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Der Israelit · 1895-05-02 · Heft 35 (2.5.1895) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
36 (1895)
Issue
Heft 35 (2.5.1895)
Date
1895-05-02
Page
– (sequence 9)
Language
German
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XXXVI. Jahrgang. Erste Beilage ju 35 des „Israelit". Literarische Berichte. ISOOjähriger Parallel - Kalender der jüdischen und christlichen Zeitrechnung 4561—5757 800—1996 nebst neuen Formeln zur vollständigen Berechnung des jüdischen Kalenders. Für wissenschaftliche und rituelle Zwecke bearbeitet von Dr. MaxStmon, Seminarlehrer. Berlin 1895. M. Poppelauer's Buchhandlung. Preis 1 M. Unter den neuesten Erscheinungen auf dem Gebiete der Kalender-Literatur, deren Hauptzweck ist, die Kenntniß des jüdischen Kalenders zu popularistren und sein Berhältniß zum christlichen Kalender klarzustellen, verdient auch vorliegende Schrift die Beachtung und Würdigung aller, an welche je die Nothwendigkeit herantritt, zu wissenschaftlichen oder rituellen Zwecken für jüdische Daten die entsprechenden christlichen oder für christliche die entsprechenden jüdischen feststellen und deren Wochentage bestimmen zu müffen. Wenn nun schon für den Gelehrten und Fachmann diese Arbeit immerhin mühevoll und zeitraubend ist, so steht der Laie oft rathloS da, wenn er das jüdische Datum für die Bar-Mizwah des Sohnes oder die Jahrzeit geliebter Eltern und ähnliche Vorkommnisse des Lebens aus dem christlichen Datum ermitteln will. Jedes Hilfsmittel zur Erleichterung dieser Arbeit verdient daher mit Freuden begrüßt zu werden. Als ein solches aber muß Referent aus vollster Ueberzeugung und selbst auf die Gefahr hin, seinem jüngst erschienenen und denselben Zwecken dienenden „Tausendjährigen Umrechnungs-Kalender" Concurrenz zu machen, die vorliegende Schrift bezeichnen. Der durch verschiedene Werke und in Fachschriften veröffentlichte Artikel über das Kalenderwesen bekannte Herr Verfasser hat es verstanden, auf dem engsten Raume und in sehr übersichtlicher Weise alles das zusammenzustellen, was bei der Umrechnung jüdischer und christlicher Daten für den Zeitraum von 800 bis 2000 d. g. Z. mittels einer einfachen, leichten im Kopfe auszuführenden Rechenoperation nach einer ganz neuen, originellen und sinnreich angelegten Tabelle zu wissen nöthig ist. Für den praktischen Zweck dürfte nun dieser Theil allein schon vollständig ausreichen, aber auch die Wissenschaft sollte nicht leer ausgehen. Daher werden die Kapitel „Zur Berechnung des jüdischen Kalenders," „Begründung der im Vorangehenden ausgestellten Formeln und Regeln," welches Kapitel nach Muster der Gauß'schen Osterformel eine neue Formel zur Berechnung des 1. Ttschri aufsiellt, sowie die Erweiterung der Tafeln" für die außerhalb des Rahmens derselben liegenden vorhergehenden Jahre den Fachmännern besonders höchst willkommen sein. Wenn schließlich noch hervorgehoben werden kann, daß dem inner« Werthe der Schrift auch die vorzügliche typographische Ausstattung entspricht, so darf Referent dieselbe jedem Gebildeten auf's Wärmste empfehlen. ReeS a. Rhein, 18. März 1895. L. Cohen. * q- * Herr Bezirksrabbiuer Dr. L. Schleßinger in Bretten sandte zum Peßachfeste wiederum zwei synagogale Festvorträge an die Gemeinden seines Rabbinatssprengels, welche sich durch gediegenen, echt jüdischen Inhalt und Allgemeinverständltchkett (Popularität) auszeichnen. Die Rede für den 1. Tag Peßach führt, mit entsprechender Uebertragung auf die Schicksale Israels der neueren Zeit, den höheren Zweck der einstigen Befreiung aus Egypten uns vor Augen; diejenige für '? enthält die Erinnerung an *pD d> nynp und wird in derselben eine entsprechende talmudtsche Agada schönstens erörtert. Zeitnrrgsnachrichlrn Cvrrespvudeuzeu. Deutschland. Berlin. Die Israelitische Volksküche, Klosterstraße Nr. 99 hat, wie wir an anderer Stelle bereits berichteten, ihre Thätigkeit am 20. April unterbrechen müffen, um dieselbe nach Fertigstellung des neuen Heims. Gormannstraße Nr. 3 wieder zu eröffnen. Die Verwaltung hat im Interesse ihrer Pflegebefohlenen alles Mögliche aufgeboten, um Jntertmsräume zu miethen; eS war dies aber unmöglich, weil niemand aus Rücksicht für seine übrigen Miether die Räume für diesen Zweck hergeben will; selbst in ganz alten Häusern der Neuen-Friedrtchstraße, oder sonst wo, waren dieselben für keinen Preis erhältlich. Es bedurfte großer Mühe, um die Vermiether zu bewegen, wenigstens bis über Peßach, den am 1. April abgelaufenen Contract zu verlängern, um die Armen während der Feiertage zu verargen, und ihnen mit gewohnter Weise den Seder , jeden zu können. Welch ein Glück, daß die Verwaltung es verlanden hat, in dieser kurzen Zeit des Bestehens außer den großen Leistungen der Frei-Speisung Tausender von Armen, noch ein Bau-Fonds anzuschaffen, der eS ermöglichte an die Beschaffung eines

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