Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 36 (1895)
- Issue
- Heft 49 (20.6.1895)
- Date
- 1895-06-20
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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881 ist ein ranwi vfy pw noini b\>, ein Argument, daß alle Frieden triefenden Citate all adsuräum führt. Daß alle diese Argumente kaum diesen Namen verdienen und in derThat ja auch nur für die gedankenlose Masie berechnet sind, liegt auf der Hand. Wenn heute Leute zu einer geschäftlichen Verbindung, zu einem Consortium oder zu welcher Vereinigung sonst zusammentreten und der Einzelne steht, daß das Unternehmen nicht reüssirt, daß es nicht in den richtigen Händen liegt, daß es rückwärts statt vorwärts geht, und erklärt derselbe seinen Austritt, so wird ihn Niemand deshalb einen „Friedensstörer" nennen. Man sollte doch wohl glauben, das was anderwärts recht ist, sollte bet uns billig fein. In Wahrheit stört ja Jemand nicht den Frieden, wenn er aus einem ihm nicht entsprechenden Verbände austritt. sondern er dient dem Frieden und fördert ihn. So lange schneidende, sich gegenseitig ausschließende Gegensätze durch einen und denselben Verband zwangsweise zusammen gehalten werden, so lange stößt sich einer an dem andern, weil die Anschauung und das ganze Thun und Lassen des Einen ein Aergerntß dem Andern bietet. Was nicht friedlich mit einander leben, kann aber sehr wohl friedlich neben einander leben. Wenn die Ansichten und Gesinnungen innerlich weit auseinander gehen, dann ist in der äußeren, künstlich zur Schau getragenen Einheit kein Segen. Wer diese innere Harmonie opfert, um den Schein eines einheitlichen Zusammenlebens zu retten, dem steht eben der Schein höher als das Sein, dem gelten äußere, conventionelle Rücksichten mehr als Zweck und Ziel der jüdischen Gemeinde. Als diesen Zweck haben wir die Pflege von Thora, Aboda und Gemillut Chaffodim erkannt. Wird dieser Zweck durch die jüdische Gemeinde nicht erreicht, wird er durch sie gar verkümmert und gefährdet, dann ist es Sünde diese Verkümmerung und Gefährdung durch seine Mitgliedschaft zu sanktioniren und sie durch seinen Beitrag noch materiell zu fördern. Dann ist es Pflicht, eine solche Gemeinde selbst dann zu verlassen, wenn man mit seinen Prtnclpten auch ganz vereinzelt dasteht. Finden sich aber Gesinnungsgenossen, die derselbe Schmerz über den Verfall ihrer Gemeinde zusammenführt, dann haben sie zu thun, was sie auch thäten, wenn sie sich in einem Orte zusammenfänden, an welchem keine andere Gemeinde bislang bestand. Sie sind dann die Fortträger des Erbguts der Gemeinde Jakobs, welches die anderen pretsgegeben haben, sie sind dann die wahre Gemeinde Gottes, die sich mit der großen jüdischen Gesammtheit eins weiß, wenn sie auch zufällig an ihrem Wohnort nur eine Minorität repräsentirt. Diese Gesinnung zählt nicht die Zahl der Genossen, sie schrecken nicht die Hindernisse und Schwierigkeiten, die sich jeder Verwirklichung einer lauteren Absicht in den Wrg stellen. Sie vertraut aus Gott, der mit seinem Segen der Minorität so nah ikt als der imponirenden Majorität. Sie lebt der Ueberzeugung auf die Zukunft, in welcher auch die heute dem jüdischen Hetttgthum entfremdeten Brüder sich ihm wieder zuwenden und gemeinsam dann anstreben und erreichen werden, was heute Sache nur vereinzelter rftüD »tiv ist. Diese Entfremdung der jüdischen Gemeinden von ihrem einzigen Zwecke, hat heute schon ihren Höhepunkt längst überschritten. Trügen nicht alle Anzeichen, so liegt die Zeit nicht mehr allzufern, in welcher die Frage nach dem Zweck der jüdischen Gemeinde, die rechte Antwort selbst bet denjenigen finden wird, denen heute noch das Verständntß dafür abgeht. Literarischer Bericht. Katz, hebräische Lesefibel. Besprochen von Lehrer I. G. in O. Im Verlage der Wirth'schen Hofbuchdruckerei in Mainz ist von dem Dirigenten des Waisenhauses zu Rybnik eine Fibel erschienen, der eine Zukunft winkt. Sie bedeutet einen Umschwung in der Literatur des hebräischen Unterrichts. Die Fibel hat System, es liegt Methode in ihr. Die Lehrsätze der Pädagogik sind da trefflich zum Ausdruck gebracht. Der Grundsatz: „Für das Kind ist nur das Beste gut genug" ist überall gewahrt. Die Buchstabengrößen bieten dem Auge des Kindes Abwechslung, kurz: es ist eben alles berücksichtigt, nichts übersehen. Und nun zur Schilderung des Buches. Es besteht aus 3 Thetlen, der Leselehre, dem Uebersetzen und einem Anhang. Der Uebungsstoff besteht aus.Lese-und Uebersetzungsübung. In der Leseübung 'befinden sich einige Reihen Wörter mit Bogen und Zeichen zur Stlbentheilung und Betonung, um Lesertchttgkett zu ermöglichen. In der Uebersetzungsübung find dieselben Wörter übersetzt. Es ist kein Ballast, sondern wenige Wörter, aber in ihrer Flektierung, und das ist besonders rühmenswert. Die Buchstaben des Alphabets folgen nach ihrer Formähnlichkeit, sie sind in ein System gebracht. Der Lesestoff, der den ersten Thetl abschließt, bringt eine vortreffliche Auswahl. Der Verfasser dokumentiert, wie sich in der Beschränkung der Meister zeigt. Der zweite Theil liefert kleine Gebete zum Uebersetzen. Die Uebersetzung nimmt stets auf die Fassungskraft des Kindes Bedacht. Wo einmal ein Wort vorkommt, das bereits übersetzt war, steht statt der Uebersetzzung ein Gedankenstrich. Denke nach, wo du das