Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1895-04-01 · Heft 26 (1.4.1895) · page 6

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
36 (1895)
Issue
Heft 26 (1.4.1895)
Date
1895-04-01
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2446951-2448559-2448586--40515-2489431
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

WWWW 520 Dichters. 3. Ein poetischer Anhang zum Machsor Vitry, mekr alS 30 Pijutim enthaltend, welcher im British Museum außerhalb des Manuscripts zu diesem Machsor aufbewahrt wird. 4. Midraschim zu den Megilloth, aus einer Handschrift tu der National-Bibliolhek zu Parma, herausgegeben und kritisch bearbeitet von Salomon Buber. Diejenigen, welche ihren Jahresbeitrag mit zehn Mark noch nicht eingezahlt haben, bitte ich dringend, hiermit nicht ferner zu säumen und schon jetzt an meine Adresse in Berlin (Krausnikstr. 211.) den Beitrag einsenden zu wollen. Dr. A. Berliner. vermischtes. Darmstadt, 18. März. Die Antisemiten haben mit ihren Agitatoren entschieden Pech; einer nach dem andern entpuppt sich als „dunkler Ehrenmann." So wurde vor etwa 8 Tagen der in weiten Kreisen bekannte hiesige Samen- Händler und frühere Verleger der inzwischen eingegangenen antisemitischen Zeitung: „Der Landwirth und Bienenzüchter", Adolf Theiß, der vor etwa 2 Jahren in Darmstadt, sowie in der Provinz Starkenburg eine Rolle als antisemitischer Agitator spielte und sich zum strengen Sittenrichter der Juden auswarf, unter der Anklage der Verleitung zum Meineid verhaftet. Frauksurt a. M. Dem 30. Rechenschaftsbericht der Achawa, des Vereins zur Unterstützung israelitischer Lehrer u. s. w., entnehmen wir, daß im vergangenen Jahre 5 aktive Mitglieder gestorben und 17 neu hinzugetreten sind, so daß sich am JahreSschluß die Zahl der aktiven Mitglieder auf 358 belief; die Zahl der Ehrenmitglieder beträgt 919. Unter den Zuwendungen sind hervorzuheben M. 5000 zur Erinnerung an den verstorbenen Herrn Leop. Joach. Beer und dessen Gattin, sowie zwei Legate von je M. 500 von Herrn Aug. Jak. Wolff in Wiesbaden und Frau Recha Seligstein in Berlin. Der langjährige Vorsitzende, Herr Adolf Teblee (dessen Bild den Bericht schmückt), ist gestorben; seine Stelle übernahm provisorisch Herr Konsul Adolf Bär-Goldschmidt. Aus dem Reservefonds wurden 35 Unterstützungen mit M. 2390 gewährt, an JahreSunterstützungen an 79 Pensionäre M. 14,315 (gegen 12,950 im Vorjahr) Das Vereinsvermögen beträgt M. 204,835 (gegen M. 197,687 im vorigen Jahr). Zur Anerkennung der Verdienste Teblee'S wurde sein Name in die Reihe der „ewigen Mitglieder" ausgenommen. Berlin Die verheerenden Wirkungen des Antisemitismus in der Schule sind jüngst in einer Berliner Stadtverordneten- Versammlung enthüllt worden. Der Stadtverordnete Riemer erhob gegen einen Lehrer des Königstädtischen Realgymnasiums seine diesbezügliche Beschwerde mit der Bemerkung: Derselbe Lehrer habe einmal seinen Schülern gegenüber geäußert: „Die Juden dürfen nicht dasselbe Recht genießen wie die Christen, sie sind ein eingewanderteS Volk und gehören nicht hierher!" Die Kinder, die derartige Belehrungen bekämen, würden die schlimmsten Antisemiten, Kinder von ganz freisinnigen Vätern feien das geworden. Er könne Namen nennen. Unter diesen Umständen sei dieses Gymnasium eine Zuchtschule für Antisemiten. Für dieses Christenthum, das dort gelehrt werde, danke er; das sei nicht eine Religion der Liebe, sondern des Haffes Er bitte den Magistrat, auf diese Schule künftig ein besonderes Augenmerk zu richten." Nach längerer Debatte wurde auch beschloflen, in diesem Punkte Erhebungen anzustellen. In einer großen Versammlung hat jüngst der Berliner Stadtverordneten-Vorsteher Dr. LangerhanS mit Bezug auf die gegen die Juden gerichteten antisemitischen Anträge erklärt : „Für ihn sei es beschämend, in einem Reichstage zu sitzen, in dem solches Zeug überhaupt zur Berathung kommt." Er als Stadtverordneter in Berlin könne bezeugen, daß kaum ein wohlhabender Jude sterbe, ohne an seine Mitbürger und nicht nur an die jüdischen, sondern auch an die christlichen Mitbürger zu denken. (Lebhafter Beifall.) Die dabei gefallenen Redensarten seien so unerhört gewesen, daß sie den größten Abscheu erregen mußten." Karlsruhe, 20. März. In der heutigen Nachmittags sttzung der israelitischen Landessynode stand der wichtigste Gegenstand der Tagung, die Berathung des Verordnungsentwurss betr. die Besteuerung für die Bedürfniffe der Religionsgemeinschaften und Bezirksverbände, auf der Tagesordnung. Der Entwurf stellt in seinen allgemeinen Bestimmungen die „Bedürfniffe" fest und des Weiteren die Art der Besteuerung. ES wird jeder Steuerpflichtige nach seiner wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit (Vermögen und jährliches Einkommen sowie persönlicheVerhältniffe) progressiv eingeschätzt, wozu 50 Klaffen geschaffen worden, von denen beispielsweise für die erste Klaffe ein Nominalsatz von 2 Mark, für die 10. ein solcher von 35 Mark, für die 30. 220 Mark, für die 40. 400 Mark und für die 50. ein solcher von 600 Mark festgesetzt ist. Die Einschätzung erfolgt in Gemeinden bis zu 600 Einwohnern durch ven Synagogenrath, der durch Beiräthe ergänzt werden kann. In Gemeinden mit über 600 Einwohnern tritt ein neungliederiger Schätzungsrath. Die Einschätzung wird alle drei Jahre wiederholt. Gegen die Einschätzung ist Berufung an den Synagogenrath unter Stellung eines Kostenvorschuffes, dessen Höhe gleichfalls klasstfizirt ist (1 Mark bis 30 Mark), zulässig. In diesem Falle tritt ein dreigliederigeS Schiedsgericht in Kraft, deffen Mitglieder der Oberrath zu ernennen hat. Während der neungliederige SchätzungSrath nach der Vorlage durch den Synagogenrath gewählt werden soll, beantragt Abg. Marx-Bruchsal, diese Wahl direkt durch die Gemeindemitglieder vorzunehmen. Der Antrag wurde im Plenum angenommen. Nach langer lebhafter Debatte wurde ein Kommissionsantrag angenommen, der die Besteuerung der jüdischen Kultusbeamten aus Rentenbezügen und Geschäften ausspricht. Bs. Turin Der Toaipreis, der für die beste im laufenden Jahre erschienene medizinische Schrift ausgesetzt ist, fiel diesmal dem Dr. D. Luzatto in Turin, einem Juden, zu. Zs e a t I! c ton. 4^5 Nur eine Tochter. K» Erzählung von H. Berger. 29.) (Alle Rechte Vorbehalten. Nachdem sie die Briefe verschloffen und dem Kellner zur Beförderung an die Post übergebeu hatte, ließ sie sich die Zeitungen bringen. Sie hoffte, vielleicht den Namen, deffen Träger sie suchte, in den Spalten derselben zu begegnen, oder sonst bekannte Namen zu finden. Darüber verging die Zeit bis zum Mittagessen. Sie kleidete sich abermals um und ließ sich von einem Angestellten des Hotels nach ihrem Kosthause führen. Anny aß allein. Die Familie hatte schon gegessen, da der Mann ein Geschäft außerhalb der

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.