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Der Israelit · 1896-01-16 · Heft 5 (16.1.1896) · page 26

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Journal
Der Israelit
Volume
37 (1896)
Issue
Heft 5 (16.1.1896)
Date
1896-01-16
Page
– (sequence 26)
Language
German
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114 7??H2?' “5?f ‘‘Sr ~W nuka ihnen gab. Nur wenige Wochen vorher sind es, daß ich ihn beglückt sah bei diesem Feste im Kreise seiner dreihundert und fünfzig Kinder und Zeuge war, »ie er sich mit jedem einzelnen freute, die glückstrahlend die Geschenke in Empfang nahmen, bei deren Auswahl der Wunsch eines jeden berücksichtigt war. Mögen seine Kinder das heilige Vermächtniß, das er ihnen in der Volksschulo hinterlasien hat, hoch und heilig halten. Wie er sie dazu erzog, selbst Freude zu haben an den Werken der Liebe, auch die Seligkeit des VW*? f0[ten, so wollen sie jetzt, da er heimgegangen, zeigen, daß sie von ihm gelernt haben die jüdische Aufgabe iis-a n~?:, wie der Segnungen höchster Segen darin besteht: selbst ein Segen zu werden. O, sehet es, Ihr seine Kinder und Enkel und alle Glieder seiner Familie, die seine mächtige Persönlichkeit zu einer Einheit vereinigte. Euer Vater, das Haupt Eurer Familie, er war ein lebensfroher, glücklicher Mann. Wißt Ihr, was der Quell seiner Lebensfreude und seiner Lebenskraft war, die aushielt bis zum letzten Tage? das war die Gottesfurcht, die Gesetzestreue. Selig Goldschmidt war ein Product, das edelste Product der Erfüllung der mso. Ihm war ja in der Jugend die bequeme Bahn nicht geöffnet zu den Geistesschätzen, wie seinen Kindern und Enkeln, er mußte ja früh hinaus in den harten Kamps des Lebens. Da war es das mächtige Wort, das Lebenerweckende des großen Mannes, an dessen Seite er sich die Stätte sorgsam gesichert, dessen Wort und dessen erhabene Persönlichkeit ihn geweckt hat und ihn gefesselt und ihn zu dem treuen Sohne des gesetzestreuen Judenthums gemacht hat, das er seinerseits dann stets überzeugungsfroh und achtunggebietend vertrat, und für dessen Institutionen er auch in sonst fernerstehenden Kreisen Achtung und fördernde Theilnahme zu wecken verstand, die nur der edlen Persönlichkeit Selig Goldschmidts galt. In seinem Geiste wollet auch Ihr leben. Er hatte ja das Glück, inmitten eines großen Familienkreises sich zu fühlen, die ihn liebten und verehrten, und die darin wetteiferten, seine Enkel die Liebe und Zufriedenheit ihres Großvaters gewinnen zu lassen. Sein höchstes Glück fand er ja in seiner Familie. Er hatte die tiefe Wahrheit begriffen, die in den bei der Grundsteinlegung unseres Volkes ausgesprochenen Worten liegt, die der kommende Sabbat uns entgegegenbringt nw n 3N nr, daß alle erwachsenen Kinder sich mit den eigenen Kindern stets als Glieder des einen Vaterhauses begreifen sollen. Er lehrte auch seine Kinder und Enkel den bescheidenen Anfang, aus dem er sich emporgearbeitet hatte, doch nicht mit dem Stolze des seit made man, sondern mit dem bescheidenen gottesfürchtigen Sinne: 'n rwv m -vaya onsoD 'ne<sn nicht mein Fleiß und meine Geschicklichkeit, sondern es war die GnadeKötlk s und das meiner Eltern und damit ich in solcher Weise nach seiner Weise, nach sei nem Willen mit dem Verliehenen walte, weshalb Gottes Gnade mich in meinen Unternehmungen gesegnet hat. Das war der bescheidene gottessürchtige Sinn, in welchem er seine Kinder und Enkel und den weiten Kreis seiner Familienangehörigen unterwies, die zu ihm mit Liebe und Verehrung ausblickten. Gelobt- Euch deshalb in dieser Stunde und bringet es als Gruß von dieser Stätte, wo die Hülle Eures Vaters ruht. Euren Frauen, seinen Töchtern — sehet, die glücklichste Stunde Eures Lebens war oer Freitag Abend, wenn Ihr mit Euren Kindern Euch um ihn versammeltet. Wenn wieder der Sabbat kommt und sie das Sabbatlicht anzünden, könnt Ihr nicht mehr Eure Kinder Eurem Vater bringen, daß er sie segne und mit ihnen jauchze. Mögen Eure Frauen jeden Freitag Abend beim Anzünden des Sabbatlichtes eingedenk sein, daß Euer Vater doch bei ihnen weile, und wöget Ihr Eure Kinder so erziehen, daß er seine Freude an ihnen habe, der Mann, von dem ich noch den einen Zug hervorhebe zu ewigem Gedächtniß, daß sein Diener die strengste Weisung hatte, keinen Armen abzuweisen, «eil er jeden persönlich sprechen wollte. Dann w rd der Geist der Familieneinheit, den er so sorgsam gepflegt, auch nach seinem Hintritt an Stärke nicht Nachlassen und Ihr werdet Euch der ganzen Verantwortlichkeit bewußt bleiben, die ein solcher Name mit sich bringt: Sohn und Tochter, Schwiegersohn und Enkel, Neffe und Familienmitglied eines Selig Goldschmidt zu sein. Wenn Ihr so die Segnungen, die s einem Haupte wurden, dadurch, daß Ihr Euch sein Beispiel zum Leitstern Eures Lebens macht, auch Euch gewinnet, so tretet Ihr ein reiches Erbe an, und es bewährt sich in des Wortes tiefstem Sinne: pnx -dt. Zeiturrg-nachrtchterr rrrrd Gorrefporrderrze« Deutschland. Posen, 12. Januar. Sanitätsrath Dr. S a m t e r in Charlottenburg, ein geborener Posener und langjähriger Bürger Posens, hat aus Anlaß seines bevorstehenden 50jährigen Arztjubiläums den städtischen Körperschaften unserer Stadt 1000 Mark mit der Bestimmung überwiesen, diesen Betrag zur Verstärkung der s. Z. von ihm gegründeten Viaticum - Stiftung deS städtischen Krankenhauses in Posen zu verwenden. Wreschen, 10. Januar. Die Mitglieder des israelitischen BeerdigungsvereiuS der hiesigen Synagogenaemeinde, der sogenannten „Ckewras baale missasskim,“ versammelten sich in diesen Tagen

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