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Der Israelit · 1895-04-25 · Heft 33 (25.4.1895) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
36 (1895)
Issue
Heft 33 (25.4.1895)
Date
1895-04-25
Page
– (sequence 4)
Language
German
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622 bestünde sie nur aus drei Mitgliedern, ja bestände sie nur aus einem einzigen Conferenz- und Bezirksrabbiner besitzt nicht nur dieselbe Autorität, sondern ist auch der Weisheit und Anzahl des Gerichtshofs eines Moses vollkommen ebenbürtig! Huoä erat äemonstranäum. (Schluß folgt.) Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Worms. In Hessen besteht die Einrichtung, daß alle 3 Jahre eine geheime Prüfung in der Volksschulen durch die Großh. Kretsschulcommisston statifindet. Seit 21 Jahren wirkt an der hiesigen Volksschule Herr Lehrer Rothschild. Während bet genannten Prüfungen die Schüler der christlichen Colleaen auch in „Religion" geprüft wurden, hat man dies bei den tsr. Schülern unterlassen. Die Ernennung eines neuen Kreisschulinspektors hat hier eine Aenderung eintreten lassen, denn vor wenigen Wochen wurden auch sämmtliche Israel. Schüler in den Religionsfächern geprüft. Als Prüfungscommissär fungirte Herr Rabb. Dr. St ein. Herr Kretsrath Dr. Bretdert, welcher wegen dringender Amtsgeschäfte auf dem Kreisamte sein Fernbleiben von den andern Prüfungen entschuldigte, war zur isr. Religionsprüfung erschienen; außerdem wohnten derselben noch bei der evangel. Kirchenrath Müller, Kreisschulinipektor Dr. Lucius und Schulinspector Scherer. Die Aufmerksamkeit, mit welcher die anwesenden Herren der Prüfung folgten, ließ erkennen, daß man viel Interesse an derselben batte und die späteren Aeußerungen der Herren über das Resultat der Prüfung gab ein glänzendes Zeugniß davon, daß die israel. Religionslehre die Oeffenlltchkeit nicht zu scheuen habe. Die Mitthei- Inng über die hiesige Prüfung soll nur den Zweck haben, die Rabbinen des Landes zu veranlassen, daß überall, wo die Prüfungen durch die Großh. Kr-isschulcommissionen stattfinden, auch die tsr. Schüler in den Religionsfächern geprüft werden. Manche unliebsame Erörterung würde dadurch unterbleiben. Worms. Der Jahresbericht des hiesigen israel. Unterstützungsvereins (34. Vereinsjahr) ist erschienen. Die Ungunst der Zettverhältnisse hat in verschiedener Weise auf den Verein eingewirkt. Im ganzen wurden 1800 Gaben verabreicht gegen 1543 im Vorjahre. D.e vertheilre Summe beträgt M. 3400.60 gegen M. 2355.30 im Vorjahre. Die Verwaltung gibt ihrem Bedauern Ausdruck, daß der Verein, wenn ihm nicht gröbere Geschenke zustieße und die Zahl der Mitglieder sich nicht vergrößert, seiner Aufgabe nicht gerecht werden kann, : die darin besteht, den Haus- und Straßenbettel zu beseitigen, verschämte Arme erfolgreich zu unterstützen, unverschuldete Roth zu lindern und gefährdete Existenzen zu retten. Dem ungreifbaren Kapitalstock, welcher jetzt M. 20250 beträgt, sind im abgelausenen Veretnsjahre 4 Gaben im Betrage von 1250 M. überwiesen worden. Am Schluffe gibt der Jahresbericht einen genauen Einblick in die Thätigkeit des Vereins. Es wurden unterstützt: 247 Handwerker, 296 Gewohnheitsbettler im Jnlande und 882 im Auslande, 245 verschämte Arme, 42 Haufirer, 36 Lehrer, 76 Commis, 36 Personen für Verköstigung. Beständig wurden unterstützt 8 Familien mit I monatl. Gaben von 2—3 M. 83 " n 6 n n » ® » Durch Postanweisung sind 171 Gaben befördert worden. R. Gernsheim bei Darmstadt. Die hiesige isr. Gememde feierte dieser Tage das 25jährige Dienstjubilänm ihres Lehrers, des Herrn S. W eil. Am Morgen begaben sich 2 Gemeindemitglieder im Aufträge des Vorstandes zu genanntem Herrn und überbrachten ihm Glückwünsche und ein ansehnliches Geschenk, in einer Brieftasche mit Werthpapieren bestehend. Im Laufe des Tages überreichte der Frauenveretn einen prächtigen silbernen Pokal mit passender Inschrift. Während der zurückgelegten 25 Jahre hat sich der Jubilar die volle Liebe und Achtung seiner Gemeinde erworben, wovon der gestrige Tag den besten Beweis lieferte. Möge der bescheidene, pfltchtgetreue Lehrer noch lange seines Amtes walten! Frankfurt a. M. In Nr. 29 Ihres geschätzten Blattes veröffentlichten Sie eine von hier an Sie gerichtete Zuschrift in Betreff des unerhörten Betrugs, der in Wilna mit bv D'nu getrieben wu.de. Ihr Herr Correspondent schrieb damals, die Untersuchung gegen die Verfertiger jener v'riu sei im Gange. Ich kann diese Nachricht heute dahin ergänzen, daß diese Untersuchung nun beendet ist, und, wie leider nicht anders zu erwarten war, das traurige Resultat ergeben hat, daß der größte Thetl der von dem Schwindler verfertigten D’na vollständig bio* Nnn“iis*iD ist. Herr Rabbiner Jizchak Elchanan »'j von Kowno schrieb vor einigen Tagen an Herrn Rabbiner Dr. Breuer »*) hier, demselben seinen Dank dafür aussprechend, daß durch sein (Herrn Dr. Breuers ■>":) Eingreifen dies entsetzliche aufgedeckt wurde, und theilte gleichzeitig mit, daß der ivw" (der nichtswürdige iöid), der die v'liv hergestellt, in sämmtltchen Synagogen Wilnas als Isis ausgerufen wordenset.

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