Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 37 (1896)
- Issue
- Heft 8 (27.1.1896)
- Date
- 1896-01-27
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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m sonst oft zu Rath gezogen, um nach und aus ihnen die wünschenswerthen Ergänzungen hinzuzufügen. Für Viele wird auch das Schlußkapitel des vorliegenden ersten Theiles von Interesse sein, welches von den rituellen Maaßen (Schiurim) handelt. Diese Abhandlung hat Herr Docent Dr. H. H o f f m a n n •3 in Berlin durch viele Maaßbestimmüngen gefördert. Der vorliegende erste Thetl enthält die alltäglich zu beobachtenden Gesetze, während der zweite Theil die Vorschriften über Fest- und Fasttage bringen soll. Dem Merkchen gehen sehr warme Approbattonnen von Rabbiner Dr. Hildesheimer Berlin und Dr. Gronemann n in Hannover voraus. ZeitnrrgSrrachrichteir unb Eorrefpondeuze«. Türkei. Konttantiuopel, im Jan. (Die deutsche Schule zu Konstantinopel Galata.) Man wird sich erinnern, daß Herr S. H. Goldschmidt, Präsident der Alliance, der deutschtsrael. Schule zu Konstantinopel-Galata, die nöthigen Mittel zum Bau eines großen Schulgebäudes zur Verfügung gestellt hat. Die Gesammtausgaben zum Ankauf deS Grundstücks, zum Bau und zur Einrichtung des Gebäudes haben etwas mehr als 150,000 FrS. betragen; sie wurden gänzlich vom großmüthtgen Geber gedeckt. Am 17. November fand die Einweihung des Gebäudes in Gegenwart des Bezirks- ComitLs der Alliance, Herrn Jsaac Fernandez, der sich diesem Werke mit besonderer Hingabe geweiht hat, an der Spitze aller Lehrer der Alliance, der Israel. Notablen der Hauptstadt statt. Herr de Calice, der österreich-ungarische Gesandte, welcher stch schon seit Jahren für die Entwicklung der Anstalt interessirt, hatte sich durch den Gesandtschaftsrath, Baron Macchto, vertreten lassen; der Unterrichtsminister hatte seinen Secretär gesandt. Briefkasten der Redaction. I. A. in M: Mädchen dürfen im Synagogenchor nie mitstngen. Cantor Gabel in FreiK-orf: Wenn man die Zehngebote oder sonstige Schriftverse zum Schmucke der Synagoge aufschreibt, so darf man den heiligen Gottesnamen nicht ausschreiben. Man schreibt z. B. den Anfang der Zehngebote in diesem Falle "1 oder ’DJN und ähnlich stets, wenn diese heiligen Namen für den genannten Zweck zu schreiben sind. S?. in D.: Der jüdische Geburtstag ist der erste Sivan 5643. Der erste Sivan fällt in diesem Jahre auf Mittwoch den 13. Mai. Der Knabe liest also die Sidrah nrnED. Man ruft fald&e ftnaben in der Regel on“QN p auf. Sollten Sie jedoch durch das gleichmäßige Aufrufen mit dem Vaternamen eine Beschämung der Knaben befürchten, so nehmen Sie den Namen deS Vaters der Mutter. Hat der Großvater mütterlicher Seite z. B. pyDttf geheißen und der Knabe heißt so rufen Sie ihn pyoty p ptlL' auf. Bei allen genannten Fällen (auch bei Dn"DN p) müssen Sie die Knaben, natürlich mit möglichster Schonung, spätestens bei der Entlassung darauf aufmerksam machen, daß Ihnen der hebräische Namen des Vaters nicht bekannt fei und Sie deßhalb den anderen Namen gewählt hätten. Sagen Sie auch den Knaben, daß sie nothwendig dieses dem Rabbiner bei Eheschließung, Ehescheidung und jüdischen Zeugenunterschriften mitzutheilen hätten. R B. in F.: Sie müssen sich noch mehr Routine in der Schriststetteret aneignen, auch die Wahl der Ausdrücke läßt viel zu wünschen übrig; die ganze Erzählung ist nicht vertieft genug, nicht genügend motiviert und zu oberflächlich behandelt. Machen Sie weitere Versuche. S. S. in S.: Ihr uns freundlich eingesandter Artikel macht auf eine wichtige Verbesserung aufmerksam. Die Frage bildet gegenwärtig den Gegenstand von Berathungen und dürfen wir nicht vorgreifen. Jedenfalls besten Dank. Briefkasten der Expedition. S. H in ©.: Betrag von Mk. 8.— erhalten. Feuilleton. David Speier. Wortscher Roman ans der Jett des dretglgsShrlgen Krtezer, von 65) G. Koh«, Verfasser von „Gabriel*. Jeder unbefugte Nachdruck wird mit aller Strenge verfolgt werden. UebersetzungSrechte in fremde Sprachen Vorbehalten. „Ich möchte auf dem hiesigen Beshachajim neben den irdischen .-Resten meines Sohnes bestattet werden .... Ich bin ein schlechter Jude, ein schlechter Mensch; aber ich bin stets ein zärtlicher, liebender Vater gewesen, wenn es auch meine traurigen Verhältnisse nie zuließen, dies meinem Sohne zu beweisen." Der Rabbi dachte einen Augenblick nach, dann sprach er: „Dieser Euer Wunsch kann erfüllt werden. Euer Sohn, der schwedische Dberft, ivar lutherisch getauft; die Katholiken wollten ihn als Ketzer nicht auf ihrem Friedhof begraben. Er ist in seiner letzten Stunde — wie er sich selbst ansdrückte, — zu dem Glauben seiner Jugend znrückgekehrt, und ich gestattete, daß seine letzte Bitte erfüllt, daß er auf unserem Bes hachajim beerdigt wurde; allein man durste den Missetbäter nicht neben Männer bestatten, die ihr ganzes volles Leben mit -Wissen und Willen nicht eine Dhat verübt, von der sie glaubten, daß sie sie nicht einst vor Gottes Dhron verantworten könnten . . . . seine irdische Hülle ruht abseits, hart an der Umsriedigungsmaner .... Wenns Euch eine Beruhigung gewährt, sollt Ihr neben Koppel Tarnowcr begraben werden." „Ich dank' Euch viel tausendmal für Euere