Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 36 (1895)
- Issue
- Heft 29 (8.4.1895)
- Date
- 1895-04-08
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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502 dasselbe sind wir arm und bedeutungslos, sind wir unglückliche Menschen, die ihren Beruf verfehlt haben. Werden wir diesem Worte gerecht, dann entsprechen wir den Zwecken und Zielen, für die uns Gott in die Welt gesetzt hat, dann begegnet unser zu Ihm emporgerichteter Blick dem Seinigen, aus dem Sein allmächtiges Erbarmen liebevoll uns in die Herzen leuchtet. nriN oimi iun 'n *3 u*yj/ »3 Mit diesen Gesinnungen im Herzen dürfen wir auch die heitere Gestaltung unseres äußeren Geschicks zuversichtlicher als sonst erhoffen und diese Zuversicht durch die Bitte um Wtedererbauung Jeruscholajims in Worte kleiden. Gehoben von dem Segen, den unser Tischgebet zum Ausdruck bringt, schließen wir deßhalb die dritte Beracha mit den Worten: ruw N'N3 wv'3 mnöa unpn a*y m3i .]ox tfimv vorns „Erbaue Jeruscholajim, die heilige Stadt bald in unseren Tagen, gesegnet seist Duo Gott, der mit seinem Erbarmen Jeruscholajim baut. Amen! Gott wird hier nicht als Derjenige gefeiert, der Jeruscholajim erbauen wird, sondern dessen Erbarmen es jetzt schon baut. In der Bitte, um die Wiedererrichtung unseres zerstörten Gotteshetligthums liegt die Garantie ihrer Erfüllung. Sie wird nicht erfüllt, weil und so lange sie uns nicht Gegenstand unserer heißesten Sehnsucht ist, aber ihre Verwirklichung vollzieht sich bereits, sobald das innige Verlangen danach vorhanden ist. Von Israel in den Zeiten Rechabeams, erzählt uns der Midrasch, daß es drei Dinge geringschätzig behandelt habe: Gottes Köntgthum, das Köntgthum des Davidischen Hauses, und das Tempelheiligthum. Israel wird aber nicht früher erlöst bis alle drei Gegenstand ihrer Bitte geworden find. Deßhalb erwähnen wir diese drei Momente im täglichen Tischgebet. o»ö» noaoa c**tn n»a»3 idnd oyam *o*3 '131 TH3 pbn pN ODNJttf tSHpon n*331 NN CV3 013)133 n*3 I3w' tin -mdmp jrwfw wp3*ty ny p*«i ywnD ujbü in ONi d*bw noao nr 'n on it?p3i n"N3 tcnpon n*3 m D*D»n ri'nor<3 13D )ni 'n nr©i rn3N33 ptm N'31.N) upn nt )yi |U3)m nn 3D.N n.n.n . pran Wir beten daher für uns, für unser geistiges und irdisches Wohl, wenn wir um die Wiedererrtchtung unserer zertrümmerten nationalen Heiligthümer beten. Ihre Verleugnung und ihre geringschätzige Verachtung wird unsere Erlösung nimmermehr herbeiführen, sondern ste aufhalten. Erst wenn wir mit heißer Innigkeit ihre Erbauung erstehen, erst dann richtet auch Gott das verfallende Haus Israels wieder auf. Gott aber baut täglich, stündlich an der einst in vollendeter Herrlichkeit aus ihren Träumern sich erhebenden Gottesstadt. Aber in den Gedächtntßnächten unserer Befreiung aus Egypten „bauen" wir alle mit, sind wir alle Gottesbauleute, indem die Sehnsucht nach den Idealen unserer und der gesummten Menschheit Zukunft mächtiger als sonst die Geister und Gemüther bewegt. — Deshalb klingt durch die ganze Feier des Seder- Abend vom Anfänge der Pesach-Hagadah bis zu ihrem Ende, der Gedanke an Jeruscholajm. — Von dem ersten Hagadahstück, das an die baldige Rückkehr nach dem heiligen Lande die Befreiung von jedem socialen Drucke knüpft bis zum heiter wehmüthigen Refrain „Nun bau, nun bau, nun bau, Deinen Tempel", in welchen das Pesachlied ausklingt, ihr Zittern und Jauchzen ,ihr* Hoffen und Harren, alle Klage und aller Jubel der heiterernsten Festsänger tönt daher in Süd und Nord in Ost und West, soweit der Vollmond leuchtet und der Sternenhimmel glänzt in den Ruf aus: (•Id^wiys rtton mtf1? Zeitungsnachrichten nnd ^Korrespondenzen. Deutschland. Fraukfnrt a. M. Jüngst ereignete sich hier ein Fall, der einen neuen Beweis für die den Eingeweihten bereits längst bekannte Thatsache liefert, daß wohl auf keinem religiösen Gebiete das blinde Vertrauen so arg getäuscht wird, wie auf dem der Länger nun schweigen über die traurigen Verhältnisse einer unserer heiligsten Institutionen wäre Sünde. Es ist an der Zeit, dem Volke die Augen zu öffnen und den Einzelnen aus seinem moralischen Schlummer zu wecken. Herr Bunemowttz hier, einer der berühmtesten und ausgezeichnetsten d'-ibid, der sich für seine Waare den 5- und zehnfachen Preis der alltäglichen mit Recht bezahlen läßt, bezieht die dto zu seinen p^*sn aus Wilna von einem nach seiner Ueberzeugung zuverlässigen 3'03-Verfertiger. Jüngst nun erklärte der Fuldaer "iBiD Herr Grünebaum, dem ein Paar solcher zugesandt worden, daß die btq gegen die ausdrückliche Bedingung des Käufers und gegen die Ueberzeugung des Herrn B. nicht -hin nyo seien. Herr G. wurde zu einer Conferenz bei Herrn Rabbiner Dr. Breuer *"3 nach Frankfurt berufen, an welcher Herr B. sowie der -jbid, Herr Rothschild, theil- 1) Wir schließen hiermit für dieses Jahr unsere Betrachtungen über die Hagadah schel Pesach, um sie nächstes Jahr mit GotteS Hilfe wieder fortzusetzen.