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Der Israelit · 1895-05-20 · Heft 40 (20.5.1895) · page 6

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
36 (1895)
Issue
Heft 40 (20.5.1895)
Date
1895-05-20
Page
– (sequence 6)
Language
German
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^.- vrv^>T- W’J^STT Vr r> 756 Allem Anscheine nach ist der Mörder geisteskrank, denn aus Befragen gab er an, daß der Ermordete ihn stets höhnisch angelächelt und alle Juden gegen das Geschäft seines Vaters aufgehetzt habe. Der Mord geschah mit einem Tranchirmesser; es wurde dem Unglücklichen mit solcher Gewalt in die Brust gestoßen, daß es trotz aller Anstrengungen nicht gelang, das Messer aus der Wunde zu ziehen. Die Kuranstalt für arme Israeliten in Bad Soden a. T. schließt mit dem diesmaligen Jahresbericht das erste Deeennium. Mit 50 Patienten wnrde sie vor 10 Jahren eröffnet und zeigte oon Jahr zu Jahr eine je steigende Zunahme, bis sie im Jahre 1894 die stattliche Zahl 192 erreichte. Was die Anstalt in diesen Jahren geleistet, welche Anzahl von armen, bedauernswerthen Kranken Besserung und Heilung ihrer Leiden in ihr gefunden, das zu beurtheilen vermögen neben den Pfleglingen'Ielbst nur diejenigen, die sich der Mühe unterzogen, die Anstalt während ihrer Thätigkeit aufzusuchen und die Fortschritte im Gesundheitszustände der Kranken persönlich kennen zu lernen. Der schon im vorjährigen Berichte erwähnte Etagenbau über dem Speisesaal wurde im vergangenen Sommer fertiggestellt und bereits bei Eintritt der kälteren Jahreszeit von den Wintergästen, die diesmal die Zahl 16 erreichten, in Gebrauch genommen. Sechs schöne luftige Zimmer mit freiem Ausblick auf die herrliche Umgebung des Kurorts sind beschaffen und zur gleichzeitigen Aufnahme von zehn Patienten geeignet. Den ganzen Neubau umgibt eine hübsche Veranda, die auch bei schlechter Witterung den Kranken den Aufenthalt im Freien gestattet, wie überhaupt die ganze Einrichtung in jeder Beziehung den neuesten Erfahrungen auf dem Gebiete der Hygiene Rechnung trägt. Trotz des wiederholten warmen Appells an den nie versiegenden Wohlthätigkeitssinn unserer Glaubensgenossen, entsprechen auch diesmal die Spenden nicht entfernt den Anforderungen, welche die große Patientenzahl an die Anstalt stellte, sodaß wieder eine große Anzahl Hilfesuchender zurückgewiesen werden mußte. Möge daher der Beginn des zweiten Jahrzehnts der Anstalt recht viele Gönner und Wohltbäter zuführen und ihre bisherigen Freunde zu erneuter Thätigkeit anfachen in dem süßen Bewußtsein, an dem Vau eines Liebeswcrkes thätig zu sein, das von^ keinem anderen übertroffen wird. Aus Württemberg, 5. Mai. Rabbiner' Kirchenrath Herz in Göppingen, der im verflossenen Jahre seinen 80. Geburtstag und damit sein 50jähriges Dienstjubiläum als Rabbiner in Jebenhausen - Göppingen feierte, wurde in den Ruhestand versetzt. — Herr Oberlehrer und^Waisenvater Stern in Eßlingen wurden aus Anlaß' seiner silbernen Hochzeit verschiedene Ehrungen und Ovationen entgegengebracht. Seine Gemeinde überreichte ihm als Zeichen ihrer Hochachtung und Dankbarkeit ein sehr werthvolles Geschenk, und der Anschluß des israelitischen Lehrervereins, dessen Vorstand Herr Stern seit vielen Jahren ist, sowie der Verwaltungsausschnß des israelitischen Waisenhauses widmeten ihm Glückwunsch-Adressen. An der Festesfeier betheiligten sich außer der engeren und weiteren Familie des Jubelpaares auch der Rabbiner^Kirchenrath Dr. Krön er und Dr. Stößel, israelitische und christliche Kollegen und Freunde des Gefeierten. Verschiedene Toaste würdigten die Verdienste des Jubelpaares, dem Gott noch viele Lebensjahre in Gesundheit und Heiterkeit schenken möge. Wien. Dem Jahres-Bericht vom Verein zur Unterstützung armer kranker Israeliten in Wien von 1894 entnehmen wir: Wenn wir diescsmal einem günstigeren Cassaresultate gegenüber tehen, so bleibt uns immer noch viel für die Zukunft zu thnn übrig und bitten wir daher unsere Glaubensgenossen, uns deren wirksame Unterstützung auch weiter angedcihen zu lassen. Wir statten unseren geehrten Gönnern und Wohlthätern hiermit unseren besten und wärmsten Dank ab und geben so wie im Vorjahre auch diescsmal der Hoffnung Ausdruck, im nächsten Berichte s. G. w. wieder von einer Besserung unserer Lage berichten zu können. Wir constatiren die ermuthigcnde Thatsache, wonach das Deficit, mit welchem das vorangegangene Vereinsjahr abgeschlossen, in unserem dermaligen Rechnnngsberichte bereits wesentlich verringert erscheint. Dem Deficitbetrage pr. 1893 pr. fl. 2147.89 steht diesmal bloß ein solcher von fl. 1327.04 gegenüber. — Immerhin ist aber ein Fehlbetrag von fl. 1327.04 für unser verhältnißmässig bescheidenes Budget noch groß genug. Die Besserung unserer finanziellen Situation ist auf die Erhöhung der Einnahmen in allen Positionen zurückzuführen. Herrtttsrva. David Speier. Historischer Koma» aus der Zeit des dreißigjährigen Krieges von S. Koh«, Verfasser von „Gabriel". Jeder unbefugte Nachdruck wird mit aller Strenge verfolgt werden. Uebersetzungsrechte in fremde Sprachen Vorbehalten. 2.) Eine aufftcigcnbe Blutwelle färbte Schmiedls Wangen dunkelbraun tmd er crwiederte mit schwer unterdrücktem Zorn: „Herr Graf, ich bin schon zu alt um von einem jüngeren Offizier noch Belehrung anzunehnren. Ich stehe jetzt schon ein Drittel Jahrhundert im Dienste des erlauchteir Erzhauses. Herr Graf, Ihr lagt noch in den Windeln als ich — ich diente damals bei der Reiterei — mit bei der Abtheilung des Regimentes Dampierre war, welche durch ihr unerwartetes Erscheineil in der Wieiler Hofburg, Kaiser Ferdinand vor der Bcrwaltigung durch die oberösterreichischen protestantischen Stände, rettete." „Ich bitte meine unbedachten Worte zu entschuldigen, Herr Oberstlieutenant", meinte Waldstein „es liegt das in meinem heißen Bütte. Wenn es mich drängt etwas auszusprechen vermag ichs nicht zu unterdrücken, eilt angeborener ererbter Fehler, den ich beim besten Willen nicht abzulegen vermag." „Ich würde rathen", fuhr Schntiedl fort, „uns

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