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Der Israelit · 1896-01-27 · Heft 8 (27.1.1896) · page 8

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Journal
Der Israelit
Volume
37 (1896)
Issue
Heft 8 (27.1.1896)
Date
1896-01-27
Page
– (sequence 8)
Language
German
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160 reden, zum Christenthum überzutreten, um dadurch die*Scheidewand, die uns von einander^trennte, niederzureißen. Aber Sara war von der Wahrheit ihrer Religion so durchdrungen, daß alle meine Ueberredungskünste scheiterten. Mit Verzweiflung^ warf ich mich auf das Studium der jüdischen Religion, ich wollte jene Lehren kennen lernen, die mich von meiner Liebe trennt; aber welche Lehre offenbarte sich mir? Ich mußte meine Augen geblendet vom Strahlenglanze der Wahrheit schließen. Schon nach verhältnißmäßig geringer Zeit vermochte ich mit der Erklärung vorzutreten, daß ich Jude werden wolle. Allein ich wurde vom Rabbiner Levisohn zurückgewiesen; denn das Judenthum nimmt nur solche Proselyten auf, die aus reiner Ueberzeugung und nicht ans irgend welchen Motiven sich zum Judenthum bekennen wollen. Herr Levisohn kannte mein Interesse für seine schöne Tochter und vermochte nicht mein Herz zu prüfen, das von der Wahrheit des Judenthums durchdrungen ist; aber ich werde nicht eher ruhen bis ich Bekenner jenes großen Volkes bin, für die ich eine größere Liebe im Herzen trage, als für Sara!" „Was sagen Sie dazu, lieber Doktor? Wäre es möglich, daß ein Pelouse eine solch lästerhafte Sprache führe? Ich würde es nicht glauben, wenn es nicht so wörtlich in unserer Familienchronik erzählt würde. Graf Edmond ist der einzige Schandfleck im Wappen der Pelouse!" 11. Kapitel. Unliebsame Unterbrechung. Ein tiefer Seufzer rang sich aus der Brust der Comtesse; sie hielt eine Weile inne und schaute gegedankenvoll vor sich nieder, dann fuhr sie fort: „Es würde zu weit führen, wollte ich fürder den Wortlaut der Chronik mittheilen, ich will mich daher kurz faffen." s Sabbat-AuSgang in Mainz 6 Uhr IO Min. Der ,L » r « rltt" erscheint wöchentlich ßtoei««l, MoutagS und Douuerstags, jedesmal tn mindest»» zwei B»$ett. Preis Wt JahraanßS für Deulfchümd und Oesterreich I» ReichS-Mark, für'» Ansland 1« Reichs-Mark. Man »d»«»itt gauzjähttg, WnH«nt »der vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter ««hm« Bestellung» an. — Durch fern Dmhtzmdel M dchletz« drt G. /. Dtetnnckor« DaDplatz IC. — Inserat« 36 Pfennig die vtergespattene Pettwetle »der deren Raum. — Oesterreichifche Banknot« laut Sour». — Direct« Fraucozusenduna unter Streifband pro Jahrgang für Deutschland mb Oesterreich 14 Reichs-Mark »der 8 fl. tstcrr., für'» Ausland 16 Reichs-Mark, an die Expedition franco etnprsenden. Wtm nUtUnton* a« Me Redactio« eiugesaudte« Manuskripte« findet nicht statt, «a« Mttet daAchald fich vv« alle« «nfendungeu eine Copie z«rü«rz»behalte». Inhalt (Hanptdlatt): Leitender Artikel: Chamischo-Osor-Betrachtungen. — Zeitungsnachrichten u. Correspondenzen: Deutschland: Frankfurt a. M. Gelsenkirchen. AuS Süddeutschland. Oesterr.-Ungar. Monarchie: Wien. Rußland: Petersburg. — Personalien: Neutra. — Vermischtes. — Feuilleton: »Der Letzte seines Stammes." Erzählung von Alphonse de la Haye. Inhalt der Beilege Feuilleton: Vor 25 Jahren. Erinnerungen eines alten jüdischen Husaren. — Literarische Umschau. — Zeitungsnachrichten u. Correspondenzen: Türkei: Konstantinopel. — Feuilleton: David Speier. Historischer Roman aus der Zeit de» dreißigjährigen Krieges. Von S. Kohn, Verfasser von »Gabriel". (Schluß.) Verantwortliche Redaction: Oscar Lehmann in Mainz. — Expedition der »JSraelit", Schottstraße Nr. 2, Mainz. Druck und Verlag der Joh. Wirth'schen Hofbuchdruckerri.Actien-Gesellschast in Mainz. „Trotz der strengen Maßregeln des Grafen Pierre, die er leider zu spät getroffen, trat Edmond de la Pelouse zum Judenthum über und nahm den Namen Jsaac Pelouse an. Wir lebten damals leider schon in einem Zeitalter, wo derartiges unbestraft gethan werden durfte. Man fand es sogar in bürgerlichen Kreisen ungerecht, daß Graf Pierre ob dieser Beschimpfung unseres glorreichen Namens jede Gemeinschaft mit dem entarteten Sohne aufgab und ihn enterbt hatte. Jsaac Pelouse gründete ein kleines Wechslergeschäft und erst nach Jahren willigte Sara ein, seine Gattill zu werden. Mehr als ein halbes Jahrhundert ist seit jener verhängnißvollen Zeit verflossen, Graf Edmond, oder lvie er genannt wurde, Jsaac Pelollse, ist schon längst gestorben, auch sein Enkel ivurde vor einem Jahre auf dem jüdischen Friedhofe beerdigt; sein einziger Nachkomme ist Gaston, oder wie seine Mutter ihn nennt, Elchonon. Aber der Stamm der Pelouse ist morsch geworden und im Allssterben begriffen; denn es hat keinen andern männlichen Erben, als Gaston. Ich bin daher zu den größten Opfern bereit, wenn Sie ihre Rechte als Vormund Gastons ans mich übertragen lind mir gestatten ihll in der ursprünglichen Religion seiner Väter zu erziehen; denn ohne seinen ofsizielleil Uebertritt zu der katholischen Kirche, vermag ich ihll nicht zum Erben meines Namens und meiner Reichthümer einzusetzen." (Fortsetzung folgt.) Wochen - Kalender. Donnerstag, 30. Januar, 15. Schebat. "Mp Freitag, 31. Januar, 16. Schebat. Sabbat-Anfang in Mainz 5 Uhr — Min. Samstag, l. Februar, 17. Schebat. nfr. Hierzu eine Beilage

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