Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 37 (1896)
- Issue
- Heft 7 (23.1.1896)
- Date
- 1896-01-23
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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143 staltet wurde, bei dem der Landoberst (Landrath) selbst seine Gesundheit auSbrachte, während in Ktmberly die Zeitungen ihm BewilllommungSleitarttkel schreiben. Der Ingenieur Lionel Philipps, Bettelhetm, der türkischer Konsul ist, und andere mehr errangen sich hohe soziale Positionen, es ist aber festzuhalten, daß dies nur die weithin sichtbaren Spitzen sind, einige Leute, die große Erfolge erzielt haben, während auch dort die Mehrheit der I rden sich im Schweiße ihres Angesichts ihr tägliches Brot er- . w.'rben muß. Kaufleute insbesondere und Haustrer finden der Ueberfüllung halber nur schwer ihre Existenz, während Handwerker mit Ausnahme der auch schon zahlreichen Schneider, noch immer gute Existenz fiiden. In den letzten Jahren wurden auch die Länder nördlich von Transvaal nämlich Maschoneland und Matabeleland den Matabelekaffern in blutigem Kampfe entrissen. Hier weist übrigens die Verlustliste der Engländer wieder einige Juden auf, aber sofort nach der Entscheidung wanderten zahlreiche Glaubensgenossen ein und es entstanden im vorigen Jahr neue Gemeinden im Maskenaland in Fort Salzburg, wo bereits der Bau einer Synagoge in Angriff genommen ist und im Buluwago, der alten Hauptstadt des Matabelefürsten Lobengula, jetzt der Hauptplatz der in der letzten Zeit vielgenannten Rhodista. Hier sind seit dem vorigen Jahr 150 Juden, die stch einen festen Gottesdienst organistrt haben, Srfer Torah, Schofer u. s. w. angeschafft und jetzt von der Gesellschaft Chartard Company, der der Boden gehört, ein großes Stück Land zum Bau von Synagoge und Schule erhalten haben. Von hier aus wandern jüdische Händler noch weiter in das Innere von Afrika hinein. Bei der Bedeutung der jüdischen Gemeinde in JohanniSburg konnte es nicht fehlen, daß sie auch an den Zwistigkeiten, die in den letzten Wochen die Welt beschäftigt haben, eifrigen Antheil nahm, nämlich an den Kämpfen zwischen Burs und Engländern. Wir finden sie hier gespalten und ihre Mitglieder auf beiden Seiten, der Führer der Burengarten unter den Ausländern ist ein Herr Albe, während zu den jetzt wegen Hochverrats verhafteten Uitländers die Juden Lionel Philipps, Joel und Bettelheim gehören. Auch unter der Verlustliste Jamesons auf seinem Zuge gegen die Buren finden wir Namen, wie Meyer, Meyers, Davis und Salomon, die sehr jüdisch klingen, obwohl wir nicht genau wissen, ob die Träger derselben wirklich auch Juden sind; aber nach den Namen ist dies mit einiger Wahrscheinlichkeit anzunehmen. Da die Zählungen in den südafrikanischen Kolonien und den Burenrepubltken stch nicht auf die Confesfion erstrecken, so wissen wir nicht, wieviel unserer Glaubensgenossen dort wohnen mögen, nur aus der Kapkolonie ist die exacte Zahl von 3009 jüdischen Seelen bekannt. Nach einer ungefähren Schätzung wären in den übrigen englischen Kolonien noch ca. 10000 Seelen, im Transvaal, gebiet dagegen weit mehr vorhanden, so daß man die Gesammtsumme wohl auf 30000 Seelen schätzen kann. Bei weitem die meisten Juden find erst in den letzten Jahren eingewandert und stammen aus Rußland und Polen, von wo sie theils direkt, theils mit einer Uiterbrechuung in London, gekommen sind. So haben die Verfolgungen, denen unsere Brüder in Rußland ausgesetzt waren und noch find, nach dem Rathschluß der göttlichen Vorsehung zu der Ausbreitung der Kultur in jenem fernen Welttheil sehr wesentlich betgetcagen. Mit großer Aufmerksamkeit verfolgt man in London die Ereign'ffe in Südafrika, umsomehr als unter den wegen Hochverrats in Johannesburg verhafteten Ausländern sich eine ganze Menge Jaden befinden, was bei der Bedeutung dieser Gemeinde in dieser Stadt nicht sehr erstaunlich ist. Unter den aufgeführten Namen find die folgenden als Juden bekannt: Lionel Philipps, Fritz Mosenthal (ein Deutscher), Max Langermann (ebenfalls ein Deutscher), A. R. Golding, W. H. Adler, H. I. Kling, H. Frumann Cohen, S. B. Hal (Neffe des bekannnten Minenkönigs Barnato), und Bettelheim (türkischer Consul in Transvaal). Die Gerechtigkeit gebietet aber auch auf der andern Seite zu betonen, daß als Führer der burenfreundltchen Partei der Ausländer ebenfalls ein Jude, Mr. Alba, zur Bedeutung gelangt ist. Die Tobten- und Verwundetenliste der Truppen Jamesons weist auch eine Reihe von Namen auf, die sehr jüdisch klingen. Wolf Josep h sohn. Zeitungsnachrichten und Correspondeuzeu. D e u t s ch l a n d. Berlin, 21. Januar. Ahlwardt wird, wieder „Generalanz. für Elberfeld-Barmen" zu melden weiß, nicht wieder nach der Heimath zurückkehren. Als er sich nach Amerika begab, ging er. nach dorthin mit der festen Absicht, dort für sich und für einen nock nickt mit Namen 511 nennenden Freund eine Stellitng zu suchen. Das hinderte ihn „natürlich" nicht, sein Reichstagsmandat beizubehalten und um Urlaub nachzusuchen. Ahlwardt wird, wie das Blatt bestimmt mittheilen zu können glaubt, in Amerika eine Stellung als Redakteur an'treten. — Ihm ist wohl und uns ist besser.