Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 36 (1895)
- Issue
- Heft 30-31 (18.4.1895)
- Date
- 1895-04-18
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2446951-2448559-2448589--40580-2489499- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
w*&***BB*z. 582 Wer war bei diesen Mitiheilungen froher als Anny! Jetzt konnte fie an die Rückkehr, an ihr eigenes Glück denken, denn die Ehre des Vaters war gerettet; flkcken- und mackellos war der gute Name desselben aus dieser häßlichen Geschichte hervorgegangen. (Fortsetzung folgt.) Jtfiir. Allerlei. Cirre Lebeusrettuug durch enrp. Ein Freund unseres Blattes in Wien schreibt unS: „Bon einem Geschäftsfreunde in Maskat (Südarabien) wurde mir folgendes interessante Ereigniß mitgetheilt, das ich nun auch zur Kenntniß der geehrten Leser des „Israelit" bringen will. Ich muß jedoch dieser Mittheilung folgende Einleitung vorausschicken. In Arabien, dem Vaterlande Mohamed's, giebt es noch heute, so sonderbar dies auch klingen mag, Heiden, die zwar keine Götzenbilder, wohl aber Sonne, Mond und Sterne anbetcn. Diese Heiden, welche die Araber „Kafirs" (onsia) d. h. Gottesleugner nennen, heißen sich selbst „Beni Hud." Die Heimath dieser Beni Hud ist das Innere Arabiens, das nur selten von einem Christen, geschweige gar von einem Juden besucht wird. Die Hud sind nämlich ungemein mißtrauisch gegen jeden Fremden, da fie in einem solchen nur einen Spion des türkischen Sultans oder des Sultans von Maskat erblicken wollen, welche zwei mohamedantsche Herrscher schon seit Jahren daran denken, sich die Beni Hud zu unterwerfen, um so auch die letzten Spuren des Hetdenthums im Gebmtslande des Islam ausrotten zu können. Vor Kurzem besuchten nun zwei jüd. Kaufleute aus Jemen das Städtchen Darga, welches der Hauptort der Beni Hud ist, und wo auch deren Scheikh oder Fürst refidirt, um dort auf I dem Marktplatze verschiedene Waffen feilzubieten. Die Bewohner Dargas hielten sie jedoch für türkische Spione, und so ließ sie der Scheikh ins Gefängntß werfen, um am andern Tag über fie Gericht zu sitzen. In Arabien werden Spione gewöhnlich enthauptet, oder man haut ihnen die rechte Hand ab und läßt sie dann laufen. Als sich nun der Scheikh am andern Morgen die zwei jüd. Gefangenen vorführen ließ, da theilte ihm der Gefängnißwärter zu seiner Ueberraschung mit, die beiden Gefangenen hätten in der Nacht durch das Fenster ihrer Zelle den aufgehenden Vollmond angebetet, und sich sogar vor ihm verbeugt. Der Scheikh fragte die Gefangenen, ob ihr Stamm auch die Sonne und den Mond anbeten, was diese jedoch verneinten. Sie fügten indessen hinzu, daß sie „Jehud (Inden)" wären, und gebiete es ihnen ihre Religion den ausgehenden Vollmond mit einem Segensspiuche zu Ehren GotteS zu begrüßen. Uebrigens pflegen die „Jehud" auch die Sonne mit einem Segensspruche zu begrüßen, dies geschehe aber immer nur nach einem Cyelus von 28 Jahren (nenn «nrp). Der Scheikh war über das Gehörte sehr erfreut, und als ihm dann die Gefangenen noch versicherten, daß sie durchaus keine türkische Spione, sondern einfache Kaufleute aus Jemen wären, so ließ er sie wieder frei, und gestattete ihnen auch, auf dem Marktplatze von Darga ferner Waffen feilzubieten. L. F. Wochen - Kalender. Freitag, is. April, 25. Nissan. Sabbat-Anfang in Mainz 6 Uhr 50 Min. (N. E. Z) Samstag, 20. April, 16. Nissan, 'N ms r)"rDD Sabbat-AuSgang in Mainz 8 Uhr 10 Mn. (M. E. Z.) Mittwoch, 24. April, 30. Nissan. ITT? 'N D)\ I Donnerstag, 25. April, i. Isar, ftti '3 uv. Der „JSraelit" erscheint wöchentlich zweimal, Montag- und Donnerstag-, jedeSmal in mindestens zwei Bogen. Preis de« Jahrgangs für Deutschland und Oesterreich 12 Reichs-Mark, für's Ausland 16 Reichs-Mark. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Durch fetn Buchhandel w tzqtrtze» bei «. /. Kletnacker, Leipzig, Doßpiatz 16. — Inserate 25 Pfennig die viergespaltene Petitzeile oder deren Aamn. — Oesterreichtsche Banknoten laut CourS. — Directe Francozusendung unter Streifband pro Jahrgang für Deutschland «ch Oesterreich 14 Reichs-Mark oder 8 fl. österr., für's Ausland 16 Reichs-Mark, an die Expedition franco einzusenden, •tot Niieksendnng von a» die Redaktion eiugefandten Manuscripteu findet nicht statt, man bittet deshalb sich von allen Einsendungen eine Copic zurückznbehalteu. Inhalt (Hanptblatt): Leitender Artikel: Sprüche der Väter. — Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: AuS der Pfalz. Thüringen. — Fraitkreich: Paris. — Schweiz: Bafel. Zürich. — Vermischtes. — Feililleion: Nur eine Tochter. Erzählung von H. Berger (Fortsetzung). — Jüd. Allerlei. Inhalt der ersten Beilage: Literarische Umschau. — Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Mainz. Jauer. — Oesterr.-Ungar. Monarchie: Prag. Preßburg. — Aus jüdischen Vereinen, Schulen und Stiftungen: Berlin. — Vermischtes. Inhalt der zweite« Beilage: Feuilleton: Gam SU letauwoh. Humoristische Novellette von H. Berger. Inhalt der »ritten Beilage: Literarischer Bericht. — Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Berlin. München. — Vermischtes. Verantwortliche Redaction: Oicar Lehmann in Mainz. — Expedition deS „JSraelit", Schottstraße Nr. 2, Mainz. Druck und Verlag der Joh. Wirth'schen Hofbuchdrnckerei-Actien-Gesellschaft in Mainz. Hierz« drei Beilage«.