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Der Israelit · 1896-01-06 · Heft 2 (6.1.1896) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
37 (1896)
Issue
Heft 2 (6.1.1896)
Date
1896-01-06
Page
– (sequence 4)
Language
German
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24 schaftttch mit seiner Ehefrau die Anstalt ins Leben gerufen hat. eine kurze Ansprache an die Versammelten, in Wecker er hervorhob, daß es Wohl nöthtg war eine Slätte zu schaffen, an welcher man in Berlin für ein Geringes koscheres Essen erhalten könne. Der Bau sei vollendet, aber jetzt beginne erst das Wirken, die Arbeit. Heißer Dank sei allen, die an dem Werke mitgeholfen hätten. Doch sei die Arbeit sehr groß und zur Ueberwältigung der Riesenaufgabe hätte stch ein „Verein des Jsr. Heimathshaujes" gebildet, an dessen Sp tze der Stadtrath Nürnberg stände, der als Vorsitzender des Kuratoriums gewiß alle seine Kräfte einfttzen werde, um die Anstalt auf der erforderlichen Höhe zu erhalten. Der Letztgenannte versicherte dies auch in einer Schlußrede und forderte alle Anwesende« auf, dem Vereine sich anschlteßen zu wollen, um ihn so auch nach Außen zu kräftigen, und zu fördern. Hiermit schloß die erhebende Feier, worauf die Teilnehmer sich anschickten die Gesammträume in Augenschein zu nehmen. Wir werden in der Lage sein in einer unserer nächsten Nummern eine ausführliche Beschreibung des Heimathhauses und seiner Einrichtungen unseren Lesern geben zu können. Osterode (Ostpr.), im Dez. Nach langer Zeit ist auch wieder aus unserer Gemeinde etwas zu berichten. Der hiesige Verein für jüd. G-schtchte und Lttteratur (Jüd. Leseverein), einer der ältesten in den deutschen Gemeinden, hielt am 17. v. M. seine alljährliche Generalversammlung ab und wählte zu Vorstehern die Herren: Sturmann, Vorsitzender; Rechtsanwalt Auerbach, Stellvertreter; Wittenberg. Schriftführer; Pr. Arzt S. Nitterband, Bibliothekar und Siegfried Jacodsohn, Rendant. Am 23. v. M. wurde der erste Vereinsabend abgehalten, in welchem der Vorsitzende über ein biblisches Thema, die Uebergangszett vom Richterthum zum Königthum in Israel, in einem einstündigen Vortrage sprach. Aus dem großen Interesse, welches die Zuhörer gerade bei diesem Vortrage zeigten, ist zu ersehen, wie heilsam und zweckmäßig es ist, von Zeit zu Zeit biblische Größen dem der Bibel fast ganz entfremdeten Geschlechte der Jetztzeit vorzuführen. Nachdem am 10. d. M. ein Leseabend abgehalten wurde, hatten wir die Freude am 15. d. M. Herrn Rabbiner Dr. Ludwig A. Rosenthal aus Pr.-Stargard auf Einladung des Vorstandes zu hören. Der Vortragende sprach vor einem großen Publikum (auch Ntchtmitglieder und Nichtjuden) über das Thema Judenthum und Vaterlandsliebe in Vl4 Stunden. Alles lauschte auf den begeisterten Redner, der seine Aufgabe meisterhaft löste. Der hiesige jüd. Frauenverein erneuerte seine aus dem Jahre 1878 bestehenden Statuten in der Generalversammlung vom 19. October und wählte zu Vorsteherinnen die Framn: Fanny Samulon, Helene Lewtn, Ernestine Lonky und zur Stellvertreterin Frau Henriette Auerbach; zum Rendanten-Schriftführer Herrn Sturmann. Zu Ausschußmitgliedern die Frauen: Rebecca Wittenberg, Jeanette Sturmann, Adele Lewinsky und Frau Jenny Friedländer. Das Chanukafest, welches der Verein alljährlich feiert, wurde am 14 d. M. abgehalten und ergab eine Reineinnahme (durch Verkauf und Verloosung von Gegenständen, Speisen und Getränken) von 164 Mk., welche im Laufe des Jahies zu wohlthätigen Zweck« verwendet werden. Der Verein besitzt ein Baarvermögen von 2200 Mk. Seit 2 Jahren besteht hier die Einrichtung, daß die Soldaten jüd. Glaubens in hics. Garnison, deren Zahl früher 28, dann 18 und jetzt nur 9 beträgt, an jedem vierten Sabbate zur Theilnahme am Gottesdienste befohlen werden. Diese Einrichtung, welche gewiß in allen Garntsonstädten nachgeahmt zu werden verdient, verdankt ihre Entstehung der Verwendung unseres Predigers Herrn Sturmann. Der Regimentschef zeigte sofort die größte Bereitwilligkeit und wenn die Zeichen nicht trügen, so weht in dieser Beziehung ein anderer Wind von oben herab; vielleicht haben wir dieses dem furchtbaren Anwachsen der Sozialdemokratie zu verdanken. Auch zum Fahneneid werden jetzt die jüd. Recruten regelmäßig in der Synagoge vorbereitet. In den verflossenen zwei Jahren hielt Herr Sturmann sür die Soldaten an jedem vierten Sabbat Nachmittag einen besondern Gottesdienst ab, in diesem Jahre jedoch wurde, da die Zahl derselben eine bedeutend geringere ist, gestattet, daß düse an jedem vierten Sabbat am Hauptgottesdienste Vormittag teilnehmen können. Am 9. Februar k. I. feiert der Kultusbeamte Herr Kasse in Ltebstadt sein 50jähriges Dienstjubiläum, innerhalb 6 Monaten der zweite Beamte in unserer Provinz. L. W. Stadtleugsfeld Am Ausgang des Sabbat- Chanukah verschied dahier im 79. Lebensjahre der Kaufmann mo Sandel Rosenbl att. Der Dahingeschiedene besaß ein reiches, talmudisches Wissen. Schon als kleiner Knabe wurde er in das Gemorastudtum Angeführt, und er gab das Thoralernen erst in seinen letzten Lcbenstagen auf, als die überhandgenommene Altersschwäche ihn dazu gezwungen hatte. Jede freie Stunde, die ihm sein Geschäft gelassen, verwendete er zum Thorastudium. Seine Kenntnisse verwerthete er auch in seiner Gemeinde, indem er in der nrn hdi1? man den D"trn vortrug; später abwechselnd mit dem jeweiligen Rabbiner, mit Herrn Landrabbiner Dr. Kroner und dann mit seinem Schwiegersöhne,! Herrn Landrabbtner Dr. Salzer. Am na®

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