Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1896-01-02 · Heft 1 (2.1.1896) · page 11

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
37 (1896)
Issue
Heft 1 (2.1.1896)
Date
1896-01-02
Page
– (sequence 11)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2446951-2448608-2448610--41013-2489951
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

11 gereicht hatten, wurde auf Beschluß der Versammlung auf die Berathung des damit zusammenhängenden Leitsatzes 8. (s. unten) vertagt. Nachdem Herr Syndikus Dr. Minden als Vertreter des leider erkrankten Vorsitzenden des „D. I. G. B." des Geh. San.-Rath Dr. Kristeller die Versammlung begrüßt hatte, wies er zunächst auf das allergnädigste Verhalten hin, das Sr. Majestät der Kaiser jederzeit der Schule bewiesen habe, und forderte die Versammlung zu einem Hochruf auf Kaiser Wilhelm II. auf, in das die Erschirnknen begeistert einstimmten. Auf Grund eines Vorschlages der Versammlung, die bereits Abends des 23. getagt hatte, wählte die Versammlung einstimmig für die Dauer der Verhandlung Herrn Geh. San.-Rath Dr. Kristeller, an den ein herzliches Dank- und Begrüßungs-Telegramm auf Vorschlag von Blumenfeld-Adelebsen gesandt wurde, zum Ehrenvorsitzenden, Hr. Dr. Minden zum 1., Herrn Lehrer Blumenseld zum 2., Herrn Hauptlehrer Herbst-Lisia zum 3. Vorsitzenden, sowie zu Schriftführern die Herren Prediger Liepmansohn-Minden und Lehrer Becker-Wollstein. Einwxfyw. sado.v.v. die Versammlung den Antrag des Delegirten Steinhard-Magdeburg an, sofort in eine Berathung der grundlegenden Leitsätze 4 und 8 einzutreten, die von der Wahl des Verbandsvorstandes, sowie von dem Modus der Wahl zu den Delegirtentagen handelt. In der sehr anregenden mehrstündigen Debatte über diese Punkte, kamen die gesammten Verhältnisse innerhalb des jüd. Lehrerstandes zur ausgiebigen Erörterung. Einmüthig waren alle Redner der Ansicht, daß mit allen Kräften ein weiteres Eindringen n cht genügend vorgebildeter Personen in den Religionslehrerstand verhindert werden müsie, einmüihig betonte man indes, daß der Verband auch die Fürsorge für die nicht staatlich geprüften Lehrer in den Kreis seiner Aufgabe ziehen müsie. Aus Vorschlag des Vorsitzenden wurde schließlich die Berathung über diese beiden Punkte einer besonderen Kommission mit dem Aufträge übergeben, von dem Resultat der Berathungen am Beginn des zweiten Sitzungstages Bericht zu erstatten. Nach einstündiger Pause wurde sodann in die Berathung der übrigen Leitsätze eingetreten. Auf Vorschlag des Herrn Dr. Brann-Breslau erhielt der Verband die Bezeichnung „Verband der jüd. Lehrervereine im deutschen Reiche." Eine Erweiterung der Ziele des Verbandes, als wie sie im ersten Leitsätze ausgedrückt sind, wurde nach langer Debatte abgelehnt. Eine längere Erörterung knüpfte sich sodann an den Punkt 3, der von der Höhe des J-Hresbeitrags an die Verbandskasse handelt; eine von mehreren Delegirten beantragte Erhöhung fand nicht dst Zustimmung der Majorität. Bei Punkt 5, der die Zahl der Vorstandssitzungen bestimmt, wurden die Worte „in Berlin" einstimmig gestrichen. Zu lebhafter Debatte gaben sodann die Pflichten und Rechte des Vorstands, wie sie Punkt 6 festgesetzt hatte, Veranlassung; die nach Punkt 6 6 anzustrebende Vereinigung der bestehenden Unterstützungskasien wurde mit großer Majorität abgelehnt, bei 6 l entstand ein längerer Meinungsaustausch über das Maß des zu gewährenden Rechtsschutzes. Nachdem Dr. Adler Berlin diesen Rechtsschutz für eine der wichtigsten Einrichtungen des Bundes erklärt hatte, wurde 6 f einstimmig angenommen; ebenso fand Zusatzantrag des Deleg. Dr. Neustadt-Breslau als 6 h einstimmige Annahme. Der Verband sucht die lebenslängliche Anstellung der jüd. Lehrer, ihre Pensionirung und die Versorgung ihre Hinterbliebenen auf gesetzlichem Wege herbeizuführen. Ohne wesentliche Debatte stimmte die Versammlung dem Rest der Leitsätze mit unerheblichen Aenderungen zu; nur die Revision der Kasse wurde nach Beschluß der Versammlung 3 besonderen Revisoren übertragen. Am Beginn des zweiten Sitzungstages erstattete zunächst die Commisston Bericht über die Sätze 4 und 8 und schlug folgende Fasiung vor: Satz 4 „der Verband wird durch einen Vorstand von 7 Lehrern geleitet, welche die Lehrberechtigung vor einer PrüfungS-Commisston eines deutschen Bundesstaates erlangt haben". Die Bestimmung „von diesen sollen 2 ihren Wohnsitz in Berlin haben" fällt fort; die übrigen Punkte des Satzes, sowie Punkt 8 bleiben bestehen. AIS Uebergangsbestimmung sei hinzuzufügen: die gegenwärtig bestehenden Vereine, welche weniger wie 15 staatlich geprüfte Mitglieder zählen und bis zum l. Oktober 1896 dem Bunde beitreten, sind berechtigt, zu den Verbandstagen je einen Delegirten zu entsenden. Nach Verlesung dieser Anträge erklärt Dr. Adler-Berlin, unter dem Vorbehalt der Genehmigung des von ihm vertretenen Vereins, den Beitritt des Berliner Vereins zum Bunde. Dieser Erklärung schließen sich an: Dr. Guttmann-Breslau für den Verein der jüd. Lehrer in Schlesien und Posen, Amram- Borken für den hessischen Volksschullehrerverein, Director Dr. Barnaß-Pfungstadt für den Verein der jüd. Lehrer des Grotzherz. Hessen, Pred. Liepmannsohn-Minden für den rheinisch-westfälischen, Leop-Norden für den Bezirk Emden und Oldenburg, Stern-Hildesheim für den hannoverschen, Fröhlich-Wetlburg für den nasianifchen, HvppfMtev. für den südwestdeutschen Verein; Dr. Lazarus-Köln unter demselben und einem weiteren Vorbehalt. Ohne jeden Vorbehalt stimmen Kraft ihres Mandats Steinhardt-Magdeburg für den Verein der Ostprovinzen und Bernhard- Tarnowitz für den Oberschles. Verein zu. Auf Antrag von Leop-Neuß wird alsdann ein Zusatz zu Punkt 6 gefügt, der dieStimmverhältnisie eines mehreren Vereinenangehorenden Mitglieds regelt. Bevor in den Punkt 2 der Tagesordnung, Wahl eines Verbandsvorstandes, eingetreten wird, richtet die Versammlung. einer Anregung des Herrn Rabb- Dr.' Guttmann- Breslau folgend, ein Begrüßungsschreiben an Herrn Prof. Dr. Steinthal „in inniger Verehrung und Dankbarkeit für die erfolgreichen Bemühungen des hochverehrten Herrn, um die Interessen des jüd. Lehrerstandes." Der Vorsitzende verliest sodann eine Resolution, wonach der VerbandStag einen einstweiligen Vorstand von 7 Mitgliedern wählen soll, dem der Vertreter des D. I. G. B. als achtes beitritt, dieser Vorstand soll die Organisation des Verbandes in die Wege leiten und den weiteren Ausbau der Statuten vornehmen. Die Resolution findet einstimmige Annahme. Auf Vorschlag von Becker-Wöllstein werden zu Mitgliedern des Vorstandes gewählt: Dr. Adler-Berlin, Blumenfeld-Adelebsen, Gutkind'Casiel, Herbst-Lisia, Bernhard-Tarnowitz, Levi- Neuß und Goldschmidt-Cöln; auf Anregung des Vorsitzenden constituirt sich der Vorstand sofort und wählt j.Dr. Adler zum ersten und Blumenfeld zum zweiten Berbandsvorsttzenden. Der erste Verbandsvorsitzende spricht in herzlichen Worten seinen Dank dem D. I. G. B., insbesondere seiner Lehrabtheilung, dem Vorstand der Berliner Gemeinde, vor allem aber dem Vorsitzenden der Versammlung, Herrn Dr. Minden für die mühevolle und unparteiische Leitung aus, und ersucht die Versammelten, sich zu Ehren des Herrn Dr. Minden von den Plätzen zu erheben. Nachdem dies geschehen, spricht Dr. Guttmann-Breslau nochmals dem D. I. G. B. den Dank der Delegirten für das Zustandekommen des großen und guten Werkes aus. Bernhard-Tarnowitz beantragt sodann, der Berliner jüdischen Gemeinde ein Dankschreiben für die Gastfreundschaft zu übersenden, Herbst- Lisia gedenkt des hochverehrten Vorsitzenden des D. I. G. B., Levy-Norden der Commissi n zur Berathung der Nr. 4 und 8, Geh. Rath Boas der Lehrabtheilung. Im Namen des D. I. G. B. gibt Herr Dr. Minden in warmen Worten seiner Freude über den Verlauf und das glückliche Crgebniß der Verhandlung Ausdruck und schließt die Versammlung mit einem Hoch auf den Verband der jüd. Lehrervereine im deutschen Reich, in welches die Versammlung jubelnd einstimmt

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.