Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 37 (1896)
- Issue
- Heft 8 (27.1.1896)
- Date
- 1896-01-27
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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163 wird durch Folgendes dargestellt. In seinem hohen Alter wurde dem König Salomo die Gewißheit, daß sein Reich unter der Herrschaft seines Sohnes Nechabam getheilt werde und zehn Stämme Jerobeam als ihrem König huldigen werden. Er berief daher seine Vertrauten und hielt ihnen eine Predigt, die nachher als das Buch „Koheleth" niedergeschrieben wurde. Dadurch erkläre sich der problematische Ausspruch des weisen Königs ^a m \3n 'rinnen '101 nnx nwr unuNtf vnvm nnn bvy »aw, denn es würde ja sonst unbegreiflich sein, daß ein Vater bedauere seinem Sohne hinterlassen zu müssen, was er selbst von seinem Vater geerbt. Nach der Feststellung aber, daß er von der bevorstehenden Theilung seines Reiches Kunde hatte, könne sich dieser Ausspruch nur auf Jerobeam beziehen. Die Idee ist gut, aber nicht von — Roller. Siehe Targum I. 2. nna wate wn na Dyni’ oy Tnp nnn oyam rua^a n* rtNiaj .nd-i ima, "i3i Pan nw idn 'nm Dana onoMj d*w rnr nPnp ior Nip: vergl. auch ^>np' ix nvxV ov by bnpa Auch die Erklärung der problematischen Worte 'Di Tiwff hat die Welt nicht nöthig gehabt in diesem Sinne von Roller zu erfahren. Vielmehr erklärt es schon der Targum ganz so II. 18 rv mk »mdi pja pn xaPya xbw ninn n*mo n romta bi löao'i nnay oyam T\n nna ’nxn na nyan-6 rvj’parxn .xmapD ni^B pm N'üar »rrwy n' Es würde zu weit führen, wollten wir Roller in seiner Ausbeutung des Targums und Midrasch aus Schritt und Tritt folgen. Wer sich dafür interesstrt, möge in Targum und Midrasch vergleichen: III, 11; IV, 15, 16, 17;VII, 19;X, 16, 17; XII, 9, 10. Nur soviel sei uns noch gestattet anzuführen, daß die Bemerkung unter pDv Joseph sei gemeint, ebenfalls keine Rollersche Errungenschaft ist, vergl. Midrasch 'Di Dbiy.i bD '»nn mDamtf Dam n? pdd nV’ Sie auch Targum VI119 xyrm* apr ia vpv noam 'Di mmonnP ’mPy Der Verfasser schließt seine Einleitung: „Dank drm Herrn, daß unsere Anstrengungen von gutem Erfolge waren, indem es uns gelungen ist, alle Geheimnisse Salomos(?) zu entdecken und durch schlagende Beweisführungen festzustellen, so daß dieses ehrwürdige Buch der heiligen Schrift, welches den Sigel des weisen Königs an sich trägt, üb:r welches aber durch Mangel an Verständnis verschiedene falsche Hypothesen gemacht worden ftnb(?), nichts anderes ist als eine prachtvolle Bildergallerte der kunstvollsten Gemälde u. j. w." Es ist zu bedauern, daß diese ganze Bildergallerie hauptsächlich nur aus 3 Porträts besteht, nämlich aus Jerobeam, Rechabeam und? Joseph. Würde der Verfasser fortgefahren haben . Targum und Midrasch zu traduiren, so hätte er in seiner Bildergallerie die Gestalten Nimrodes, Abraham's, Jakob's, Potiphar's. Sauls u. n. m. a. aufnehmen können. In diesem Werkchen, das von Anfang bis zum Schluß ohne Quellenangabe den Midrasch und Targum ausbeulet, finden wir zwei Bemerkungen, die infolge ihrer Abgeschmacktheit von dem Verfasser selbst herrühren dürfen, nämlich die von Hinten mr auf Seite 6, und von dem Gebrauch des Eies bei der Bestattung einer Leiche auf Seite 59, von dem der Verfasser mit mir unbegreiflicher, apodiktischer Gewißheit behauptet, daß es zu Salomos Zeiten am Rande des Grabes aufgeschlagen wurde, ohne nur den blässesten Beweis dafür anzuführen. Soll etwa der Verfasser schon vor mehr als zwei Jahrtausenden mit Salomo Beziehung gehabt haben? Dann natürlich wäre er die beste Fundgrube für die Enträthselung dieses Buches, das aber durch die Erklärung unserer Weisen schon längst dem gläubigen Juden kein Räthsel mehr ist. Kleiner Schulchau-Aruch ftny tbd I ü p), hera u sgegeben von Manuel Gottlieb, Stiftsgelehrter, Hannover 1896 Th. I VIII und 224 S. Selbstverlag des Herausgebers. Preis geb. 1 M. 50 Pfg. Einer sehr verdienstlichen Arbeit hat sich der Stiftsrabbiner und Seminarlehrer Gottlteb in Hannover unterzogen, indem er den Kizzur Schulchan- Aruch des R. Salomo Ganzfried ^'rn für den Schulgebrauch bearbeitete. Seit 10 Jahren unterrichtet der Herausgeber im Lehrerseminar zu Hannover nach diesem vorzüglichem Handbuche des R. S. Ganzsried. Dabei machte er die traurige Wahrnehmung, daß das Büchlein, welches für die große Masse der in unserem heiligen Gesetze minder Erfahrenen bestimmt ist, sehr Vieles als bekannt voraussetzt, was bei den meisten, selbst älteren Schülern in Deutschland leider nicht anzutreffen ist. Hierzu kommt, daß das Werkchen ja nicht für den Schulgebrauch gearbeitet ist und wohl jeder Lehrer beim Gebrauche aus pädagogischen Gründen Schwierigkeiten findet. Herr Gottlieb hat nun an dem wesentlichen Inhalt, nur wenig geändert, dagegen der Anlage und Sprache eine durchgreifende Umarbeitung gewidmet. (Der Herausgeber stellt sich die schwierige Aufgabe nach Analogie des Jad Hachafakah, nur die reine Mifchna-Sprache zu gebrauchen.) Neu hinzugefügt find die 6 ersten Kapitel, welche nach Jad Hachasakah des Rambam, Schulchan-Aruch, Chajr Adam, Derech Hachajtm u. A. das Wesentlichste der allgemeinen Religionslehre bringen. Die genannten Schriften werden auch