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Der Israelit · 1896-01-13 · Heft 4 (13.1.1896) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
37 (1896)
Issue
Heft 4 (13.1.1896)
Date
1896-01-13
Page
– (sequence 9)
Language
German
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XXXTII. Jahrgang. Beilage;ii J 4 -es „Israelit". Zeitungsnachrichten nnd Correspondenzeu. Deutschland. Aus Oberhesseu. In Nr. 44 und 45 v. I. Ihres geschätzten Blattes wurde in einer Korrespondenz aus Frankfurt a. M., 4. Juni über die Jahresversammlung „des Vereins der jüd. Lehrer für das Großh. Hessen" berichtet, daß „nach mehrstündiger Debatte die Gründung „eines Verbandes der Deutsch-Jsr. Lehrervereine", in dessen Vorstand der „Deutsch-Jsr. Gemeindebund" Sitz und Stimme haben solle, wit sämmtlicheu gegen 5 Stimmen abgelehnt wurde und als Delegirte zu einer Konferenz betreffs Gründung eines unabhängige« Deutsch Isr. Lehrerbundes der Vere-nsvorsitzende und noch ein Herr gewählt worden sind." Nach dem in Nr. 1 d. I. dieser Blätter veröffentlichten Protokoll der am 24. und 25. Dezember zu Berlin ftattgehabten constituirenden Versammlung zur Begründung dieses Lehrerverbandes wurde von dieser beschlossen, daß „der D. I. G. B. das Recht hat, einen Deputirten als achtes Mitglied in den Vorstand zu entsenden, der bei den Verhandlungen mit einer berathenden und beschließenden Stimme mitzuwtrken hat." Obgleich die Generalversammlung des „Vereins der isr. Lehrer für das Großh. Hessen", wie oben bemerkt, klar und deutlich, fast mit Einstimmigkeit gegen einen Verband, in dessen Vorstand dem „Gemeindebund" Sitz und Stimme eingeräumt wird, sich ausgesprochen und also über diesen Punkt bereits einen bindenden Beschluß gefaßt hatte, erklärte der Herr Delegirte trotzdem den Beitritt des von ihm vertretenen Vereins für das Großh. Hessen zu diesem Deutsch-Jsr. Lehrerverbande. Derselbe hat somit mit dieser Erklärung das ihm übertragene Mandat überschritten. Neugierig sind wir, welche Stellung der Vorstand „des Vereins der isr. Lehrer für das Großh. Hessen" zu dieser Erklärung des Herrn Delegirten einnehmen wird. Es ist kaum denkbar, daß ein von seiner Majorität gefaßter und vor der Geuernlversamm lnug so warm verthetdkgter Beschluß eines Vorstandes, und die so deutlich, klipp und klar ausgesprochene, eine so imposante Mehrheit repräsentirende, fast an Stimmeneinheit grenzende Willensäußerung einer Generalversammlung von den eigenen Urhebern des Beschlusses rückgängig zu machen und umzustoßen versucht werden wird. Köln, 10. Januar. Dieser Tage hielt im Kaisercafö dahier der Verein von jüdischen Lehrer« in Rheinland und Westfalen seine Generalversammlung ab, die recht gut von Lehrern und außerordentlichen Mitgliedern besucht war. Der Schriftführer des Vereins, Lehrer Gut-Köln, erstattete über das verflossene Jahr den Bericht, nach welchem der Verein 80 ordentliche, 400 außerordentliche und 9 Ehrenmitglieder zählt und 1600 M. Vermögen besitzt. 200 M. wurden als Beihilfe zum Eintritt der Mitglieder in die rheinisch-westfälische Unterstützungskaffe verausgabt. Lehrer Spier-Bocholt sprach den Wunsch aus, daß allmählich sämmtliche Vereinsmitglieder in diese Kasse eintreten möchten und der Verein dieselben nach Kräften unterstützen möchte, was seitens des Vorstandes bereitwilligst in Aussicht gestellt wurde. Mit lebhafter Genugthuung wurde konstatirt, daß seitens der Vorstände beider Vereine eine Verschmelzung geplant sei. Nun soll endlich das unbegründete Borurtheil mancher Kassenmitglieder gegen den segensreich und rührig schaffenden Verein schwinden! 12 Konferenzen wurden abgehalten, bei welchen besonders der erste Bezirk (Köln und Umgegend), sowie der IV. (Niederrhein) durch eifrige Arbeit sich auszeichneten. Für das Jahr 1896 sollen in allen Bezirken folgende drei Themen zur Besprechung und sorgfältigen Ausarbeitung aufgegeben werden: 1) Welche Methode ist die geeignetste für den Uebersetzungsunterrtcht im Hebräischen? — 2) Was können die Lehrervereine zur Besserstellung des einzelnen Lehrers thun? — 3) Wie kann eine bessere Fühlung zwischen Vorstand und Bezirkskonferenzen hergestellt werden? (Antrag Abraham Kettwig.) — Die vom Vereine herausgegebene Denkschrift über die soziale Lage der jüd. Lehrer in Rheinland und Westfalen soll allen Synagogenvorstehern und Behörden der beiden Provinzen zugeschickt werden. Jedem Lehrer wurde warm ans Herz gelegt, einen Bericht über seine Lage auszuarbeiten und denselben seiner Regierung etnzusenden. Eine Kommission wird besonders schreiende Mißstände zusammenstellen und auf Wunsch nähere Auskunft über diese Sache ertheilen. Die Lehrer mögen sich dteserhalb an den Vereinsvorsitzenden oder Sulmann-Köln wenden. — Eine andere Kommission sichtet die bis jetzt erschienene» Lehrpläne über den jüd. Religionsunterricht und stellt ev. einen neuen Plan her. Besitzer solcher Lehrpläne sind frdl. gebeten, solche Herrn Lehrer Gut-Köln etnzusenden. Portoauslagen werden

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