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Der Israelit · 1895-04-01 · Heft 26 (1.4.1895) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
36 (1895)
Issue
Heft 26 (1.4.1895)
Date
1895-04-01
Page
– (sequence 10)
Language
German
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den Betrag herabgemindert würde. Daß dabei Verrechnungen und Buchungen mancher Art vermieden werden könnten, dürfte doch wohl schwerlich als Nachtheil anzusehen sein. Eine weitere Ersparniß bietet Posten 3. Hierzu bemerkt der Anschlag erläuternd, daß für Plenarsitzungen (drei im Jahr) 400 Mk., für V t s ttation des Religionsunterrichts durch das Conferenzrabbinat 400 Mk., für Zuziehung der Mitglieder des Synodalausschusses 200 Mk. eingestellt wurden. Der Ansatz ad 2 folgt lediglich aus der Nichtbesetzung der Stelle eines theologischen Mitgliedes; denn tn richtiger Selbsterkenntniß haben die Mitglieder des Oberraths, durchweg Laien, die Last der Ueberwachung des Religionsunterrichts denn doch zu übernehmen Scheu getragen und darum die Conferenzrabbiner damit betraut. Dieser Posten wird also mit dem Augenblicke der Wtederbesetzung des Platzes eines theologischen Mitglieds des Oberraths für dessen Besoldung frei. Wobei noch zu bedenken ist, daß es für die Bezirksrabbiner des Landes denn doch wohl angenehmer ist und ihrer Würde mehr entspricht, wenn die Visitationen der ihnen unterstellten Schulen durch einen dafür bestellten Vorgesetzten, als durch einen Collgen, dessen bessere Einsicht oft nur tn feinem größeren Sprengel ihre Begründung hat, geschieht. — Rechnet man diese Posten zusammen, so ergiebt sich eine Ersparniß von mindestens 3500 Mk., wozu noch der indirekte Nutzen aus der Mtethe der Dtensträume mit Mk. 550 und eine Ersparniß von rund 1000 Mk. aus dem Oberrathsgehalt (5000 Mk. gegen 4000 Pension) kommt, die zur Dotirung des Postens eines geistlichen Mitgliedes bereit steht. Sollte die finanzielle Last des noch aufzubringenden kleinen Zuschusses bei den relativ hohen Summen, mit denen der Etat oprrirt, wirklich gar so schwer in die Wagschale fallen müssen? Wir geben noch die Zahlen für die Voranschläge des Israelitischen Landcssttfts und des Religionsschul- und Penstonsfonds. Es sind ad I. erforderlich: an Stenern 88 Mk., Passivzinsen 400 Mk., Verrechnung 142 Mk., sonstigen Verwaltungskosten 30 Mk., Gehalt des Direktors 1600 Mk., Bedürfnissen der Schule (Ldteratur und Prämien) 280 Mk., Bedürfnissen des Internats (Etnrichtungsgegenstände 100 Mk., Löhne 200 Mk. Heizung und Beleuchtung 100 Mk. Verpflegung 2400 Mk., zusammen 2800 Mk., Gebäude 480 Mk., Unterstützung von Präparanden 400 Mk. An Einnahmen sind verzeichnet: an Mtethe 1400 Mk., Aktivzinsen 60 Mk., Verpflegung (6 mal 300) 1800 Mk., Geschenken 100 Mk., Zuschuß aus der Eentralkasse 1860 Mk., aus dem Religionsschulfond 1000 Mk. — Der Etat ad II (teilt sich in den Ausgaben: für Verrechnung 100 Mk., Passivztnsen 340 Mk., Unterstützung von Angehörigen aufgelöster Gemeinden, (die ihr Vermögen dem Pensionsfond überwiesen haben) 300 Mk., für den Unterricht der Seminaristen und Präparanden in Religion und im Cantorat 1150 Mk. (hiervon 1000 Mk. als Zuschuß aus dem Landessttftssond). für Pensionen 6000 Mk. Die Einnahmen betragen an Zinsen 1400 Mk., an Zuschuß aus der Centralkaffe 6490 Mk. Wir glauben im Vorstehenden den Nachweis geführt zu haben, daß auch in finanzieller Hinsicht ein ausreichender Grund gegen Beibehaltung der bisherigen Praxis der Bestellung eines theologischen Mitgliedes nicht gefunden werden kann. Diesem Nachweise galt unser Streben; ob es setzt oder später von E.folg b.'gl'itet sein wird, diese Erwägung tritt bei uns hinter dem Bewußtsein, daß wir das gethan haben, was als unsere Pflicht uns erschien. Mögen Andere gleichfalls die ihrige thun! Zeitungsnachrichten und Correspoudeuzen. Deutschland. Bork (Westphalen), 25. März. Sehr geehrter Herr Redacteur! Gestatten Sie mir tn Ihrer geschätzten Zeitung eine kleine Erinnerung aus dem Leben dessel. Hrn. Dr.Freiherrn von Schorlemer-Alst zu v.röffmlltchen. — Bor einigen Jahren hörte ich gelegentlich eines Aufenthalts tn Rheine t. W., daß jener Herr seiner Zeit zu der neuen Synagoge genannter Stadl, vollendet und eingeweiht im Jahre 1888, durch persönliche Bersteuer und Sammlung, das nette Sümmchen von 2000 M. beigetragen habe. Diese besonders edle Handlung eines Mannes anderer Co.-ifession und zugleich eines Standes, dem man im Allgemeinen eine warme Sympathie für uns Juden nicht nachrühmen kann, regte mich dazu an, den Mann näher kennen zu lernen, welcher neben der strengen Wahrung der Interessen seiner eigenen Confesston, noch ein so offenes Herz für Andersgläubige bewahrte. Als nun die Verfolgung der Juden in Rußland und ihre Verbannung immer barbarischere Orgien feierte, und das bös; Beispiel der Tyrannei auch auf andere Länder rückwirkte, insbesondere auch unsere deutschen Juden mit in Leidenschaft zog, klagte ich dem wahren Edelmanne unser Leid. Ich bat ihn inftändtgst, seinen starken Einfluß nach Möglichkeit doch auch zum Schutze unserer Consession durch Einwirkung zunächst aus die intolerante Presse geltend zu machen und sicherte ihm meinerseits zu, daß ich mit meinen schwachen Kräften ein Scherflein dazu beitragen wolle, etwaige Gegenaus-

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