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Der Israelit · 1896-01-09 · Heft 3 (9.1.1896) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
37 (1896)
Issue
Heft 3 (9.1.1896)
Date
1896-01-09
Page
– (sequence 4)
Language
German
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44 Einfahrt in die Stadt der Rabbiner, bealeitet von den Wunsche gemäß beim Schulhause zu Biro begraben. Der Kanton Aagau hat ihm dort ein Denkmal errichtet, welches folgende Inschrift trägt: Vater Pestalozzi. Hier ruht Heinrich Pestalozzi geboren in Zürich am 12. Januar 1746, gestorben in Brugg am 17. Hornung 1827; Reiter der Armen auf Neuhof, Prediger des Volkes in Lienhard und Gertrud, Zu Stanz Vater der Waisen, Zu Burgdorf und Münchenbuchsee Gründer der neuen Volksschule, Zu Jferten Erzieher der Menschheit: Mensch, Christ, Bürger, Alles für Andere, für sich Nichts. Segen seinem Namen. Der dankbare Aargau. MDCCCXLVI. (Fortsetz, folgt.) Zettnng-nachrichte« *«& Gorrefporrdenzev Deutschland. Berlin Dem neu erschienenen Jahrgang des statistischen Jahrbuches der Stadt Berlin entnehmen wir die statistischen Daten über die Bewegung innerhalb der jüdischen Bevölkerung Berlins in den letzten 5 Jahren. Daß sich diese stark vermehrt hat, unterliegt keinem Zweifel, wohl aber ist nicht mit Sicherheit anzugeben, wie zahlreich dieselbe jetzt ist, nach vorliegenden schätzungsweise gewonnenem Material dürfte die jüdische Gemeinde Berlins zwischen 85,000—90,000 Seelen zählen. Ber^n Vft der MttüpuM der WstmUavon, aYjo auch derjenige Platz, wo Mischehen am häufigsten Vorkommen. Das ist tbatsächlich der Fall. Es sind bei 2752 Ehen von Juden allein 766 Mischehen d. h. 22 pCt. geschloffen worden, ein ganz erschreckend hoher Prozentsatz für Jedermann, der weiß, daß die Kinder aus diesen Mischehen dem Judenthum immer zum g'ößten Theil verloren gehen. Diese Form der Assimilation beseitigt in der That auf d m kürzesten Wege das Judenlhum. A. B. Berlin, 5. Jan. Unter mehreren Preisaufgabsn, welche dieser Tage von der Berliner Universität gestellt worden stad, lautet das Thema von der theologischen Fakul ät wie folgt: „Die Aufgaben des vierten Eo angelisten über die jüdische Sitte und d as jüdische Land." Der Preis für die Lösung der Aufgabe besteht aus 900 M. Die Ablieferungsfrist läuft bis zum i. Mat d. I. — Wie aus Altstrelitz gemeldet wird, starb dort plötzlich ohne vorhergegangenes Krankenlager die F au des bekannten Prof^ffors und Lexikographen Daniel Sanders; Frau Professor Jda Sanders war eine geborene Friedländer. Sanders selbst ist jetzt 77 Jahre alt. A. B. Berlin, 5. Jan. Wir haben an dieser Stelle schon öfters Gelegenheit gehabt, über die Angelegenheit betreffs Anstellung jüdischer Lehrerinnen an den Berliner Gemeindeschulen zu berichten. In dieser Sache liegt nun ein vom 27. Dez. datirtes Schreiben vor, das, wie wir bereits kurz berichteten, der Kultusminister an dcn Vorstand der jüdischen Gemeinde gerichtet, und in welchem auszuführln versucht wird, daß der bereits mehrmals besprochene Erlaß des Provinztalschnlkollegiums, die Anstellung jüdischer Lehrerinnen betreffend, nicht als eine Ausschließung solcher von dem Gemeindeschuldtenst zu verstehen sei, wie mißverständlich angenommen werde. Das Provinzialschulkollegtum habe nichts weiter ungeordnet, als daß künftighin bet Vertretung von Lehrerinnen die Vertreterin derselben Konfession anzugehören habe, wie die zu Vertretende. Wir geben hier den Wortlaut des wichtigen Schreibens, das in der letzten Repräsentantenversammlung zur Verlesung gelangte, wieder: Berlin, den 27. Dez. 1895. An den Vorstand der jüdischen Gemeinde. Die Befürchtungen, welche der Vorstand der jüd Gemeinde in seiner Eingabe vom 17. Juni d. I. an den Erlaß des hiesigen Königlichen Provinzial-Schulkollegiums vom 15. Mai d. I. knüpft, sind, wie ich nach wiederholter genauer Ermittelung des Sachverhalts festgestellt habe, nicht begründet. Das von der hiesigen städtischen Sck.uldeputation an die sämmtlichen im Gemeindeschuldienst der Stadt Berlin beschäftigten, noch nicht definitiv angestellten jüdischen Lehrerinnen gerichtete Schreiben vom 6. Juni d. I.. das in den bethetligten Kreisen Beunruhigung hervorgerufen hat, tvwify. ou5, warn «Bt tex. ufavx Verfügung des Königlichen Provinzial - SchulkoUegiumS, welches durch eine weitere Verfügung dieser Behörde vom 29. September d I. aufgeklärt worden ist. ES hat sich nur darum gehandelt, daß bei Heranziehung von Vertretern und Vertreterinnen für Beurlaubte und Erkrankte Lehrpersonen im Gkmeindeschuldienst der Stadt Berlin der Vertreter auch demselben Bekenntnisie angehört, wie derjenige, desien Vertretung er übernimmt. Der Erlaß meines damaligen Herrn Amtsvorgangrrr vom 8. Juli 1875 wird durch die bezügliche Anordnung überhaupt nicht berührt. Das Schreiben des Kultusministeriums erregte natürlich die größte Aufmerksamkeit. Nach demselben steht also der Anstellung jüdischer Lehrerinnen in den Berliner Gemetndeschulen nichts im Wege, wenngleich auch dieser Erlaß eine yroße Beschränkung der Verwendbarkeit jüdischer Lehrkräfte bedeutet. Es hat also dem „Verein Berliner Volksschullehrerinnen" nichts genützt, daß er in so unkollegialischer Weise gegen die jüdischen Lehrerinnen aufgetreten ist. Blinder Eifer schadet nur. Lemberg, 27. Dez. Auf einer Vifitationsretse kam der römisch katholische Bischof von Block. Nowodworskt, wie polnischen Blättern aus Warschau berichtet wird, nach Serock, wo ihn bet der

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