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Der Israelit · 1895-04-04 · Heft 27-28 (4.4.1895) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
36 (1895)
Issue
Heft 27-28 (4.4.1895)
Date
1895-04-04
Page
– (sequence 5)
Language
German
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535 SFp>T7-*■'•»!'. '••;?•? Letter. Herr Louis Lehmann, hat es verstanden, den Verein zu einem lebensfähigen zu gestalten, so daß fich daS Vermögen desselben auf 8559,21 Mk. beziffert. Der Verein zur Ausstattung isr. Mädchen ist im verflossenen Jahre zum ersten Male feinem hohen Zwecke entsprechend imstande gewesen, eine Summe von 2500 Mk. zur Ausstattung eines hiesigen isr. Mädchens zur Verfügung zu stellen. Obwohl der Verein darauf Bedacht nehmen wird, den eventuellen Empfängerinnen den Betrag schonend durch die Hand der ihnen befreundeten Vereinsmitglieder zuzustellen, so hat er bis heute keine Gelegenheit gehabt, seine Mildlhätigkeit zu bewähren. Aber alles dies kann die Leiter nicht entmutigen, und sie haben in diesem Jahre sogar eine Summe von 3000 Mk. in Aussicht gestellt. Zur ferneren Thätigkeit des Vereins gehört es, Mädchen zur Ausbildung für einen Lebensberuf zu unterstützen, und zweien ist schon eine beträchtliche Summe bewilligt worden. Dem Verein möge künftighin recht oft die Freude werden, vermittelst seiner Unterstützung daS Glück hilfsbedürftiger Mädchen durch Gründung einer Häuslichkeit geschaffen zu haben. Mögen auch ferner die hochherzigen Spender beiden Vereinen ihr Wohlwollen b-.wahren und sie wie seither mit ihren freiwilligen Gaben bedenken. I. H. Burgpreppach. Herr Rabbiner Dr. Deutsch, welcher btS zum ersten April die Stelle eines Distriktsrabbiners bekleidete, schied nun definitiv aus dem Kreise seiner Wirksamkeit, den er, nach deffen eigener Aussage, so liebgewonnen. Die Diftriktsgemeinden, insbesondere die hiesige, steht ihn mit Bedauern aus dem Rabbinat scheiden, weil er es mit bewundernswerthem Takte verstanden hat, den seelsorgerischen Verkehr so zu gestalten, daß auch nicht eine Gemeinde mit Wissen stch über die pflichtstrenge Führung der Amtsgeschäfte zu beschweren Anlaß hatte. Nebenbei waren freundliches Entgegenkommen gegen Arm und Reich, gegen jeden Stand, vertrauenerweckendes Benehmen gegen jeden Rathsuchenden, bereitwillige und selbstthätige Opferfähtgkett, wo es galt, zu retten oder zu erhalten, allbekannte Charakterzüge, die in kurzer Zeit Gegenliebe erzeugen mußten. Durch Friedensliebe und Frtedensbestrebungen mußte es ihm gelingen, daß seinen Anordnungen und rituellen Entscheidungen von den Parteien gerne Folge gegeben wurde. So ist fein 8 ‘/* jähriges pflichteifriges freudiges Schaffen und Thun für nn-ipn mrnn zu einer Quelle des Blühens und Gedeihens im echten jüdischen Leben unseres Distriktes geworden. Nachdem der Herr Rabbiner >Ki sich sowohl mündlich als auch schriftlich von den äußeren Cultusgemeinden des Distriktes verabschiedet hatte, richtete er auch in der! hiesigen Synagoge einige kurze Abschiedsworte an die stets dankbaren Zuhörer. Kein Auge blieb thränenleer, als er in feinen Schlußworten bemerkte, daß er allezeit in redlicher Abficht bemüht gewesen sei, sein heiliges Amt gerecht und soviel als möglich schonend nach den Vorschriften unseres heiligen Gesetzes zu führen und wie es sein immerwährendes Bestreben war, mttzuhelfen an der Erziehung echten jüdischen gemeindlichen Gedeihens für alles Gute, Edle und Wahre. Die htefige Gemeinde hat, in etnmüthiger Würdigung der vielfachen Verdienste ihres scheidenden Freundes und BeratherS, in Form eines silbernen Bechers demselben ein Andenken überreichen lassen, damit bezeugend, daß die dankbare Cultusgemeinde niemals, wenn auch nur auf eine ideale Freundschaft, ihres ehemaligen Distriktsrabbiners verzichten möchte. Möge Herr Rabbiner Dr. Deutsch auch in der Stellung seiner jetzigen Wirksamkeit recht reiche Erfolge haben in Erziehung armer Waisenkinder zu religiösen und für den bürgerlichen Beruf recht brauchbaren Menschen. Mergentheim. (Eine ernste Frage.) Mit Beginn des neuen Schuljahres tritt an viele Eltern die ernste Frage heran: Wohin soll ich mein Kind thun, in welche Schule, an welchen Ort, damit mein Kind etwas Tüchtiges lerne, damit es zugleich als - Jehudi leben kann und auch in seiner jüdisch-religiösen Ausbildung weiter gefördert wird? Welchen Händen kann ich mein Kind getrost in jeder Hinsicht anvertrauen? Ganz besonders aber tritt diese Frage an Ausländer heran, die im eigenen Lande ihren Kindern nicht die Bildung unter allen diesen Bedingungen angedeihen lassen können, die nicht derartige Bildungsstätten besitzen. in denen pN l~n uv nnn vollständig vereinigt sind, wo sie beruhigt sein können, daß mit der größten Gewissenhaftigkeit auch die jüdische Erziehung und Ausbildung in den Lehrplan ausgenommen und die ihr gebührende Sorgfalt und Aufmerksamkeit gewidmet wird. Eine solche Anstalt, die allen jüdischen Eltern aufs Wärmste empfohlen werden kann, ist die Real- und Handelsschule in Pfungstadt bei Darmstadt unter der überaus tüchtigen Leitung und bewährten Kraft des Herrn Direktor vr. Barnaß, welche Anstalt, was Leistungsfähigkeit anbelangt, den besten Schulen dieser Art zugezählt werden darf. Die Zöglinge, welche diese Schule besuchen, finden leichte Aufnahme in obere Klassen höherer Lehranstalten, so daß sie mit bestem Erfolg ihre höhere Ausbildung sortsetzen können. Besonderen Nachdruck möchte ich auf die innige echte jüdische Erziehung legen, welche hier die Zöglinge erhalten und die Eltern von schwerer Sorge befreien. Rabbiner vr. Sänger. Gailingerl, 31. März. Der „Israelit" brachte in Nr. 25 vom 28. März d. I. unter Vermischtes eine Charakteristik vom jüngsten Purim in Gailingen, die sehr der Berichtigung bedarf. Es ist richtig, daß wir hier, wenn möglich alle Jahre costümirte Festzüge halten, welche immer großen

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