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Der Israelit · 1896-01-02 · Heft 1 (2.1.1896) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
37 (1896)
Issue
Heft 1 (2.1.1896)
Date
1896-01-02
Page
– (sequence 6)
Language
German
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remiaS rufen: Wie ist die einst gottesfürchtkge^Gemeinde von Gott abtrünnig geworden! . . . Frankreich. Pari-, 28. Dez. Herr S. H. G o l d s ch m i d t, Vorsitzender des CentralComitee's der Alliance isra&ite universelle, hat einen erneuten Beweis seiner Hochherzigkeit gegeben. Vor einer Reihe von Jahren wurde vom Central-Comitee ein Fonds geschaffen, dessen Zinsen zur Gewährung von Unterstützungen und Pensionen an die Lehrer der Alliance- Schulen und deren Hinterbliebenen bestimmt wurden. Diese Fonds, welcher am Ende vorigen Jahres die Höhe von 81000 Frcs. erreichte, hat Herr Goldschmidt nunmehr mit einer Schenkung von 200,000 Frcs. bedacht und so zu einem wirklich leistungsfähigen gestaltet. Bulgarien. Sofia, 30. Dez. Die „Ztg. des Judenth." berichtet über die Audienz der Sofiaer srphardtschen Gemeinde bei dem Minister Dr. Stotlow. An einem der letzten Tage unternahmen es mehrere angesehene Mitglieder der hiesigen Sephardimgemeinde mit ihrem greisen stellvertretenden Rabbiner Herrn Jzchak Bakisch an der Spitze, die bewußte Angelegenheit in einer Audienz zur Sprache zu bringen. Um 4 Uhr wurde die Deputation vom Ministerpräsidenten in zuvorkommendster und liebenswürdigster Weise empfangen. Rabbiner Bakisch, als Sprecher der Deputation, nahm das Wort (in Bulgarischer Sprache), um dem Ministerpräsidenten Namens aller Juden Bulgariens zu danken, daß derselbe in so rascher und energischer Weise sich der bedrängten jüdischen Unterthanen angenommen, wodurch ein großes Unglück von denselben in kurzer Zeit abgewendet wurde. Die Juden Bulgariens wissen dem Ministerpräsidenten Dank auch für die Wrazzaer Affäre, welche bedeutende Ausschreitungen hervorgerufen hat, und seiner Intervention nur ist eS damals gelungen die Unschuldigen aus der Hast zu befreien. Schließlich erlaubte sich der Sprecher, das Ansuchen an den Ministerpräsidenten zu stellen, durch ein eigenes Gesetz diesem Treiben einen Damm zu setzen, eventuell zu veranlassen, daß ein derartiges Petitum an die Sobranje eingebracht werde. Der Ministerpräsident meinte, daß ein solcher Schritt wohl versucht werden könne, doch könne man für den Erfolg der Sache selbst keine Garantien bieten. Der Sobranje aber werde ei« Strafgesetzentwurf zmgeben, welcher geeignet erscheint, derartige Ausschreitungen strengstens hivanzuhalten durch Bestimmungen, welche das ottomanische Strafgesetz nicht kennt. ES sind daS jene Paragraphen, welche von Aufreizung gegen eine Nationalität, von Beschimpfungen einer Konfession, ja nicht bloS einer Gemeinschaft, sondern auch von Einzelpersonen handeln. Die Schuldigen, wenn dieselben dem bürgerlichen Stande angehören, ereilt eine empfindliche Freiheitsstrafe, die komproaiitttrten Regierungsorgane Entsetzung von ihrem Posten. Gegen Bosheit lassen sich kaum genügende Gesetze machen, und hängt es von der Regierung und deren Handhabung ab, dieselbe zu paralysiren. Im Wrazzaer Prozcffe trägt die ehemalige Regierung allein die Schuld, daß diese so klare Sache nicht mit einem Schlage beseitigt und die Schuldigen bestraft worden sind. Der Ministerpräsident erkundigte sich auch über den Stand des Tempclbaucs u. A. m. und entließ die Deputation nach etnstündiger Audienz. > Vermischtes. -4- Fritzlar, 28. Dez. Der projectirte Neubau einer Synagoge und eines Schulhauses hierselbst wird nunmehr, da sich die Gemeinde hierüber geeinigt hat, zur Ausführung kommen. Die auf dem zu diesem Zweck angekauften Bauplatze stehenden Gebäulichkeiten sind bereits abgebrochen und wird bis zum Frühjahr mit dem Bau jedenfalls begonnen werden. ftcutlletvB. David Speier. Historischer Po»av m der Zeit der drelßWtzrigen ftrieges von 59) S. Koh«, Verfasser von „Gabriel-. Jeder unbefugte Nachdruck wird mit aller Strenge verfolgt werden. UebersetzungSrechte in fremde Sprachen Vorbehalten. „Du verlangst von mir ein Verbrechen, eine böse That . . . „Ich verlange von Dir keine That — nur eine Unterlassung. Reise nicht weiter mit Efraim Pardubitzer, Du erweisest ihm noch einen guten Dienst. Wenn wir ihn überfallen, wenn er allein ist, wird er keinen nutzlosen Widerstand versuchen, er wird uns das, was er bei sich trägt, ausfolgen, es wird kein gewaltsames Einschreiten nothwendig werden. Befindest Du Dich aber in seiner Begleitung, wird der Fall verwickelter. Ihr seid zwei ungewöhnlich kräftige Männer, aus Deine Unterstützung rechnend, wird er sich zur Wehr setzen. Du kannst nicht feindlich gegen uns auftreten, und wenn wir ihn auch schonen wollten, müßte er doch erkennen, daß Du mit uns einverstanden bist und," mein Vater stockte einen Augenblick, „könnte mich zwingen, wenn ich Dich nicht opfern wollte, ihn unschädlich zu machen.; denn Du wirst es begreifen, wenn er sehen würde, daß Du unthätig bleibst, während wir ihn ausplündern, würde er Dich dem nächsten Gerichte übergeben." „Den Gedanken Efraim Pardubitzer auszuplün

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