der große Verstorbene für den Ausgleich der Gegensätze bedeutete, zwischen den wissenschaftlich gebildeten, gesetzestreuen Juden und denjenigen im Osten, denen diese Bildung abgeht. Wir haben an dieser Stelle wiederholt auf Rabbiner Dr. Guggenheimer V x? als auf denjenigen hingewiesen, der wie vielleicht kein Zweiter qualificirt war, diese Aussöhnung der Gegensätze anzubahnen und zu Ende zu führen. Angebahnt hat er diesen Ausgleich, bewußt und unbewußt ganz gewiß bei allen denen, mit welchen ihn sein bewegter Lebenslauf zusammcnführte. Daß die Saatkeime, die seine reine Hand in den Schooß der Zeiten gestreut, der irwos D-po nicht spurlos verwehen läßt, das wiffen wir — und mit uns the.len diese tröstliche Ueberzeugung alle, die dem Leben und Wirken dieses Gotteskämpsers näher gestanden. Mögen diejenigen, die ihm am nächsten standen, seine edle Gattin, der Kreis seiner Kinder und Enkel, und seine verwaiste Gemeinde, in diesem Bewußtsein Trost für den schweren Verlust finden, den das ganze gesetzestreue Israel mit ihnen beweint. Möge ihnen das Gedächtniß des Gerechten zum Segen werden bei Gott und den Menschen, möge das nwi iyvds, das Verdienst seiner vollendeten Hingebung für Gottes Sache auf Erden, die er so oft geübt, allen beistehen, die in seinem Geiste leben und wirken, pn \t p p*. Zeitungsnachrichten und Korrespondenzen. Deutschland. Frankfurt a. M. Eine Geschichte der zahlreichen Stiftungen und Wohlthätigkeitseinrichtungen zu schreiben, die in unserer Stadt, der Stadt des Wohlthuns pur excellence, bestehen, wäre wohl eine dankbare Aufgabe, und der Stoff reichte gewiß zu einem stattlichen Bande aus. Vielleicht die am reichsten fundierte hiesige Stiß tung ist diejenige, die den Namen des sel. Barons Anselm Meyer v. Rothschild (Anselm Meyer v. Rothschiloische Armenftiftung) trägt. Vierzig Jahre sind bereits verfloffen, seitdem der edle Menschenfreund entschlafen, und ununterbrochen ist seitdem seine hochherzige Stiftung Tausenden zu Gut gekommen. Wie

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