Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 36 (1895)
- Issue
- Heft 39 (16.5.1895)
- Date
- 1895-05-16
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2446951-2448559-2448597--40761-2489688- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
XXXVI* Jahrgang. Erste Beilage ju M 39 Des „Israelit". ZeitnngSnochrichte« und Correspondenzen. Deutschland. Berlin im Ma*. In der „Wirtschaftlichen Vereinigung" des Reichstags wurde heute ein ausführlicher, in 15 Paragraphen gegliederter „Gesetzentwurf, betreffend die Herstellung, den Handel u. Verkehr mit Butter, Butterschmalz, Schmalz, Mar» garin, Kunstspcisefetten und Käse" einstimmig angenommen. Der Gesetzentwurf soll sofort im Reichstage eingebracht werden. Memel, 8. Mai. (Russisch-jüdische Auswanderer.) Mtt dem heutigen Nachmittagszuge trafen von Bajohren in vier Waggons nicht weniger als 120 russisch-jüdische Auswanderer hier ein. um alsbald mit dem um 2 Uhr 46 Minuten abgehenden Zuge über Berlin nach Hamburg weiter befördert zu werden. Die Auswanderung scheint demnach in diesem Frühjahr hinter derjenigen der vergangenen Jahre nicht zmückbleiben zu wollen. Hamburg, 12. Mai. Der Israel. Stellenvermittelungs-Verein zu Hamburg hielt am Montag, den 6. Mat, Abends 84/2 Uhr im „Continental HStel" seine diesjährige Generalversammlung ab. Der Vorsitzende erstattete den Jahresbericht und hob zunächst hervor, daß der Vorstand nach wie vor bemüht bleibe, die Thätigkeit des Vereins auch auf die Vermittelung von Handwerkerstellen auszudehnen; er hoffe, daß wir recht bald zu einem Resultat kommen werden. Was die bereits in der vorigen Generalversammlung besprochene Frage der Versicherung gegen Stellenlosigkeit anbetrifft, so habe sich der Vorstand eingehend mit dieser Frage beschäftigt. Man sei zu der Ueberzeugung gelangt, daß eine Stellenverstcherung sich nur in großem Maßstabe durchführen laffe; es seien deshalb auch Unterhandlungen behufs Vereinigung der drei in Deutschland bestehenden Stellenvermtttelungsvereine angeknüpft, welche voraussichtlich zu einem befriedigenden Resultat führen werden?) WaS die materiellen Erfolge des Vereins im Geschäftsjahr 1894 anbelangt, so waren 347 Bacanzen gemeldet, denen aber nur 203 Bewerber gegenüberstanden. Von diesen erhielten durch Vermittelung des Vereins 75 Bewerber einen Platz, nämlich 44 Commis, 28 Lehrlinge, 1 Lehrmädchen und 2 Austräger; der Vorsitzende giebt alsdann noch einen Überblick über die verschiedenen Branchen. Dieses Resultat, *) ES ist nur zu bedauern, daß die Verhandlungen sich so außerordentlich in die Länge ziehen und daß man seit Jahr und Tag über einen Fortschritt in dieser Angelegenheit nichts zu hören bekommt. Red. welches 37«/o der gemeldeten Bewerber bedeutet, ist um so mehr als ein günstiges zu bezeichnen, alS der „Verein für Handlnngs-CommiS" von 1858 „nur 27°Io der b.i ihm gemeldeten Bewerber besetzen konnte. Was die pccuniären Verhältniffe des Vereins anbelangt, so stellten sich dieselben im verflossenen Geschäftsjahr wie folgt: An Beiträgen von Mitgliedern und einmaligen Spenden wurden Mk. 1228,30 vereinnahmt, was mit dem Saldo vom vorigen Jahre von Mk. 259,93 eine Einnahme von Mk. 1488.23 ergibt, demgegenüber Ausgabe von Mk. 1006,79 stehen so daß ein Saldo von M. 391,44 verbleibt. Bet dieser Gelegenheit sei noch kurz auf die von unserem Verein eingeführte Neuerung aufmerksam gemacht, daß wir Beiträge von sämmtltchen auswärtigen Mitgliedern, durch Postnachnahme einziehen werden. Die Mitgliederzahl beträgt 316 resp. 352, wenn man die seit Beginn des Jahres eingetretenen, aber erst vom 1. April ab zahlenden Mitglieder mit hinzurechnet. Bei Punkt 2 der Tagesordnung werden die aus dem Vor stände aus scheidenden Herren Mor. Heimann, W.Pels und Mor. S. Wolfs per A:clamation wiedergewählt. Kempe«, 12. Mai. Ein altes talmudifcheS Wort sagt, daß wenn jemand willkürlich für todt gesprochen wird, ihm ein langes Leben beschieden ist. In Ihrer Nr. 37 ist von hier ein derartiger Fall verzeichnet. Unser allverehrter Rabbinats - Assessor R. Nißel Dziolowski befindet sich, Gott sei Dank, im besten Wohlsein; möge er zum Wohle seiner Familie, zum Gedeihen seines Beamtenkreises und zur Zierde des ganzen Judenthums uns noch recht lange erhalten bleiben. W VD1 H (Wir bedauern eS sehr, daß wir einer Mystification zum Opfer gefallen sind. Red.) Düsseldorf, 13. Mai. Zur Richtigstellung der in Nr. 36 Ihres gesch. Blattes gebrachten Notiz auS Düffeldorf betr. Herrn Zivi ist zu bemerken, daß die Synagogengemeinde in Düffeldorf bisher den Titel Ober-Cantor noch nicht verliehen hat, daß jedoch Herr Zivi in Anbetracht seines Bildungsganges und seiner Leistungen und schließlich seines Gehaltes thatsächlich die erste Cautor-Stelle einnimmt. Dr. Mayer, Vorstandsmitglied. Oesterr.-Ungar. Monarchie. Wie«, 7. Mat. Am 28. v. M. fand die General-Versammlung der „Israelitischen Allianz"