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Der Israelit · 1896-01-10 · Heft 6 (10.1.1896) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
37 (1896)
Issue
Heft 6 (10.1.1896)
Date
1896-01-10
Page
– (sequence 5)
Language
German
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121 aus Groß-Tapolschan (Utrganr) als Förderer des Vereins. Sein bedeutendes Wissen in der hebräischen Sprachlehre, seine Bewandtniß auf allen Gebieten der jüdischen Halacha ermöglicht es den Vereinsmitgliedern, sich eine bessere Kenntnis zu verschaffen in den großartigen erklärenden, sowohl als belehrenden Schriften unserer berühmten Ahnen, wie Raschts und anderer Großen. Bei dieser Einrichtung dürfen wir wohl dem Vereine Schaumre-Tbora eine große Zukunft prophezeien; denn die Tugend, die immer vorwärts orängt und das weise Alter, das den Fortschritt in den gebührenden Schranken hält, haben sich hier zu einem schönen Ganzen verbunden. Also Glück auf' Basel, im Jan. Dieser Tage fand in der hiesigen^Synagoge eine Pestalozzffeter statt, an der die ganze;israelitische Schuljugend und viele Mitglieder der Gemeinde theilnahmen. Die Feier wurde mit Chorgesang eingeleitet und geschloffen. Den Kernpunkt derselben bildete die Festrede des Herrn Rabbiner Dr. Cohn, dessen groß? oratorischen Fähigketten wir schon gelegentlich der Einweihung der Synagoge kennen gelernt haben. Der Redner führte aus, daß die Israelin nicht nur als Schweizerbürger Antheil nehmen au der Feier des Mannes, der der ganzen Nation zur Ehre gereicht, sondern, daß dieselbe einen noch freudigeren Widerhall in der Synagoge finde, wer! das, wofür Pestalozzi gelebt und gewirkt, die Erziehung des Volkes, die Hebung der Volksbildung, die Fürsorge für die Armen und für die Waisen, den Idealen entspreche die jedem Israeliten theuer sein sollen. Gerade in unserer materialistischen Z?lt, in der für viele Erwerb und Genuß die beiden Pole zu sein scheinen, um die sich alles dreht, wirke die Peftalozzifeier erhebend und begeisternd, denn sie zeige den Werth, die Hoheit und Unsterblichkeit der Ideale, welche Pestalozzi, obgleich er in materieller Beziehung wenig erreicht, im Herzen der dankbaren Nachwelt ein ewiges Andenken sichere. Mit dem Segen für das Volk und Behörden schloß die gedankenreiche Rede, die auf die Anwesenden sichtlich einen tiefen Eindruck machte. (Basler Nachrichten.) Rußland. Lodz, 10. Januar. Im Testamente Herrmann Konstadt, von dem ich Ihnen jüngst berichtete, sollen einige Formfehler Vorkommen, darunter einer, der von immenser Bedeutung werden kann. Rach dem Willen des Verblichenen besteht das Curatorium aus den einflußreichsten Mitgliedern der jüdischen Gemeinde, aus den weiteren Bestimmungen «geht aber nicht deutlich hervor, daß die zu gründenden Stiftungen speziell seinen Glaubensgenoffen zu Gute kommen sollen. Die Verwandten, deren Combtnationen jahrelang um den „Goldonkel" sich drehten, letzen alle Hebel in Bewegung, um den letzten Willen umzustoßen. Es hängt aber jetzt davon ab, welchen Standpunkt die Justizbehörde zur Sache einnimmt. Im städtischen Creditverein wurde statt Konstadt Herr Schaja Rosenblatt und zum Curator der jüdischen Elementarschulen Herr Bernhard Dobranirlli gewählt. L. Griechenland. (J.) Korfu, l. Januar. Unsere Gemeinde hat einen schweren Verlust erlitten. Im Alter von 72 Jahren starb hier Herr Marco Rieri, Chef des gleichnamigen Bankhauses hier und Präsident des hiesigen Comitös der „Alliance Jsraelrie", der sich um unser Kulruswesen und um das religiöse Leben der Juden unserer Insel, sehr verdient gemacht hat. War es doch der Verstorbene, der 1891, als die bekannte Katastrophe über unsere Gemeinde hereinbrach und dieselbe der Auflösung nahe war, die Initiative dazu ergriff, damit die zwei hier bestehenden separaten Gemeinden, tüe apulische ^>np) und die griechische (’jv ^np) sich zu einer einzigen vereinigten, um so deren Administration zu vereinfachen und die Kulrusauslagen bedeutend zu verringern. Te Früchte dieser Vereinigung zeitigten auch bald, und beide Gemeinden, die früher ein beträchtliches Unter-Budget hatten, konnten große Ersparnisse einführen, nnd obwohl zahlreiche Familien seit oamals unsere Stadt verlassen haben, erhalten doch die Angestellten und Beamten unserer Gemeinde gehörig und pünktlich ihr G'halt ausbezahlt. Dabet war der Verblichene auch Stadtrath hier, sowie er auch mehrere Jahre hindurch an der Spitze unserer Gemeinde stand. Auch der hiesige „Lescclub", der für alle Bürger der Stadt errichtet wurde, verdankt ihm sein Entstehen, und ehrte er seinen Gründer dadurch, daß er ihn mehrere Jahre hindurch zum Vic'prästdenten erwählte. Aber auch als Geschäftsmann erfreute er sich eines geehrten Rufes, und sein Bankhaus war ein Muster von Ehrlichkeit und Vertrauens. Sein Leichenbegängniß gestaltete sich daher zu einer imposanten Trauerkundgebung, und Bürger aller Confeisionen und Nationalitäten gaben ihm das Gelene zum Grabe. rown. Palästina. Jaffa w') im Dezember. Dem General» Gouverneur des heil. Landes liegt jetzt ein besonderes Colonisationsprojece zur Begutachtung vor. Vor einigen .Wochen.-haben sich nämlich zahlreiche Familien Bulgariens, besonders aber Ostrumeliens

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