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Der Israelit · 1896-01-02 · Heft 1 (2.1.1896) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
37 (1896)
Issue
Heft 1 (2.1.1896)
Date
1896-01-02
Page
– (sequence 12)
Language
German
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12 Ursprünglicher Entwurf der Leitsätze: 1) Der vom Deutsch-JSraelitischen Gemeindebund begründete Verband der Deutsch-JSraelitischen Lehrervereine hat zum Zweck die Behandlung aller die israelitischen Lehrer in Deutschland betreffenden Kragen des Unterrichts, der GtandeSintereffen, der Collegialitat und des UnterstützungSwefenS. 2) Mitglied des Verbandes kann jeder im Deutschen Reiche bestehende Verein jüdischer Lehrer werden, welcher nach seinen Satzungen die Behandlung dieser oder ähnlicher Fragen zu seiner Aufgabe hat. 3) Jeder dem Verbände zugehörige Verein hat an die Verbandskasse einen Jahresbeitrag, welcher auf so Pfennig für jedes seiner Mitglieder normirt wird, zu leisten. Die Summe dieser Beiträge erhöht der Deutsch-JSraelitische Gemeindebund durch eine Beisteuer von jährlich 1500 Mark, vorläufig aus die Zeit von 3 Jahren. 4) Der Verband wird durch einen Vorstand von 5 Lehrern geleitet, welche die Lehrberechtigung von einer PrüfungScommisston eines deutschen Bundesstaates erlangt haben; von diesen sollen zwei ihren Wohnsitz in Berlin haben. Die Wahl diese» Vorstandes erfolgt durch die einzelnen Vereine derart, daß auf die volle Zahl von je b Mitgliedern eine Wahlstimme entfällt. Die Wahlperiode dauert 3 Jahre, beim Ausscheiden eine» Mitgliedes des Vorstandes innerhalb dieser Zeit erfolgt Zuwahl für die Dauer der Wahlperiode. So lange der D. I. G. B. den oben bezeichneten Jahresbeitrag leistet, hat er da» Recht, einen Deputirten als sechste» Mitglied in den Vorstand zu entsenden, der bei den Verhandlungen mit einer berathenden und beschließenden Stimme mitzuwirken hat. 5) Der Vorstand tritt jährlich wenigstens einmal in Berlin zur Berathung zusammen. 6) Pflichten und Rechte des Vorstandes: a. Er erhält durch Jahresberichte und nöthigenfall» durch besondere Berichte Kenntniß von der Wirksamkeit der einzelnen Vereine. b. Er verbreitet innerhalb des Verbandes wichtige Ergebniffe der Verhandlungen. e. Er regt die Behandlung von Fragen an, die sich auf die in Satz 1 benannten Zwecke beziehen. d. Tr hat auf die Lehrervereine dahin einzuwirken, daß sie ihre Mitglieder zu Lebens- und Rentenversicherungen rechzeitig anhalten, und hat überhaupt diejenigen Maßnahmen zu berathen, welche dem amtierenden Lehrer für Dienstunfähigkeit und Alter eine Pension sichern können. e. Er verschafft sich Kenntniß von der Lage der verschiedenen Unterstützungskaffen und sucht eine Vereinigung der einzelnen Kaffen herbeizuführen. f. Er hat auf Antrag eine» Mitgliedes der zugehörigen Vereine, wenn diesem eine Ehr- oder Rechtsverletzung wiederfährt, nach Prüfung des Thatbestandes seinen Beistand zu leisten. g. Er gewährt den auswärtigen Besuchern von Jahresversammlungen der einzelnen Vereine auf Antrag ihre Vorsitzenden eine angemessene Beisteuer. 7) Der Vorstand hat das Recht, einen BerbandStag nach einem von ihm zu bestimmenden Ort einzuberufen. Der Verbandstag wird vom Vorstand geleitet, falls nicht die Versammlung beschließt, ein besondere» Bureau zu bilden. Die Delegirten erhallen au» der Verbandskasse Reisekosten und Tagegelder. 8) Zu diesem BerbandStage delegirt jeder Verein, dem weui-flen» 20 staatlich geprüfte Lehrer angehören, einen Vertreter; kleinere Vereine können sich zu diese« Zwecke mit einem^andern Verein verbinden. Vereine, denen mehr alS 50 geprüfte Lehrer angehören, entsenden 2 Vertreter. 9) Der Ausschuß des D. I. G. B. kann vom Vorstand die Berufung eine» Verbandstages binnen 6 Monaten verlangen. In diesem Falle trägt der D. I. G. B. die Hälfte der Kosten. 10) Der Vorstand hat jährlich einen Bericht über die VerbandSangelegenheiten und über wichtige Vorgänge in den einzelnen Lehrervereinen zu veröffentlichen. — Die Prüfung der Kaffe erfolgt jährlich durch den Deutsch-JSraelitischen Gemeindebund. 11) Der Vorstand tritt in Thätigkeit, wenn mindestens 6 Lehrervereine mit lk der Mitgliederzahl sämmtlicher Lehrervereine ihm angeboren. Äns Mittelfranken. Der Bericht in Nr. 96 Ihres gesch. Blattes über die Synagogenetnweihung in Nenzenheim bedarf noch einer Ergänzung dahin, daß sämmtltche Gesänge bet der Feier, wie nmr6 toio , did no, -jidd ,03'wn Dnyr E, 2C. rc. von Herrn Lehrer N. Herz in Prtchsenstadt vorgetragen wurden. Herr Herz entledigte sich seiner Aufgabe so vorzüglich, daß Herr Bezirksamtman vonSchönfeld, der als Ehrengast der Feier beiwohnte, nach Beendigung derselben sich Herrn Herz in Gegenwart der ganzen Versammlung durch den Cultusvorstand Herrn Hahn vorstellen ließ und feine vollste Anerkennung über den vorzüglich geschulten Gesang ausdrückte. Auch Herr Dlstriks- RabbtnerAdler, Kitzingen äußertestchlobenswerlh darüber. Nicht minder wurde Herrn H. von den meisten Anwesenden, Juden und Ntchtjuden allgemeines Lob gespendet. Rußland. Kiew, im Dez. Die hiesige jüdische Gemeinde, aber auch die gesammte russische Judenheit hat einen herben, unersetzlichen Verlust erlitten: nach kurzer Krankheit ist Herr Benjamin Katzenelsohn im 72. Jahre seines retchgesegueten Lebens abberufen worden. Der Verewigte gehörte zu jener heutzutage leider immer seltener werdenden Kategorie von jüdischen Philanthropen, die das Gute um des Guten selbst willen thun, denen die Noth ihrer Mitmenschen nicht das Mittel zur Erreichung von Ehren und Würden ist, sondern in ihren Herzen wirklich ein Echo aufrichtigen Mitgefühls und den Wunsch, zu lindern und zu helfen, weckt. Für sämmtliche Bedürfnisse seiner armen, leidenden Brüder besaß der Verblichene ein warmes Herz, ein richtiges Verständniß, und es gtebt hier kein einziges jüdisches Wohlthätigkeits-Jnstitut, das nicht in ihm einen seiner eifrigsten und thatkräftigsten Förderer betrauert. Zumal in den letzten Jahren seines Lebens beschäftigte ihn das Loos seiner verfolgten Glaubensbrüder ausschließlich, und Tausende der aus den Dörfern Vertriebenen verdanken ihm die Rettung vor dem gänzlichen Untergang. Sein reines humanitäres Streben *m Verein mit der Leutseligkeit und

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