Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 36 (1895)
- Issue
- Heft 34 (29.4.1895)
- Date
- 1895-04-29
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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647 beaa&It, da er hier ein Landgut mit Schloß besessen. In der Synagoge hatte derselbe einen eigenen Platz, welcher auf dessen Erben übergegangen ist. L. Pfungstadt, 25. Avril. Heute sind es 25 Jahre, daß Herr Dr. Luß als Lehrer in das hiesige Lehr- und Erziehungsinstitut eintrat. Er erfreute sich durch seinen treuen Pflichteifer und seine Erfolge im Unterricht stets der Werth schätzung seiner Vorgesetzten und Kollegen, wie auch der Liebe und Achtung seiner Schüler. Die Schule hat seit ihrem langen Bestehen zum erstenmale Gelegenheit, das Jubiläum eines ihrer Lehrer zu feiern und hat, da der eigentliche Jubiläumstag noch in die Ferien fällt, beschlossen, die Feier desselben Sonntag, den 12. Mai — Lag beomer — zu begehen. Wir hoffen, Ihnen s. Z. über die Feier selbst einen kurzen Bericht erstatten zu können. Pose«, im Avril. Am 7. d. MtS. hielt der hiesige nnio$ p*6»JBerein seine 9. ordentliche halbjährige Generalversammlung ab. Dieser Verein hat sich die schöne Aufgabe gestellt, das Thorastudium besonders unter der Heranwachsenden jüdischen Jugend zu pflegen und die Kenntnisse unserer nvnpn mm weiteren Kreisen zugänglich zu machen. Als ordentliche Mitglieder dieser man werden nur solche junge Leute ausgenommen, die die Sabbatruhe streng beobachten und auch sonst einen religiösen Lebenswandel führen. Da nun auch bei uns leider der nar stark zugenommen hat, so ist die Anzahl der Mitglieder nur eine beschränkte. Aus dem in der G.-Vers. gegebenen Bericht ist besonders hervorzuheben, daß in dem abgelaufenen Wintersemester also in ca 6. Monaten 300 Lehrstunden stattgefunden haben, dieselben verthetlen sich auf mw*® oy min, und n-iöj, nvjffD ,ovi. Da der größte Theil der Mitgl. aus jungen Kaufleuien besteht, so können die oniy» während der Woche nur des Abends, am np mv und am Sonntag dagegen im Laufe des Tages stattfinden. — Die Vortragenden setzen sich thetls aus Mitgliedern selbst, thetls aus D’nan 'i>ya der hies. Gemeinde zusammen, die dem Verein ihre Kenntnisse unentgeltlich zur Verfügung stellen. Auch hat die Synagogen-Gemeinde auf Anregung unseres hochverehrten Hr. Rabbiner Dr. Fetlchenfeld einen jährlichen größeren Zuschuß, der gleichfalls zu „Lern"zwecken benutzt wird, bewilligt. Die Beiträge der Mitgl. werden zur Anlegung einer Bibliothek, die jetzt bereits aus ca. 350 Bänden meist wissenschaftlichen Inhalts besteht, und zur Bestreitung der sonstigen Unkosten benutzt. — Am Schluffe der G.-B. wurde ein Vorstand, aus einigen älteren Mitgliedern bestehend gewählt, der sich hauptsächlich mit der geeigneten Festsetzung der einzelnen Lehrzeiten zu befassen hat. — Möge dieser Verein der sich als Ziel eine unserer heiligsten Aufgaben gestellt, recht lange zum Heile ganz Israels fortwirken und auch Vielen zur Nacheiferung Anlaß geben.!*pa nbw 3-n 'i *y.n toi Hetzloch, 16. April. Der hiesige Synagogenchor veranstaltete am letzten Tag Peßach unter zahlreichem Besuch eine theatralische und musikalische Abeudunterhaltung, welche den Besuchern noch lange in angenehmer Erinnerung bleiben wird. Das reichhaltige Programm ließ es an Mannigfaltigkeit nicht fehlen, so daß der Beifall ein nicher war. Alle Miiwirkende besonders die Damen verdienen volles Lob; auch wurde Herrn Rothenbera für Vortragen einiger Lieder reicher Beifall zu Theil. Charakteristisch wurden die be den Schwänke „Einträchtige Hausgenossen" und „eine angenehme Ueberraschung" wiedergegeben. Nach beendeter Aufführung wurde die frohe Stimmung noch durch einige Toaste besonders auf die zahlreich anwesenden christlichen Mitbürger, erhöht. Unter stürmischem Jubel aller Anwesenden feierte Herr Bürgermeister Kiefer aus F. den Verein und die Gemeinde, als ein wahres Beispiel des Friedens und der Eintracht. Der herrliche Abend war ein Ehrenzeugniß nicht allein für den Verein und seinen Dirigenten, sondern für die ganze Heßlocher Gemeinde. Und ist es ein schönes Zeichen, daß es auch noch Leute, nein Gemeinden giebt, die mit Ehre und Achtung der jüdischen Gemeinde entgegenkommen. Oesterr.-Ungar. Monarchie. Wien, 8. April. Der niederösterreichifche Landesausschuß leitete eine Untersuchung ein gegen den Herausgeber des „Deutschen Volksblattes", Vergani, wegen Unregelmäßigkeiten in der Mühldorfer Gemeindeverwaltung in der Bürgermeisterzeit Verganis. Lemberg, 19. April. In Ausführung des vom Landtage gefaßten Beschlusses hat jetzt der Landesausschuß mit den Cultusvorständrn der größeren Judengemeinden in Galizien wegen deren Beitragsleistung zu den Kosten der Errichtung einer Landes-Lehranstalt zur Heranbildung jüdischer Religionslehrer für die galizischeu Volksschulen Verhandlungen eingeleitet. Der Lemberger Rabbiner Dr. Caro hat bereits einen ausführlichen Organisationsplan für die zu errichtende Lehranstalt dem Landesausschuffe vorgelegt. Bttbabest, 25. Mpril.^ JmZ Abgeordnetenhaus begann heute die dritte^ Berathung über den Gesetzentwurf, die Reception der Juden betreffend. Kultusminister Wlaffics erklärte im Namen der Regierung die volle Aufrechthaltung de8 Gesetzes.