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Der Israelit · 1896-01-16 · Heft 5 (16.1.1896) · page 20

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
37 (1896)
Issue
Heft 5 (16.1.1896)
Date
1896-01-16
Page
– (sequence 20)
Language
German
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108 gemeine Anerkennung und Würdigung gefunden haben. Die während seiner AmtsLhätigkeiL veröffentlichten Jahresberichte lieferten dem aufmerk- und verständnißvollen Leser den untrüglichsten Beweis von dem fortdauernden und nicht zum mindesten Herrn Dr. Deutsch zu verdankenden Aufschwung der Schule. Die Verwaltung kann es sich daher füglich erlaffen, an dieser Stelle auf die Eknzelbeiten seiner erfolgreichen Arbeit im Dienste der Anstalt einzugehen; sein Wirken sichert ihm die dauernde Dankbarkeit der Verwaltung und aller Freunde der Schule, und der Unterzeichnete Vorstand ist allseitigen freudigsten Einverständniffes sicher, wenn er hier diesen Gefühlen aufrichtigsten Dank öffentlich Ausdruck verleiht. Die hohe königliche Regierung hat ihrem wiederholt bewiesenen Wohlwollen für die Interessen der Schule dadurch Ausdruck verliehen, daß sie beim Ausschcetben der Rabbinatsvakanz die Verbindung dieses Amtes mit der Vorstandschaft der Anstalt in Aussicht stellte. Die Führung der Geschäfte bis zum Amtsantritt des neu gewählten Rabbiners wurde dem ältesten Anstallslehrer Herrn W. Neumann übertragen, dem an dieser Stelle für die gewissenhafte Besorgung derselben der Dank der Verwaltung ausgesprochen sei. Nachdem die Wahl des Unterzeichneten durch hohe Reg. Entschl. vom 25. März und höchste Minist. Entschl. vom 28. Mat bestätigt worden war, wurde derselbe am 1. Juli in sein Amt als Schulvorstand eingeführt. Außer den hiesigen Mitgliedern der Talmud-Thora-Verwaltung war auch Herr Dr. Deutsch erschienen, um, cmkr üpfend an IV. B. Mos. 27,23 seinen Nachfolger aufs wärmste zu begrüßen. Dieser entwickelte dann nach einigen Worten des Dankes für das ihm entgegengebrachte Vertrauen die Grundsätze, nach denen er sein Amt mit G. H. zu führen gedenke. Am Schluffe des Schuljahres traten 2 Schüler des Oberkurses in das Kgl. Schullehrersemtnar zu Würzburg und 4 in die israelitische Lehrerbildungsanstalt daselbst ein, während 4 bereits im Frühjahr nach bestandener Prüfung in das israelitische Lehrerseminar zu Caffel ausgenommen worden waren. — In materieller Hinsicht hatte die Schule auch im obgelaufenen Jahre sich vielseitiger Förderung zu erfreuen. In erster Reihe haben wir dankbar der Unterstützung zu gedenken, die das königliche Staatsmtmsterium für Kirchen- und Schulangelegenheiien wiedeium für zwei bedürftige, in Bayern bcheimathete Präparanden wohlgeneigtst gewährt hat. Der wohllöbliche Magistrat der Stadt Memmingen hat ebenfalls zwei Zöglingen aus der Hirsch Einsteinschcn Stiftung je ein Stipendium im Betragt vvn l&O M. zu-ewendet. Diesen Behörden sowie allen verehrlichen Verwaltungen von Wohlthätigkeitsvereinen, Gemeindevorständen und sonstigen Gönnern, die aus öffentlichen Kaffen und durch Sammlungen im Kreise von Privaten unsre Bestrebungen gefördert haben, gilt der aufrichtigste Dank der Verwaltung. Die Anforderungen, die an uns herantreten, sind ununterbrochen im Wachsen begriffen; mit dem beginnenden Schuljahre hat die Schülerzahl und mit derselben auch die Zahl der Unterstützungsgesuche erheblich zugenommen, und, wenn wir weiterhin imstande sein sollen. Ersprießliches zu leisten, sind wir mehr als bisher auf die Mitwirkung unsrer bewährten Freunde angewiesen. Um diesen auch über die Unterrichtsthätigkeit genauen Aufschluß zu geben und dadurch die Ueberzeugung neuerdings zu befestigen, daß dieSchule ihrer Aufgabe unentwegt treu bleibt, und alle an ihr wirkenden Kräfte ununterbrochen das Vollkommenste zu leisten bemüht sind, haben wir uns entschlossen, wie in früheren Jahren, dem Bericht eine Ü bersicht über die im Laufe des Jahres durchgearbeiteten Pensa beizugeben. Gleichzeitig soll diese Zusammenstellung denjenigen Lehrern, welche Schüler zum Eintritt in die Präparandenanstalt vorbereiten, als Maßstab für die bet der Aufnahme geforderten Vorkenntniffen dienen und auf diese Weise dazu beitragen, den nur allzu berechtigten Klagen über die nachtheiligen Folgen mangelhafter Vorbereitung ein Ende zu machen. Man wird uns keiner Ueberhebung zeihen, wenn wir behaupten, daß die Talmud Thora-Schule mit Befriedigung auf die zurückgelegten zwei Dezennien zurückblicken darf. Sie dankt für den göttlichen Segen, der sie bis hteher geleitet, und tritt mit froher Zuversicht in das dritte Jahrzehnt ein, voll Hoffnung und Vertrauen, in die Zukunft blickend, die ihr gleichen Segen und gleiches allseitigcs Wohlwollen bringen möge. Möge sie auch fürder Gunst finden und Wohlgefallen in den Augen Gottes und der Menschen! Rumänien. Corrttarrza, im Januar. (Der rumänische König und die Juden.) Mehrere Vorfälle, die sich während des Aufenthaltes des rumänischen Königspaares. der Hauptstadt der Dorbudscha (am Schwarzen Meere) ereigneten, bezeugen, daß Seine Majestät den Juden wohlgeneigt ist und eS ihm, als constitutionellen Monarchen, nur nicht möglich ist, seine günstige Gesinnung in der Legislative zum Ausdrucke zu bringen. Da der Besuch Constanza's einen officiellen Charakter hatte, warteten Deputationen aller Nationen und Religionen dem Könige und seiner er- I

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