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Der Israelit · 1895-05-23 · Heft 41 (23.5.1895) · page 23

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Journal
Der Israelit
Volume
36 (1895)
Issue
Heft 41 (23.5.1895)
Date
1895-05-23
Page
– (sequence 23)
Language
German
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anbewohnbar macht, Schutzzelte zum Nachtlager für die Zöglinge zu errichten. Wir wollen hoffen, dass diese sehr beschwerlichen Vorsichtsmassregeln uns vor dem Fieber, das uns im Jahre 1893 soviel Unheil an gerichtet hat, bewahren werden. Ackerland-Betrieb. Die meteorologischen Bedingungen sind in diesem Jahre für die Cultur sehr ungünstig gewesen. Die periodischen Regengüsse haben mit Hagel begonnen und auch mit Hagel geendet. Sie sind zu Anfang und am Ende von einem starken Sinken der Temperatur, heftigen Orkanen und Wirbelstürmen begleitet gewesen. Der Regen fiel dicht und stark, derart, dass er den Boden tief aufwühlte, ihn mit Wasser sättigte und ihn für den Pflug und das Vieh unzugänglich machte. Die unfreiwilligen Feiertage sind sehr zahlreich gewesen. Gewisse Ländereien haben überhaupt nicht bearbeitet werden können. In anderen ist der Same in der Erde verfault und nicht aufgegangen. Man musste zum zweiten Male säen, aber die zweite Saat hat kein besseres Geschick gehabt als die erste. Das Unkraut allein ist erstaunlich aufgeschossen und hat den Platz des Getreides eingenommen. Ganz besonderen Schaden aber hat der Frost und der Hagel im Monate März, zu einer Zeit, wo die Weinrebe und alle Fruchtbäume schon zu treiben und zu blühen begonnen hatten, unseren Erträgen zugefügt. Alle Blumen wurden jjversengt, alle jungen Triebe beschädigt. Insbesondere stellte sich für die Weinrebe ein verhängnisvoller Rücklauf der Säfte ein, der die Erträgnisse gewaltig vermindert hat. Auch die Orangenbäume haben sehr unter der Ungunst des Wetters zu leiden gehabt. Die Fruchternte ist geschädigt worden und ein grosser Theil der Aeste eingetrocknet. In Jaffa giebt es Gärten, die fast gänzlich durch diesen Frost gestört worden sind. Je intensiver “ der Anbau in einer Wirtschaft wird, um so mehr wachsen die jährlichen Erträge und um so empfindlicher machen sich die schlechten Jahre fühlbar. Wenige Eigentümer nnr giebt es in Palästina, welche in diesem Jahre ihr Auskommen gehabt haben. Der eigentliche Aekerbaubetrieb hat einen Gewinn von 351.15 Frcs. abgeworfen. Im letzten Jahre betrug derselbe 25,890.70 Frcs. Der Vergleich fällt traurig aus. Wenn man einen Blick auf die Einuahmen und Ausgaben des Betriebes wirft, bemerkt man leicht, dass die Rechnungstitel: ,Fruchtgarten, Gemüsegarten, Baumschule“ gar keinen Gewinn ergeben haben. Die Erträge der Weinberge sind aus den angegebenen Ursachen sehr schwach gewesen, und bei dem Verkaufe unserer Weine hat sich der Ueberfluss der in Frankreich geernteten Weine und der infolge dessen eingetretene niedrige Stand der Preise sehr bemerkbar gemacht. Fast alle anderen Anpflanzungen sind ebenso missratheu. Bei unseren Pächtern hat es vollständig an Getreide gefehlt. Die unter dem Rechnungstitel „Pachtertrag“ vermerkte Summe stammt hauptsächlich aus dem Gewinn vom Grase her, das von selbst aufgeschossen ist, und welches wir trocknen und von unserem Vieh verzehren Hessen. In unseren direkten Anpflanzungen ist die Gerste gutgerathen, das Getreide erträglich, das Viehfutter und die Wassermelonen sehr schlecht. Der Gewinn aus den Ställen ist gering gewesen, weil wir eine Kuh aus Damaskus verloren haben, die Mehrzahl der Kühe nicht geworfen hat, und infolge dessen die Milchproduktion keine reichliche gewesen ist. Der von uns in diesem Jahre angestellte Versuch einer Beholzung auf den Bergen Isaac und Sara ist vollständig geglückt. Auf ersterem Hügel haben wir harzerzeugende Holzarten gepflanzt; der andere Hügel ist mit Eukalyptus, Ailantheea, Sophoras und Robinien bepflanzt worden. (Schluss folgt.) Nachrichten aus den jüdischen Kolonien. (II. Fortsetzung.*) Aus der Kolonie Chedere wird über das Ergebniss der Ernte von Landfrüchten und Wein im Jahre 5654 Folgendes berichtet: Botkowsky aäete 10 Keli*) Gerste, u. hatte als Ertrag 65 Keli. London „ 12 „ w N „ 62 „ 8 „ Weizen „ 12 Semesnoff 8'/, „ Gerste „ n 90 Uhankin „ 25 „ „ » „ „ „ 180 » 8 . Weizen „ " " 30 *) 8. Nr. 550. *) Ein Keli — 2 Mudd 36 Liter. Die erwähnten Kolonisten säeten auch ein wenig Sesam und pflanzten etwas Kartoffeln an. Die Erträgnisse des ersteren sind noch nicht bekannt, da der Sesam noch nicht geschnitten wurde, während die Kartoffeln sieben- bis achtfältig trugen. Auch Melonen wurden gesäet, die aber vollständig missrathen sind, nur bei Herrn Semesnoff hat sich eine so reichliche Ernte ergehen, dass er für den Ertrag über zwanzig Dnnam (ls/4 ha.) 800 Frcs. erlöst

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