Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 36 (1895)
- Issue
- Heft 29 (8.4.1895)
- Date
- 1895-04-08
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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nahmen. Als Prüfungsobjekt lagen mehrere von Herrn B. früher verkaufte vor. Das Resultat der Untersuchung ergab, daß — man höre und staune — ww 'a yontn ^21 bis auf ein Paar ptJ’sn alle übrigen v?’en nicht nur nicht nnx iiyv wie bedungen, sondern auch, daß die bv »na iwn gar keine y*nn hatten, demnach absolut waren. Der weltberühmte greise Herr Rabbiner Jizchak Elchanan in Kowno war außer sich vor Schmerz und Entrüstung über den ihm von Herrn Rabbiner Dr. Breuer '"2 gemeldeten gottlosen Betrug des Wilnaer v'na-Fabrtkanten, über welchen die Untersuchung nun im Gange ist. Wenn solches dem mit Recht berühmten Herrn B. widerfährt, so läßt sich leicht der Schluß ziehen, wie arg es mit dem nntw der Fabrik-^'vn beschaffen sein muß, welche zu Tausenden angekauft werden. Man kann dreist behaupten, daß ein überaus großer Theil der Jehudim, die in gutem Glauben solche p^Dn für wenige Mark erstanden, ihrer Tefillinpflicht nicht genügen. Wir wiederholen, keine unserer mo wird in ihrer Aufsicht — wen» hier überhaupt von einer solchen die Rede sein kann — so stiefmütterlich behandelt als gerade diese, welche pan nw in der heil. Thora genannt wird. An Herrn Rabbiner Dr. Breuer dem das nicht unterschätzende Verdienst zukommt, dies tvan p-12 aufgedeckt zu haben und seit längerer Zeit mit einigen Gesinnungsgenossen bemüht ist, der himmelschreienden Missre Einhalt zu gebieten, an ihn ergeht die öffentliche Aufforderung, die Sache weiter zu verfolgen und nicht zu ruhen, bis alle Schäden ans Tageslicht gebracht sind und mit göttlicher Hülfe Abhülfe getroffen ist. Die „Freie Vereinigung" vermag wohl augenblicklich keiner dringenderen und heiligeren Sache ihre Unterstützung leihen. Nachbemerkung der Redaction: Wie wir zu unserer Freude hören, sind bereits durch die Freie V. die besten Vorbereitungen zur möglichsten Beseitigung der D"nD »j’jyo vorkommenden himmelschreienden Quitos getroffen worden. Würzburg, im März. Mit dem Beginne der akademischen Ferien in diesem Monat hat auch der in diesen gesch. Blättern mehrfach erwähnte „Akademische Verein für jüd. Geschichte und Literatur" seine Thätigkeit eingestellt. Den Schlußvortrag hielt stuä. med. H. Auerbach, Sohn des Herrn Rabbiners Dr. Auerbach in Halberstadt,; über „bie Gerichtsverhältnisse der Juden im Mittel- - alter." Er führte aus, wie das jüdische Gericht! nicht nur bet den eigenen Glaubensgenossen im? höchsten Ansehen stand und man sich dessen Urthetlspruch als auf dem göttlichen Gesetze beruhend und von dem unbestechlichsten Gerechtigkeitssein diktiert, gern unterwarf, sondern auch Andersgläubige häufig dem jüdischen Gerichte den Vorzug gaben, indem man überzeugt war, daß das jüdische Gericht mit peinlichster Gewissenhaftigkeit verfahre, Parteilichkeit dabet ausgeschlossen und man nur gesetzeskundige, charakterfeste, tadellose Männer zum Richteramte zulaffe, und der Richter sich stets des Bibelspuches bewußt war: „das Gericht ist Gottessache." Nicht selten wünschten selbst bürgerlich und geistig hochgestellte Personen ihren Rechtsstreit nach jüdischem Rechte und durch jüd. Rechter entscheiden zu lassen. Jedenfalls aber war es in den meisten europäischen Staaten den Juden gestattet ihre Rechtsangelegenheiten durch ihre eigenen Gerichte und nach dem zu8 judaicum zu regeln und waren solche Gerichte mit der nöthigen staatlichen Autorität, zuweilen auch mit Exacutivgewalt versehen. In beredten von vieler Belesenheit zeugenden Worten gewährte der Vortrag einen Einblick in die Verhältnisse der jüdischen Gerichte zum Volke und zeigte, wie selbst das Mittelalter mit seinen schmachvollen Judenverfolgungen, seiner auto da fe’s, seinen finsteren Anschauungen über Nächstenliebe und Duldsamkeit doch der Wahrheit des jüd. Gesetzes und der Unparteilichkeit der jüdischen Richter die Anerkennung nicht versagte. Reicher Dank wurde dem verehrten Redner für seinen ebenso gelungenen als interessanten Vortrag gespendet, der um so verdienter, als das Fachstudium desselben ihm nur wenig Zeit zu Geschichtsstudien übrig läßt und die Materie mehr in das jüdisch theologisch, oder juristische Fach einschlägt. Nach dem Vortrag, an den sich eine lebhafte Discussion anschloß, wurden Vereinsangelk genheiten zur Sprache gebracht, wobei allseitig der Wunsch zum Ausdruck gelangte, daß die Vereinsthätigkeit sich immer mehr entfalte und'diese durch zahlreiche Betheiltgung seitens des Publikums sowie erweiterten Anschluß von Mitgliedern unterstützt werde. Mögen sich die schönen Hoffnungen, wozu der hohe Zweck des Vereins und dessen bisherige Thätigkeit berechtigen, sich schon mit Beginn des nächsten Semesters verwirklichen; mögen namentlich die unsere Hochschule neu beziehenden Herren Akademiker, von gleicher Gesinnung beseelt und gleichem Streben erfüllt, sich ausnahmlos dem jungen Verein anschlteßen, damit demselben recht viele neue aktive Kräfte zugeführt werden. Schrimm. Herr Raphael Dienstag Hierselbst wurde zum Magistrats-Sekretär gewählt. Es ist dies um so erfreulicher, als Herr Dienstag sich nicht um diese Stelle beworben hatte und derselbe noch strenggläubiger Jsraelite ist. Derselbe verwaltete seit 25 Jahren eine Se-