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Der Israelit · 1896-01-16 · Heft 5 (16.1.1896) · page 21

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Journal
Der Israelit
Volume
37 (1896)
Issue
Heft 5 (16.1.1896)
Date
1896-01-16
Page
– (sequence 21)
Language
German
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109 lauchlen Gemahlin auf. Die Juden waren durch tot Herren Rafaues» Hazan und Bujes vertreten, die Seiner Majestät eine Adresse überreichten, in welcher die Treue und Anhänglichkeit der Juden an Krone und Land betont waren. Der König schien tief gerührt von den durch die Deputtrten ausgedrückten aufrichtigen Gefühlen, und nachdem er ihnen gnädig gedankt, ließ er sich mit jedem der drei Herren in ein Gespräch ein. Die Königin und der Kronprinz sprachen auch gütig mit den Mitgliedern der Deputationen. Dieses liebenswürdige, auszeichnende Benehmen des Königspaares der Deputation gegenüber muß bei den hohen Persönlichkeiten in des Königs Begleitung Anstoß erregt haben, da, als der König am selben Tage die Gotteshäuser aller Religtonsgenofsenschaften besuchte, er nicht zur Synagoge geleitet wurde, trotzdem dieser Besuch auf dem Programme figurirte, noch wurden Juden zu dem Seiner Majestät zu Ehren abgehaltenen Barquette eingeladen, trotzdem die Namen mehrerer Juden auf der von der Präfectur vorbereiteten Liste angeführt waren. Dies kam auch dem Hofe zur Kenntniß, der sein Mißvergnügen darüber aussprach, und die Königin lud, um zu zeigen, wie sie über die den Juden gezollte Nichtachtung denke, die Frauen der drei schon genannten Herren speciell ein, den Abend mit ihr zu verleben. Im Lause des Gespräches pries Ihre Majestät den Wohlthättgkeitsstnn und die hohe Moral der Häuslichkeit der jüdischen Frauen. Den nächsten Tag suchten Mitglieder der Constanzaer Filiale der General-Affociatton eingeborener Juden (eine Gesellschaft, die meist aus jungen rumänischen Juden, die Soldaten gewesen waren, gebildet ist) um die Erlaubniß nach, zum Könige eine Deputation entsenden zu dürfen. Der König ging noch weiter, indem er antwortete, daß es ihm angenehm wäre, die ganze Gesellschaft zu empfangen. Herr Josef Bercovltz, der als Redner figurirte, entschuldigte das unvermeidliche Fernbleiben mehrerer Mitglieder, die eben bei den Manövern weilten. Diese Versicherung gewährte dem Herrscher viel Befriedigung, der er zur Freude der Juden auch Ausdruck verlieh. Sowohl König als Königin unterhielten sich längere Zeit mit den jüdischen Soldaten, die, bevor sie sich entfernten, dem König ihre und aller anderen Juden Beschwerden gegen die Regierung und Gesetzgebung mittbeilten. Der König antwortete bedeutungsvoll: „Sie sind Rumänen" — eine Qualification, die bis jetzt vom Staate den 200.000 in Rumänien geborenen Juden versagt ist. Einen tiefen Eindruck hinterließ der gütige Empfang der Gesellschaft bet den Juden, besonders da dies die einzige private Körperschaft der Stadt war, welcher eine Audienz gewährt wurde. Noch ein Schlußtriumph war den Juden reservirt. Bevor er Constanza verließ, besuchte König Karl auch tot GefanguM rmd gab seine Absicht kund, den Tag durch Begnadigung von Verbrechern aller Bekenntniffe zu begehen. Eine Liste wurde zu diesem Zwecke unterbreitet und dem Herrscher vorgelegt, der sich darüber beklagte, daß Juden darin nicht vorkämen, und befahl, daß dieses Versäumniß sofort nachgeholt werde. Der anwesende Minister mußte gestehen, daß nicht ein einziger Jude im Gefängn-sse weile, und daß auch kein einziger in Haft sei. Und denselben Juden, die auf einen so reinen Wandel pochen, werden sogar die einfachsten Rechte der Bürgerschaft verwergert!_ Briefkasten der Redaetiou. Lehrer L. in A Leider giebt e8 gegen diesen Miß-- stand kein gesetzliches Mittel. Jnteresstren Sie den KreiSschulinspector für diese Sache und setzen Sie sich mit dem Rabbinat, zu dessen Ressort diese wichtige Sache ja gehört, in Verbindung, daß dieser die Angelegenheit der Regierung, resp. dem Ministerium mit der Bitte um Abhilfe unterbreitet. Ein Zwang in solcher Sache ist immer ein Gewissenszwang. Das beste Mittel wird stets sein, daß Sie die Eltern so zu interessiren verstehen, daß diese dafür sorgen, daß der Schulbesuch ihrer Kinder regelmäßig ist. Wenn Sie denselben die hohe Bedeutung des Unterrichts und die Verantwortung, die Sie ihren Kindern und Gott gegenüber haben, klar zu machen verstehen, so zweifeln wir nicht, daß Ihre Vorstellungen Erfolg haben. Nicht im Sturme erschien Gott, sondern im sanften Säuseln des Windes Versuchen Sie, unfern Rath zu befolgen und '"7t wird Erfolg senden._ Fragekaste«. Ich möchte gern hier einen isr. Hausmiethe-UnterstützungSverein begründen; kann mir einer der geehrten Leser dieser Zeitung ein Exemplar der Statuten eines ähnlichen Vereins zur Verfügung stellen? D e Redaction d. Bl. hat sich bereit erklärt, solches für mich in Empfang zu nehmen und an mich weiter zu befördern. Im Voraus herzlichen Dank. _L. in M. Berichtigung. Wir werden ersucht, folgende Berichtigung aufzunehmen: In der Literarischen Umschau Nr. 103 (Beilage) muß es heißen: Spalte 1, Zeile 9, statt „wie" — „einem" 29, „ „Schlinge" — „Schläge" 30, „ „Normen" — „Namen" 6, „ „die Zeit ihrer Entstehung — s „Materien" 34, „ "Nmn,, — “Nnnn„ 40, „ "SJNDJD« — "SJNDD,, 48, vor „Cimte" fehlt „die" 20, statt "NbDtS',, — 27, „ "’cn„ — "'Tn,, 28, „ "snir — *jnu" 32, „ "->TLn" — "nnsn, 11, „ „Collectamm" — „Collectanen" 12, „ „Sambaro's" — „Sambari's" 12, „ "0’ürp„ — 13, „ "nx"i„ — "'“DT" 19, „ „Mediacoal" — „Mediaeval" 24, nach „werthvolle" fehlt „Beiträge zur" 44, statt „helenidischen" — „seleucidischen' 1, ist der Punkt überflüssig.

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