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Der Israelit · 1896-02-13 · Heft 13 (13.2.1896) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
37 (1896)
Issue
Heft 13 (13.2.1896)
Date
1896-02-13
Page
– (sequence 5)
Language
German
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255 Leipzig, ll. Februar. Dank der bekannten . Munisizenz des Herrn Alphons Jacobson ist auch in unserer Gemeinde eine israelitische Speiseanstalt eröffnet worden. Dieselbe steht unter Aufsicht des Rabbiners S. Hurwitz und wird von einem Comitö, bestehend aus den Damen Frau Dr. Porges, Frau 'Nelke, Frau Rabbiner Hurwitz und Herrn Jacob Blumenfeld geleitet. Schon an den ersten Tagen nach der Eröffnung gelangten 30 bis 50 Portionen täglich zur Gratisvertheilung. Da die Speiseanstalt am Samstag geschlossen ist, so werden am Freitag Doppelportioneu verabfolgt. Bei der Opferwilligkeit unserer Gemeindemitglieder ist zu hoffen, daß die Anstalt, die vorläufig provisorisch auf zwei Monate begründet wurde, zu einer beständigen Institution werden wird, zum Heile der Armen und zur Ehre unserer Gemeinde. Würzburg. Von einer ebenso schönen als erhebenden Feier habe ich Ihnen Kunde zu geben. Der „Akademis e Verein für jüd. Geschichte und Literatur" hatte an seinen „Lernabenden" das Buch zu Ende gebracht und damit am Sonntag den 2. dss. eine Schlußseier, ovo verbunden. Auf freundliche Einladung hatte sich eine ganz stattliche Zahl Festtheilnehmer und Interessenten eingesunden. Der Saal im Hotel Goldschmidt war paffend decorirt und die mit verschiedenen Confituren gezierte Tafel zeigte, daß es sich auch um ein Festmahl, eine n so nnyo handelte. Doch der geistige Genuß sollte vorangehen. Herr 8tuä. phil. Herz Bamberger, Sohn des Herrn Distrikts-Rabb. N. Bamberger hier "'2 hielt die Festrede, die sich zunächst über die Bedeutung eines solchen Festes mit Zugrundelegung der Worte pnpji p;n verbreitete, die aber in miffenschaftlicher, gediegener und beredter Ausführung über Inhalt, Form, Bedeutung und Autorschaft des Buches .Mischte" ein klares Bild gab und sowohl fremde Ansichten, wie die eigenen darüber darlegte. Es war eine ebenso schöne, als anerUnnens- und dankenswerthe Leistung und ward dem jungen Redner allseitiger Beifall gezollt. Es wurde dann mit dem Buche crvffn Vs? begonnen und auch hieran schloffen sich schöne Worte .es Vortragenden Herrn 8tuä. med. Auerbach an. Während des Festmahles wechselten verschiedene Reden religiösen und auf das Fest bezugnehmenden Inhalts, vor allem die Sr. Ehrw. Herrn Rabbiners N. Bamberger mit religiösen Gesängen ab. So war es Nachmitternacht geworden und man trennte sich mit dem Bewußtsein, eine wahrhaft religiöse Feier, eine nwv hv nnor zur Ehre Gottes und seiner hl. ."mn begangen zu haben. Würzburg, 13. Februar. 'Rachstehendes Circular erließ der hiesige kgt. Districtsrabbiner, Nathan . Bamberger, an die Gemeinden seines Rabbinats, sowie an noch zahlreiche andere in Baiern rc.: „DiL Lage unserer Glaubensgenossen im heil. Lande ist eine derartig bedauernswerthe, daß dieselben flets auf die Unterstützung vom Auslande angennesen sind. Nun rückt die Pesach-Zeit heran, welche es uns zu ganz besonderer Pflicht macht, diesen Armen im heiligen Lande zur Deckung ihres Mazzos-Bedarses zur Seite zu stehen. Ich stelle daher die höfliche und dringende Bitte an Sie, eine Sammlung zu M azz o s in Ihrer Gemeinde vornehmen zu wollen, uud das Ergebniß baldigst anher einzuschicken, damit diese Spenden rechtzeitig ihrer Bestimmung zugeführt werden können, worauf die öffentliche Rechnungsablage erfolgt." Schweiz. Bern. (Unliebsam verspätet.) In ganz un« heimlicher Weise hält seit einigen Jahren der Tod unerbittliche Ernte unter der seit ca. drei Jahrzehnten in Langenthal, Luzern und Bern sich niedergelaffenen Familie Weil, die sich stets und überall, in allen Verhältnissen, unter allen Umständen als echt jüdische Familie in der wahrsten Bedeutung des Wortes bewährt hat. Einer der besten seiner Familie war Herr Joseph Weil f>"i aus Bern. Er war bekannt, hochgeschätzt und geehrt als echter ’Tirr, als Vertheiviger des Judenthums, an dem er mit ganzer Seele hing, als Verehrer von nmpn umm als non bpa ppirr byi als troirv a«, die er erzogen, für die er gesorgt, gearbeitet hat wie ein Vater für seine eigenen Kinder, als langjähriger one der hiesigen israelitischen Gemeinde, als unermüdlicher, treuer Verwalter des hiesigen pvbp tva, dessen Mitbegründer er war. Ein Herzübel, zu dem sich nach und nach allerlei Complicationen in den Nieren und in der Lunge gesellten, untergrub schon seit Jahren die scheinbar so kräftige und von Leben strotzende Gestalt des Mannes, der, wie ein tapferer Soldat auf dem Schlachtfelde seiner Fahne treu blieb; seinem Glauben, seiner Ueberzeugung, seinem Berufe, seiner Aufgabe als Israelit, Mensch und Gatte bis zu seinem letzten Athemzuge. Trotz treuer Pflege seitens seiner ihm ebenbürtigen, wie nie ermüdenden treuen, frommen, gottessürchtigen, wohlthätigen Gattin, mit der er 38 Jahre lang ich echt patriarchalischer Liebe und Treue verbunden war und trotz sorgfältiger Behandlung seitens der Aerzte, griff die Krankheit immer weiter um sich, bald scheinbar Genesung ver sprechend, bald das Aeußerste befürchten lassend. Von diesem schmerzvollen Kampfe, den er mit bewunderungswürdiger Geduld und frommer Ergebung ohne Murren und ohne Klagen ertrug, wurde Joseph Weil, die Krone, die Zierde und der Stolz seiner Familie Mittwoch n"ny Nachmiltag l1/* Uhr erlöst, ll'pbd« in1« lipb '3. Das Leichenbegängniß dieses edlen, vollkommenen 'iwv fand Freitag vav 'a p"vy Vormittag IO1/*

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