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Der Israelit · 1895-05-09 · Heft 37 (9.5.1895) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
36 (1895)
Issue
Heft 37 (9.5.1895)
Date
1895-05-09
Page
– (sequence 2)
Language
German
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696 wiederholt, entsprechend den 40 Tagen, während welcher die Thora gegeben wurde und ist dann erst vor seinen Lehrer Rabbi Jochanan hingetreten. Rab Adda bar Ahaba hatte einen Satz der Mischnah erst 24mal sich wiederholt, entsprechend den 24 Büchern der heiligen Schrift und trat dann erst vor seinen Lehrer Raba (Talmud Taanith sol. 8.) (Der Hinweis auf die 40 Tage, während welcher die Thora Moscheh übermittelt wurde und die 24 Bücher der heiligen Schrift dürsten in dem hier betonten Zusammenhang sagen wollen: Ohne wunderbare, übernatürliche Mitwirkung Gottes ist es nicht denkbar, daß Jemand die ganze Thora in ihrem vollen Umfange innerhalb 40 Tage sich aneignen könne. Müssen wir somit diese göttliche Förderung und Unterstützung voraussctzen, so hätte es wiederum keiner 40 Tage bedurft und ein einziger Tag bätte schon genügt. Hat aber Gott trotzdem seine Thora in 40 Tagen Moscheh gegeben, so hat er damit das, was er ihm auch in einem Tage hätte geben können, zur 40 maligen Wiederholung und Wiedererwägung hingegeben, und damit alle Jünger der Thora auf dieselbe Beharrlichkeit für die Aneignung der Thora htngewiefen. — Dasselbe tritt uns auch in der 24 fachen Gliederung unseres heiligen Schrfftthums entgegen. Es ist doch eine und dieselbe Wahrheit, welcher der erste und letzte Prophet Ausdruck gicbt. Tritt sie uns dennoch in vterundzwanzigfach verschiedener Form entgegen, so liegt darin für uns der Sporn, die göttlichen Thoraussprüche ebenso oft uns zu reproduciren und sie immer wieder unter anderem Gesichtspunkt zu erfassen und sie uns auf diese Weise uns unverlierbar zu erhalten.) Wir sind in diesem Sinne alle D'Dsnn ^tb dhist oder sollten es dock wenigstens sein. Und zwar nicht nur der zeitgenössischen mit uns lebenden und uns persönlich belehrenden Weisen, sondern auch der längst Heimgegangenen, aber durch ihr uns verbliebenes Wort in unverwirklicher Frische unter uns fortlebenden crcnn. Es ist das sowenig eine Hyperbel, daß diese Auffassung sogar in der reltgtonsgesetzlichen Praxis Anwendung findet. Aus dem (Schulchan Aruch Jore Dea Cap. 242. § 4) codificirten Verbote in Gegenwart des Lehrers reltgionsgesetzliche Entscheidungen zu treffen, wird als selbstverständliche Conftguenz die Pflicht geknüpft, keinerlei reltgionsgcsetzliche Entscheidung auszusprechen ohne zuvor unsere Codices darub.-r befragt zu haben 2^p2 itstPsna ühbdn dd dn lyroan h denn unsere Lehrer sind eben die Bücher, die innerhalb Israels verbreitet sind." yn Dpjr nav n"ir (TD '»D und rHBD ffN-Q OHJID HDD cittrt von ne zum a. o. — Man vergleiche auch Schulchan Aruch O. CH. Cap. 131 8 2. und ynnv: irw * ’BK by inv'h fcOD'DD W« KT mm TBDD H'TI DHBD wonaT wm) Alle die zu den Füßen der Weisen sitzend, an ihrem unsterblichen Munde hängen, lassen sich somit in vier Klassen vertheilen. Die einen gleichen dem Schwamm, der alles aufnimmt. Wer sonst in dieser Zeitlichkeit, wo Korn und Spreu, Schein und Sein, Wahrheit und Täuschung nebeneinander und oft mit einander verschlungen auftreten, alles prüfungslos hinnehmen wollte, der wäre ein tst ^1'vK' 'ns einer, der allen äußeren Eindrücken widerstandlos zugänglich ist, und würde als solcher nichts weniger als weise handeln. Es giebt viele solcher Schwamm-Menschen, die nicht die Einsicht und meistens nicht den Muth eines eigenen Urtheils haben, die daher alle Ansichten, Anschauungen, Urtheile und Standpunkte ruhig hinnehmen, welche ihnen im täglichen Verkehr begegnen. Während hier Gedankenlosigkeit und oft auch Charakterlosigkeit, jedenfalls aber eine Lrbensgemachlichkeit vorltegt, die keiner Ansicht auch nur den Schein einer Opposition entgegenbringen möchte, um es mit allen zu halten und es mit Niemand zu verderben, sind gerade Alltags- Menschen dieses Schlags gern geneigt ihr Müthchen an unseren Weisen und ihren Aussprüchen zu kühlen. Hier haben sie ja keine Ungunst ihrer Umgebung zu fürchten, hier haben sie ein Gebiet, auf dem sie ihr kritisches Roß ungenirt tummeln können. Diese haben nie zu Füßen der Weisen gesessen, sie haben nie das lautere schlackenreine Gold, das jene uns in silbernen Schaalen reichen, zu würdigen verstanden. Eine nach Jahrtausenden zählende Erfahrung bürgt für die Wahrheit dessen, was sie bieten, wie noch keines ihrer Worte unerfüllt zu Boden gefallen ist. Hier würde die Kritik und der Widerspruch ein bedenkliches Licht auf den Kritiker fallen lassen. Hier ist alles rein und edel, wahr und gut. Selbst D'Dsn H’cVn bv ]’^n ni-np, das nicht in der Absicht zu lehren gesprochene Wort ist voller Gedankentiefe und reich mit bedeutsamem Werth für das Leben ausgestattet. Wie für den Chemiker Moleküle die Bedeutung von großen Körpern haben, wie der Botaniker kein Unkraut kennt, so saugt derjenige, der die bewährte Weisheit, welche hier geboten wird, zu würdigen weiß, gierig wie der Schwamm alles in gleicher Werthschätzung aus. r-iN jbidbt jpbd^> non re» ircff Tt^n tdik m . (n"v ‘p ipy hdd) bn „Das ist der vollendete Schüler, der dem Schwamm gleich in sich aufnimmt." Die anderen gleichen dem Trichter, der hier ausnimmt und dort von sich giebt. Wer sich wirklich zu Füßen der Weisen ntedersetzt, um

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