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Der Israelit · 1895-04-25 · Heft 33 (25.4.1895) · page 19

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Journal
Der Israelit
Volume
36 (1895)
Issue
Heft 33 (25.4.1895)
Date
1895-04-25
Page
– (sequence 19)
Language
German
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637 Aus iSdisltzkn Nneintn, Schult» uud Stlstuugk«. Jerusalem. Das deutsch isr. Allgem. Bicur- Choltm-Hospttal hatte im Jahre 5654 eine Ausgabe von Frs. 58302, denen nur eine Einnahme von FrS. 52969 gegenüber stehen. Dieses Hospital ist das älteste und größte Israelitische Krankenhaus in Palästina. Es zählt 50 Betten, welche fast das ganze Jahr von Kranken, sowohl aus Jerusalem und Umgebung, auch aus den entfernt liegenden Städten und Kolonien besetzt sind, und ist deren Erhaltung eine Grundbedingung für die Existenzmögltchkeit der jüdischen Ansiedelung im h. Lande. Als besoldete Functionäre des Hospitals existiren: 2 Aerzte, 2 Apotheker, 6 Krankenwärter und Wärterinnen, 2 Hausmägde, 1 Oberwäscherin nebst Hilfspersonal, 1 Hausverwalter 1 Hausdiener nnd 1 Pförtner. Die Hospitalleitung ist 5 von der Gemeinde gewählten Vorstehern anvertraut, die unter Aufsicht Sr. Ehrwürden Herrn Oberrabbiner Samuel Salant ihre Pflicht uneigennützig ausüben. Die Behandlung der Kranken ist der Art, daß selbst ein wohlhabender Kranker im eigenen Heim nicht rücksichtsvoller behandelt und sorgfältiger verpflegt werden kann. Außer den im Hospital Verpflegten werden täglich von diesen Aerzten zahlreiche externe Kranke gratis ambulatorisch behandelt und wird denselben öfters auch Arzneien unentgeltlich und Baarunterstützung verabfolgt. Ebenso werden diejenigen unglücklichen Kranken, welche aus Anordnung des Arztes Heilquellen, Meerbäder oder sonst bewährte Klinen in Europa aufsuchen müssen, mit reichlichen Baarunterstützungen versehen. Einnahmen hat das Hospital keine feste, auch keine ausreichende zinstragende Fonds. Seine Existenz verdankt es dem allen Jehudim innewohnenden Wohlthätigkeitssinn; dem warmfühlenden edlen jüdischen Herzen. Solange also die Gefühlswärme des jüd. Herzens sich nicht verflüchtigt, ist auch das Fortbestehen des Hospitals gesichert. Alle Diejenigen, die ein warmes Herz und Liebe zum h. Lande sich bewahrt haben und Mitgefühl empfinden, für die Kranken und Leidenden, werden einem derartigen Wohlthätigkeitswerke, wie das jüd. Krankenhaus in dem uns so heiligen Lande, nie ihre Unterstützung versagen. Und sollte der Beitrag noch so klein sein, so hat der Spender immer das Verdienst, an einem Werke theilgenommen zu haben, welches die Existenz unserer Glaubensgenossen im h. Lande sichert und armen Leidenden vor schweren körperlichen und — angesichts der immer gesteigerten Anstrengungen der Mission — auch vor nicht zu gering zu schätzenden Seelengefahren bewahrt. Jerusalem. Der 15. Rechenschaftsbericht des nyin rra der Aschkenastschen Gemeinden von iHva rrn des Jahres 5654 bis Ende 5655 weist wiederum ein Deficit von 15304,15 Piastern aus. Wir ersehen aus den detaillirten Ausstellungen, daß die zu deckenden Bedürfnisse sich immer mehr steigern, denen gegenüber die Einnahmen wie seit einigen Jahren auch diesmal nicht gleichen Schritt halten. Die Vertheilung der etngegangenen Spenden wird von den aus den einzelnen Gemeinden erwählten Vorständen des nyi rva den festgesetzten Bestimmungen gemäß in gewissenhaftester Weise vertheilt, was in dem Rechenschaftsberichte zum Ausdrucke gelangt. Im Ganzen betrugen die Einnahmen 635835 P., die Ausgaben 651140 P. Wir bitten alle Ztonsfreunde in ihrem Wohlthun gegen unsere armen Glaubensgenossen des h. Landes nicht zu erlahmen und dazu beizutragen, daß deren Armuth und Roth gesteuert werde. Jerusalem. Der Jahresbericht der Talmud-Thora- Schule und Etz-Haim-Hochschule für daS Jahr 5654 weist eine Einnahme von 39419,56 Fr., und eine Ausgabe von 40382,14 Fr. auf. In der Anstalt wurden aber 400 arme Waisenkinder von 34 geprüften Lehrern unterrichtet; 100 Rabbinatscandidaten, die in der Hochschule Tag und Nacht sich mit dem Thorastudium beschäftigen, erhalten Stipendien. Daß diese der Thorawissenschaft gewidmete Stätte der nachhaltigen Unterstützung aller Zionsfreunde in hohem Grade würdig ist, bedarf keiner weiteren Auseinandersetzung. Das AlterversorgungShauS „Mofchab Sekenim*, in welchem sich 60 Greise und 12 Greisinen befinden, hatte nach seinem Rechenschaftsbericht vom Sommerhalbjahr v. I. eine Deficit von 2938 Fr.; die monatlichen Ausgaben betragen rc. 2000 Fr. Die Verwaltung bittet daher um gütige Unterstützung der Anstalt. Berichtigung. Im Artikel Zürich bezüglich Vortrag des Herrn Dr. Löwenstein hat Redner die l. Niederlassung der Juden daselbst in die Mitte des 13. (und nicht des 14. Jahrhunders) versetzt. Feuilleton. Aus dm Tdsevluh eines ruMeo Mustrer». II. Zürich, im Ador 5655. Ich hatte längst geglaubt, mein erstes, unansehnliches Tagbuchblatt wäre aus dem Wege von hier nach Mainz vom Winde verweht worden, und habe die Fortsetzung deßhalb unterlassen. Umsomehr freute mich seine Auferstehung aus dem Portefeuille, dem Papierkorb oder welchem Verließ der Redaktion nach siebenmonatlichen Sommer-, Herbst- und Winterschlafe. Besonders hat mich die ungezwungene, geschmackvolle deutsche Entwickelung gefreut, mit welcher meine Geisteskinder der Oesfentlichkeit vorgeführt wurden, so daß ich sie auf den ersten Blick selber nicht wieder erkannte. Es gehört viel liebende Sorgfalt und gewissenhafte Vertiefung in den Gegenstand dazu, um eine so gelungene Uebertragung zu Wege zu bringen. Vielleicht war dies

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