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Der Israelit · 1896-01-02 · Heft 1 (2.1.1896) · page 8

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
37 (1896)
Issue
Heft 1 (2.1.1896)
Date
1896-01-02
Page
– (sequence 8)
Language
German
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8 mit sich führt, — cs soll di cs ungefähr zehntausend Gulden betragen, beanspruchst. Ich verbürge Dir, daß Du sie auf den kt$tcu Kreuzer ausbezahlt erhälst. Spitzbuben halten einander besser Wort, als zuweilen sogenannte redliche Menschen. Bist Du damit einverstanden?" Ich nickte bejahend, und nun besprach mein Vater die ganze Angelegenheit und ich mußte die außerordentliche Klugheit und Umsicht desselben, die jeden Umstand, der seine Absichten begünstigen konnte, klug benützte, und nicht eine Schwierigkeit unberücksichtigt ließ, bewundern. Ich sollte sofort Pardubitzer verlasseil. Derselbe, — so meinte mein Vater, der mit seltenent Scharfblicke und einem seinen Gehöre ausgestattet, gemerkt hatte, daß ich seine Tochter sirirte unb deßhalb von Pardubitzer geneckt wurde — sollte glauben, daß ich ulich seiner Gesellschaft um des Mädchens willen angeschlossen. — Da unser nächstes Reiseziel die Stadt Cham gewesen, wo wir, da dort Juden wohnen, übernachten wollten und auch anzunehmen war, daß Pardubitzer ailch ohne meüle Begleitilllg seine Reise sortsetzen und dort erst spät ankommen würde, so sollte der Ueberfall in einem Walde in der Nähe vor Cham stattfinden. Mein Vater wollte durchaus nicht, daß ich mich seiner Bande anschließen sollte, ex wollte mich keiner Gefahr aussetzen, ich sollte mich am nächsten Tage bei Einbruch der Rächt bei dent Chamer Walde einfinden, wo mich ein Mann erwarten und in ein unbenütztes Iägerhänschen fübrcn ärde, wo sie die Ankunft Pardnbitzers erwarten wollten. Während sie den Wagen anhielten, sollte ich dort ruhig verweilen. Mein Vater hoffte, daß Pardubitzer als vernünftiger Mensch es nicht versuchen würde, vrer bis an den Zähnen bewaffneten Mämiern Widerstand zu leisten und ihnen ohne Kamps alles,! was er bei sich trug, ausliefern würde. Die Theilung j sollte dann im Iägerhäuschen vorgeilommen und das | Baargeld mir ausgesolgt werden. Dann aber sollte ich in einenl Wagen, den mein Vater für mich bereit Hallen würde, vom Schauplatz der Thal so rasch als lnöglich verschwinden. Da eine Räuberbande schon lange Zeit die Umgebung unsicher mache, würde auch dieser Ueberfall aus deren Rechnung gesetzt werden unb mich in fernen Landen ilicht der geringste Verdacht der Mitwissenschaft treffen, um so weniger, als durch die Kriegszeiten die Eommunicationen zwischen den einzelnen Ländern häufig unterbrochen wurden. Es sollte dies aber, so meinte mein Vater, unser letztes Zusammentreffen sein, ich solle niich nicht mebr mit Um kümmern, ihn feinem Schicksale überlassen." Wieder machte der Oberst, tief ansathmend eine länge Pause. „Kommt zum Rande!" rief Pardilbitzer erregt. „Ich bins mm bald mit meinem Geständnisse und mit meinein Leben .... Gönnt mir nur einen Allgenblick Zeit, meinen gesunkenen Mutb zitsammen zu raffen, ich brauche ihn zum Schluffe meiner Erzählung, vor der mir graut!" „Wir können ihn errathen," sprach der Rabbi, „aber was jeder Mensch gethan, das nmß er auch, wo's Rotb thut, erzählen. War's etwas Böses, so ist's ein winzig kleiner Theil der ihnt gebührenden Strafe. Sprecht, laßt Euch nicht jedes Wort wie aus der Folterbank abpreffen .... Wann fand der Ueberfall statt? Was fiel dabei vor? Rahmt Jbr doch persönlich Antbeil an diesem? .... so antwortet doch,' bedenkt es wohl, Ihr glaubt ja durch ein volles Geständnis; Euer Genüssen zu erleichtern. Wartet nicht so lange, bis Euch die Sprachwerkzcuge den Dienst versagen. Es könnt' Euch dies, zu spät, den tiefsten Schmerz bereiten." (Fortsetzung folgt.) Der ,ZSraelit" erscheint wöchentlich zweimal, MoatagS und jr-vcSma! in miutefcn* p»ei Vogen. Preis det Jahrgangs für Deutschland und Oesterreich 12 Reichs-Mark, sür'S AuMarrd iS Reichs-Mark. Man idaarna ganzjährig, halbjährig »der pierreljährig. Alle Buchhandlungen und Postämtcr nehmen Beeilungen an. — Durch Se» Dnchhandel M hchtchs» Sri G. f. Dtrtnacker. Leipstg. Daßpiatz lS. — Inserate Sü Pfennig die »iergrspalterr« Hetthetk »der deren Rau». — Oesterreichischr Banknoten laut EourS. — Direkte Francozusendung unter Streifband pro Jahrgang für Deutschland «»d Oesterreich 14 Reichs-Mark oder 8 fl. östrrr., für'8 Ausland 16 Reichs-Mark, an die Expedition francs einzusenden. Mi»e IWUtfettfc*** an die Nedaetio« eiagesaadte» Mauuscripteu findet nicht statt, «a« bittet deOhald fich von alle« Einsendungen eine Copie zurückzubchalte«. Inhalt <Ha«ptblatt): Leitender Artikel: Rückblick. — Zeitungsnachrichten und Corretpo denzen: Deutschland: Düsseldorf. Ahlem. Aus Baden. Oesterr.-Ungar. Monarchie: Lemberg. Frankreich: Paris. Bulgarien: Sofia. — Vermischtes. Feuilleton: David Speier. Historischer Roman aus der Zeit deS dreißigjährigere Krieges. Von S. Kohu, Verfasser von „Gabriel". (Fortsetzung). Inhalt der ersten Beilage: Die Rabbiner-Frage in Galizien. — Zeitungsnachrichten u. Correspondenzen: Deutschland: Berlin. — Aus Mittelfranken. — Vermischtes. Inhalt der zweiten Beilage: Zeitungsnachrichten u. Correspondenzen: Deutschland: Berlin. Aus Süddeutschland. Oesterr.-Ungar. Monarchie: Wien. Budapest. Aus Mähren. — Rußland: Kiew. — Vermischtes. Extra-Beilage: JnhaltS-Verzeichniß. Verantwortliche Redaction: OLcar Lehmann in Mainz. — Expedition deS „JSraelit", Schottstraße Nr. 2, Mainz. Druck und Verlag der Zoh. Wirt-'scheu Hofbuchdruckerei-Actien-Gesellschnst in Mainz. Hierzu drei Beilagen.

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