Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 37 (1896)
- Issue
- Heft 5 (16.1.1896)
- Date
- 1896-01-16
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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99 •> I WohnuugSmiethe, den Schülern Stipendien gewährt, gewidmet hat. Zum Schluffe ergriff noch Herr Provinzial'Rab« binerDr. Munk aus Marburg das Wort, um im Namen seiner Heimath, der der Dahingeschiedene entstammte und der er auch bis zu seinem Tode stets in brüderlicher Weise durch Zuwendung reicher Spenden gedachte, im Namen des Comttee's zur Unterstützung der ausgewiesenen russischen Juden, sowie im Namen des Vereins zur Abwehr des Antisemitismus dem theuren Tobten für die reichen Spenden sowohl wie für die persönliche Thätigkeit innigft zu danken. Unter den aus der Ferne herbeigeeilten Rabbinen gewahrten wir noch: Herrn Distrikts- Rabbiner Bamberger, Aschaffenburg, Rabb. Dr. Kahn, Wiesbaden, Rabb. Kottek, Homburg, Herrn Rabbiner Dr. M ar x, Darmstadt. Außerdem waren anwesend: Der Vorstand der isr. Religions- Gesellschaft Gießen, der Vorstand der Watsenanstalt in Fürth u. v. a. Gegen 1 Uhr erreichte die Feier ihr Ende. Und bald darauf wölbte sich ein Grabeshügel über die irdische Hülle eineS Mannes, dessen Andenken ein gesegnetes sein und bleiben wird für jetzt und alle Zeiten. Denn: „Mag auch der Staub zum Staube gehen, So oft der Tod ein Auge bricht, Ei« treues Herz, ei« edles Leben Das stirbt auch selbst im Tode nicht." Literarische Notiz. Die günstige Aufnahme, welche „Die Geschichte der Juden in Rom, von den ältesten Zeiten bis zur Gegenwart (2050 Jahre)" von Dr. A. Berliner im In- und Auslande gefunden hat, veranlaßt den Berfaffer, dem vielfach an ihn gerichteten Wunsche nach einer Preisermäßigung für Gemeinde- und Bereins-Bibltotheken, Rabbiner und Lehrer zu entsprechen, so daß das Buch (2 Bände) nunmehr direkt vom Berfaffer (Dr. A. Berliner in Berlin, Krausnikstr. 21) gegen Einzahlung von 5 M. 80 Pf. (statt 10 M.) bezogen werden kann. vermischtes. Berlin. Die Prüfungstermine an den iSr. Seminarien in Preußen sind für das Jahr 1896 wie folgt festgesetzt: Hannover. 16. März Aufnahmeprüfung, 8. März Entlassungsprüfung; Kassel 14. März Aufnahmeprüfung. 30. März Entlassungsprüfung, 29. Oktober zweite BolkSfchullehrerprufung. Wien, 14. Jan. Der bekannte Hetzpfarrer von Weinhaus, Dr Deckert, angeklagt wegen Aufreizung gegen die Juden durch in der Pfarrkirche gehaltene Predigten, wurde heute vom Schwurgericht einstimmig freigesprochen. Budapest. Der Beamte des ungarischen Justizministeriums, Michael Szäntü, wurde vom Kaiser mit dem Titel eines MinistertalratheS ausgezeichnet. SS ist dies der erste israelitische Ministerialrath Ungarns. fgenfllet»*. David Speier. Historischer Powlw au der -eit der dreiMLhrigeu strte-er, von 63) G. Kohr», Verfasser von „Gabriel*. Jeder unbefugte Nachdruck wird mit aller Strenge verfolgt werden. NebersetzungSrechte in fremde Sprachen Vorbehalten. Die Grafen Colloredo und Conti, welche ihre Dankbarkeit gegen Pardubitzer und den Primator Brandeis, namentlich dem Erfteren für die unsterblichen Verdienste, die sie sich um Staat und Stadt erworben hatten, offenkundig beweisen wollten, erschienen aus kurze Zeit bei der Hochzeitstafel und Graf Colloredo überreichte dem Bräutigam als Hochzeitsgeschenk einen großen silbernen Pokal, auf welchem auf einer Seite die Worte eingravirt waren: „Seinem wackern Mitkämpfer bei der Vertheidigung Prags gegen die Schweden, dem Helfer in der höchsten Noth David Pardubitzer-Speier als Zeichen seiner Anerkennung. Graf Rudolf Colloredo, Generallieutenant, Oberkommandant der kaiserlichen Armee in Böhmen. Auf der Rückseite war das Datum der wichtigsten zwei Tage dieser Periode, jener, an welchem die in die Stadt eingedrungenen Schweden durch das rechtzeitige Entzünden der von Pardubitzer gelegten Mine wieder aus der Stadt vertrieben wurden, und jenes, an welchem durch Pardnbitzers Eintreffen mit der Nachricht von dem demnächstigen Anlangen der Ersatzarmee, deren Wegweiser er gewesen, die schon beschlossene Capitulation der komischen Hauptstadt beschlossen wurde. Zur Hochzeitstafel waren, nach Pardnbitzers Wunsch, sein Hausherr Reb Feisch Katz, deffen Frau Nuchomo und sein Zimmerkollege, der bayerische Bachur Wolf Dirnsurther, welche sich zur Zeit seiner größten Noth und während seiner Krankheit, freundschaftlich und theilnehmend gegen ihn benommen hatten, eingeladen worden und schlugen diese-, namentlich aber Frau Nuchomo die Ehre, einer Tafel anzuwohnen, welche durch die Anwesenheit des Generalgouverneurs, der Stellvertreter des Kaisers, verherrlicht wurde, sehr hoch an; und sie wußte noch lange Jahre nachher nicht genug von der Liebenswürdigkeit des Hausherrn, der Schönheit der Braut, dem Glanz des Festes, der feenhaften Beleuchtung der Räume, der überreichen Auswahl der feinsten Speisen und der kostbarsten Weine, der vortrefstichen Bedienung durch eine zahlreiche, wohlgeschulte Dienerschaft, zu erzählen. Reb Elieser Taußig-Heilprim, welcher, wie alle Gemeindehonorationen bei der Hochzeitstafel anwesend