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Der Israelit · 1895-04-04 · Heft 27-28 (4.4.1895) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
36 (1895)
Issue
Heft 27-28 (4.4.1895)
Date
1895-04-04
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Beifall erregen. Am Tage vor Purim kam die Nachricht vom Großherzoglichen Bezirksamt Constanz, daß wennIdasIlöbl. Bürgermeisteramt die Aufführung der Sonntagsruhe wegen störend finde, es dieselbe verbiete. In der Synagoge waren wie gewöhnlich am Samstag alle Mitglieder der Gemeinde versammelt. Die Behauptung aber, daß obiger Frage lebhaftere Aufmerksamkeit geschenkt worden sei. als dem Gebete, wie Artikelschreiber meint, muß entschieden zurückgewiesen werden. Unser geehrter Herr Bürgermeister, in Begleitung unseres Narrenvaters, (? Red.) denen wir heute noch herzlich danken, reisten nach Constanz und haben glücklicherweise die Genehmigung zur Abhaltung der Aufführung erhalten. Im Namen vieler Mitglieder der jüd. Gemeinde x. Rußland. Warschau, 24. März. Gras Schuwalow, der neue Genralgouverneur tm Wetchselgebtete, hat eine Anzahl von Beschränkungsmaßnahmen gegen die Juden, welche sein Vorgänger, Genral Gurko, erlaffen hatte, rückgängig gemacht. Gleich nach seiner Ankunft richtete er eine Ansprache an die Vertreter der hiesigen Judenschaft, in welcher er sagte, die Juden im Weichselgebtete können stets auf seinen Schutz rechnen. Und Graf Schuwalow löste auch sein Versprechen ein. So hat er eine beträchtliche Zahl jüdischer Fabriken, welche unter Gurko gesperrt worden waren, wieder in Betrieb setzen lassen, nachdem ihm die Fabriksbesitzer die Gründe ihrer Maßregelung aussinandergesetzt hatten. Ferner hat Graf Schuwalow den Warschauer Notaren gestattet, Juden in ihren Kanzleien zu beschäftigen. Besonders wichtig ist jedoch die von ihm in Aussicht gestellte Aufhebung des Gurko'schen Verbotes, wodurch den Juden der Aufenthalt in den Sommerfrischen und in den bäuerlichen Häusern des Warschauer Bezirkes untersagt wurde. Durch dieses Verbot wurden in erster Reihe die Villenbesitzer und die Bauern hart betroffen, da ihnen eine Emnahmequelle entzogen wurde, welche ihnen die Mittel zur Deckung der Steuern erbot. Gleich nach Erlaffung jenes Verbotes führten die Bauern bei Gurko Beschwerde über diese Verfügung; dies blieb aber unberücksichtigt. Auch die Regterungsorgane führen nicht mehr eine so judenfetndliche Sprache wie früher. vermischtes. g. MySlowiz» 10. März. Dieser Tage beging die hiesige Chewra Kadischa in größerer Feier ihr Stiftungsfest. Wir hatten das Glück, als Festredner Herrn vr. Blumenthal au- Ratibor in unserer Mitte zu sehen. Der Redner, welcher durch seine glaubensireue und dabei versöhnliche Haltung in ganz Oberschlesten Ansehen und Verehrung genießt, loste in einer von Midraschstellen reich gewürzten Rede mit bekannter Meisterschaft seine Aufgabe. Unter dem stürmischen Jubel der ganzen Versammlung feierte Rechtsanwalt M. an der Festtafel den Ehrengast als den wahren Vertreter von Glaube, Liebe und Versöhnung. Unsere Chewra wird diesen herrlichen Abend nicht so bald vergessen. Baden-Bade«, 25. März. Es wird weitere Kreise interessiren, daß Herr S. Cahn, Besitzer des Hotels „Zum König David" in Bühl in Baden, am hiesigen Platze Lokalitäten zur Errichtung einer streng rituellen Restauration gemiethet hat. Akeuilleto«. Hur eine Tochter. As Erzählung von H. Berger. 30.) (Alle Rechte Vorbehalten. Mr. Hawkins setzte seine Nachforschungen mit der ihm eigentümlichen umständlichen Sicherheit fort, und ehe eine Stunde vorüber war, hatte er genügende Beweise gegen den Diener Lord Amsdales in Händen, um eine Verhaftung deffelben rechtfertigen zu können. Aber als er die Verhaftung vornehmen wollte, war es zu spät; er fand das Nest leer und den Vogel ausgeflogen. Anny konnte nichts anderes thun, als sich mit der Hoffnung trösten, daß der Dieb vielleicht gefunden werden Würde. Mr. Hawkins war ein fleißiger, pfltchtgetreuer Mann, der, wenn er sich einmal einer Sache gewidmet hatte, dieselbe mit unbeugsamer Energie verfolgte. Schon nach wenigen Tagen kam er zu Anny mit der Nachricht, daß er eine Spur gesunden zu haben meine, daß diese Spur aber in die Golddistrikte nach Johanntsburg führe. „Dann reisen wir nach Johannisburg," sagte Anny, fest entschlossen die Reise noch an demselben Tage anzutreten. Mr. Harktns sah die junge Dame lächelnd an; sie gefiel ihm und ihre Energie gewann ihr seine vollste Sympathie. Dann entgegnete er: „Die Reise nach Johanntsburg. mein Fräulein, ist kein Vergnügen. Für eine Dame ist dieselbe sogar eine große Strapaze und deßhalb meine ich, es wäre besser, ich würde im voraus dort Hinreisen, recherchieren und wenn es nöthtg sein würde, könnten Sie alsdann Nachkommen. Es ist ja noch nicht sicher, daß die Reise von Erfolg gekrönt sein wird und es wäre vielleicht ebensogut, wenn Sie hier bleiben würden, um eventuell nöthtge Dinge hier zu besorgen; ich werde Ihnen täglich Bericht erstatten und wenn es nöthtg werden sollte, Sie nach dorten rufen." Anny sann eine Weile nach, dann sagte sie: „Ich will es ganz Ihrem Ermessen überlassen, und ich hoffe, Sie werden dort nichts unversucht

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