Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 36 (1895)
- Issue
- Heft 37 (9.5.1895)
- Date
- 1895-05-09
- Page
- – (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
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87 Unsere sämmtlichen Vortrags werden durch eine wohlverseheue Bibliothek und ein gut ausgestattttes Laboratorium unterstützt. Ein gewaltiger Saal von elf Meter Länge zu fünf Meter Breite, der hoch, geräumig und gut gelüftet ist, enthält auf der einen Seite die Bibliothek und auf der anderen Seite das Laboratorium. (Fortsetzung folgt.) -<*»- Bericht über die Thätigkeit des Kolonisations-Comites in Odessa in der Zeit vom 9. Ijar 5650 bis zum 12. Ijar 5653 (16. April 1890 — 15. April 1893) (III. Fortsetzung*.) Die Thats&che, dass schon jetzt einige Familien, ca. 10 dieser Lohnarbeiter sich in der Ackerbaukunde bewährt, sich in einer gemeinsamen Kasse von ihrem täglichen Lohne 8000 Fr cs. zum Ankauf von Land erspart haben, dass ferner sich ein Zweig-Verein, zwecks Unterstützung der in Syrien und Palästina bediensteten Feldarbeiter, in Kischineff gebildet, und dass die „"HUT *33“-Kolonisten, indem sie selbst der Unsterstützung benöthigen, sich geneigt zeigen, Parzellen ihres Bodens diesen Lohnarbeitern abzutreten, gewährt dem Verein die Mittel, die Lohnarbeiter nach dem angeführten Modus zu richtigen Kolonisten stufenweise zu erheben. Die Berathungen des Oentral- Comitäs befinden sich nun im Vorstadium, und erwartet dasselbe noch weitere Informationen seitens seines Executiv-Comites, um dann die Angelegenheit der für Lohn arbeitenden Ackerbauer definitiv zu regeln. Auch in Betreff der Handwerker haben die Vorschläge des neuen Executiv-Comites gute Früchte getragen. Genau den oben angegebenen Normen für die Wahl der zur Unterstützung nutzbringend befundenen Gewerbe entsprechend, ist das Augenmerk des Central-Comit6s auf vier zehn Handwerker gelenkt, die nach Ausspruch des Executiv-Comites nicht allein einer Unterstützung bediii ftig, sondern einer solchen auch würdig sind, und ihnen aus dem für Handwerker in den Kolonien von Herrn W. Wissozki gegründeten Fond, und aus dem zu Gunsten der Lohnarbeiter gesammelten Vereinsvermögen Unterstützung gewährt. Gleichzeitig mit der Regelung der Frage der materiellen Lage eines grossen Tiieiles der Kolonialbevölkerung war das Central - Comite weiter bemüht, sowohl den fünf Hauptkolonien, über welche, nach der Reihenfolge ihrer Entstehung, hier des Näheren berichtet werden soll, als auch manchen Kolonisten aus den anderen Ansiedelungen, nach den vorhanden gewesenen disponiblen Mitteln Hilfe angedeihen zu lassen. II. Hilfsaktion für die Kolonien. . r L .“nrr und mpn nne- Die Kolonie mpn NNO uiit ihrer Schwester- (* S. Nr. 544. kolonie 'miT hatten in den ersten Jahren ihrer Begründung eine sehr leidensvolle Geschichte zu verzeichnen. Der Flächengehalt, auf welchem diese älteste Kolonie, eine Meile weit von Jaffa, am Flusse al Ad sehe, in der Ebene Saron belegen, ist im Jahre 1878 von einer Association aus Jerusal em und Jaffa stammender Juden in einem Umfange von 3200 Dun am für den Preis von 22000 Frcs. angekauft worden. Ihre Ackergeräthe waren primitiver Art, und der Viehbestand spärlich; ein Weidenzelt für die Menschen, ein enger Stallraum für die Thiere musste genügen. Die Kolonisten lebten getrennt von ihren Familien, weil keine Räumlichkeiten in der Kolonie vorhanden waren, wo sie untergebracht werden konnten. Die Landwirtschaft wurde dadurch von nur sehr Wenigen betrieben, der weit grössere Theil der Bodenbesitzer kehrte in die Stadt zurück. Die gemeinsame Kasse, in welche jeder Kolonist 1000 Fr cs. Einlage zum Ankauf von Utensilien gemacht hatte, diente nur dazu, den Zurückgebliebenen 30 bis 50 Frcs. monatlich zu zahlen. Aber auch diese kleine Schaar hielt nicht Stand. Die verweichlichten Städter konnten die Strapazen der Feldarbeit kaum ertragen, die Produkte ihrer Landwirtschaft waren von ganz minimalem Werte, alle waren sie bis auf’s Hemd arm geblieben, und auch ihr Letztes hatte der Boden verschlangen. Fremd unter barbarischen Nachbaren, auf einem Miasmen erzeugenden, ungesunden Striche Landes lebend, sahen sie sich durch das Klima einerseits, durch die Plackereien mit den Arabern andererseits vor eine sehr unsichere Zukunft gestellt. Die Willkür des ottomanischen Beamtentums, der Mangel an Rechtssicherheit, die Gier nach dem Bakschisch (Trinkgeld) bedrängten sie allerseits. Sie schrieben das Misslingen des Unternehmens und die fortwährende Gefahr, ihr Besitztum plötzlich im Stiche lassen zu müssen, nicht mit Unrecht ihrer äusserst geringen Anzahl zu. Aus dieser Erwägung beschlossen 1879 sämmtliche Theilhaber, noch eine weitere Fläche Landes von 11000 Dunam, die dem Dorfe Alembesch gehörte, anznkaufen, sie in 100 Parzellen, 80 Dunam pro Parzelle, zu teilen und Käufer für dieselben zn suchen. Das Ange-