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Der Israelit · 1895-05-16 · Heft 39 (16.5.1895) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
36 (1895)
Issue
Heft 39 (16.5.1895)
Date
1895-05-16
Page
– (sequence 6)
Language
German
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730 o”njyBb**D und als Mitglied des Vorstandes ein guter Freund und Verwandter des Verstorbenen, Vnn?y mo, besonders ergreifende und die Trauerversammlung tief erschütternde onvon. Wir schließen unfern Bericht mit dem Wunsche, daß der Allvater im Himmel uns vor solchen Verlüsten behüten und die Worte nxib non yte sich baldigst bewahrheiten mögen. n"3»jn. H. Lö.r. Schweiz. Basel, 12. Mat. Der Vorsteher der hiesige« Gemeinde, Hcrr Samuel Dreyfus-Neuma«», feierte mit seiner Gattin in körperlicher und geistiger Rüstigkeit das seltene Fest der goldenen Hochzeit. Ein ihm von der tsrael. Gemeinde angebotenes Fest hatte der Jubilar in seiner Bescheidenheit abgelehnt, und so wurde der Tag nur im engsten Famtlien- und Freundeskreise gefeiert. Herr Rabbiner Dr. Cohn hob in seiner Ansprache die großen Verdienste deS Jubilars um die Israel. Gemeinde hervor, die während seiner mehr als 30jährigen Amtsführung von 12 auf circa 300 Familien angewachsen sei. Auch sei es vornehmlich sein Verdienst, wenn diese große geeinigte Gemeinde auf dem Boden des orthodoxen Judenthums stehe. Der Jubilar dankte gerührt und in bewegten Worten. Gottes Gnade habe ihm seit seiner frühesten Jugend wunderbar geholfen, und habe ihn auch so manche schwere Heimsuchung getroffen, so habe Gott ihm die Kraft gegeben, sie zu überwinden. Nicht sein Verdienst, sondern das Verdienst frommer Elter« sei ihm zur Seite gestanden. Er ermahnte schließlich seine Kinder und Enkel zur Gottesfurcht und Wohlthätigkeit. — Zahlreiche Geschenke und zahllose Telegramme waren bei dem Jubelpaare eingelaufen. Besonders hervorzuheben ist, daß nicht nur die ersten hiesigen Bankhäuser, mit denen der Jubilar in Geschäftsverbindung steht, und die Alliance Jsraeltte, zu deren Centralcomitee er gehört, sondern auch die Regierung des Cantons Basel, vertreten durch ihren Präsidenten, den Vorsteher deS Polizei- Departements, Regierungsrath Julin, und der hiesige Bürgerrath, gleichfalls durch seinen Präsidenten vertreten, ihre Glückwünsche aussprachen und werthvolle Ehrengaben übermittelten. — Möge das Jubelpaar noch recht lange zu segensreichem Wirken erhalten bleiben. -£• -Vermischtes. Wrefchen, 1. Mai. Heute sind 25 Jahre verflossen, seit Herr Lehrer Wolff sein Amt als Rendant der hiesigen israelitischen Gemeinde übernommen hat. Wir gratuliren dem pflichttreuen Beamten von ganzem Herzen und wünschen ihm auch für seinen ferneren Lebensweg das höchstmögliche Glück. Fenilleto«. David Speier. Kiflorislyer Koman au» der Zelt der dreWjiihrlgea Arier» von S. Kohtt, Verfasser von „Gabriel". Jeder unbefugte Nachdruck wird mit aller Strenge verfolgt werden. UebersetzungSrecht« in fremde Sprachen Vorbehalten. Erstes Kapitel. Schon fast drei Decennien hatte der längste furchtbarste Krieg, den die Menschheit kennt — den dreißigjährigen nennt ihn die Weltgeschichte — gedauert. Er hatte am 23. Mai 1618 in Prag, mit der Empörung der ständischen Herren, mit dem bekannten Fenstersturze der kaiserlichen Statthalter Martinitz und Slavator begonnen und hatte nach und nach fast ganz Europa in seinen unheilvollen Strudel hineingezogen. Während der Dauer desselben waren viele Monarchen, welche den Krieg begonnen hatten, aus dem Leben geschieden und hatten ihren Nachfolgern die Fortsetzung desselben als traurige Erbschaft überlassen. Während der Dauer des langen Krieges, waren die verschiedenartigsten Allianzen eingegangen und wieder gelöst; ehemalige Feinde waren Verbündete, ehemalige Verbündete waren Feinde geworden. Es hatten sich im Laufe der Zeiten die verschiedenartigsten Combinationen und Configurationen gebildet. In den: Kampfe, in welchen: sich ursprünglich die beiden christlichen Bekenntnisse, das alte und das neue in glühender Feindschaft gegenüberstanden, hatte sich der aller christlichste König von Frankreich mit dem lutherischen König von Schweden und dem Großtürken, gegen den r ö m i s ch e n Kaiser und apostolischen König von Ungarn verbunden. Alle bösen Leidenschaften, welche geeignet sind die Weltordnung zu zerstören, die Menschheit zu vernichten: Fanatismus, Herrschsucht, Ländergier, Ehrgeiz, waren zu wilder, verzehrender Flamme entfesselt worden. Riesenströme Blutes waren vergossen, hunderttausende Menschenleben geopfert, Zahllose, ihrer gesunden Gliedmaßen beraubt, hunderttausende Familien ins Unglück gestürzt, Milliarden Werthe vernichtet, weite blühende Länderftrecken in Wüsteneien verwandelt, die Schrecknisse des Krieges über ganz Europa verbreitet, der Fortschritt der Menschheit um Jahrhunderte zurückgeworfen und trotz alledem von keiner der kriegführenden Partheien ein so entscheidendes Resultat erzielt worden, daß es die andere zum Frieden gezwungen hätte. Das jüngere Geschlecht kannte die Friedenszeit nur aus den Erzählungen älterer Leute und diese verzweifelten schier daran, je wieder geregelte Verhältnisse eintreten zu sehen.

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