Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1895-03-28 · Heft 25 (28.3.1895) · page 30

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
36 (1895)
Issue
Heft 25 (28.3.1895)
Date
1895-03-28
Page
– (sequence 30)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/2446951-2448559-2448585--40506-2489421
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Die Kolonisation Palästina’». WlÜGDCr«m-r-rgrrIMl ^7 13QC<™"» üi- Die Ackerbsnschnle zn Jaffa im Jahre 1893. Diese Anstalt nimmt den ersten Platz unter den älteren Schöpfungen der Alliance ein, sowohl durch ihre eigene Bedeutung, durch die Opfer, welche sie gekostet hat, und durch die erzielten Erfolge, als auch vermöge der Wirkung und des Einflusses, welchen sie auf die so bemerkenswerthe Bewegung, die seit etwa zehn Jahren die Thätigkeit eines beträchtlichen Theiles der israelitischen Bevölkerung des Ostens der landwirtschaftlichen Arbeit zuwendet, offenbar ausgeübt hat. Unter diesem Gesichtspunkte kann die Ackerbauschule von Jaffa als diejenige betrachtet werden, welche den in Palästina geschaffenen israelitischen Kolonien den Weg gewiesen und gebahnt hat. Durch ihre Lage, sozusagen an der Pforte des Landes, durch ihren Ruf, durch die von ihr erteilte lebensvolle Belehrung, durch das Wissen, welches sich ihre Leiter daselbst erworben und welches sie in den Dienst der Kolonien gestellt haben, sowie durch das hingebungsvolle und erprobte Personal, welches sie dem edelmütigen Gründer jener Kolonien geliefert hat, hat sie in hohem Masse zu dem Erfolge dieses schönen Werkes beigetragen. So konnte Baron von Hirsch an einem anderen Ende der Welt, in der argentinischen Republik Herrn 8. Hirsch, den ehemaligen Leiter der Ackerbauschule zu Jaffa, zu einem Leiter der in jener Gegend begründeten Ackerbau-Kolonien erwählen. Ein anderer Beamter der Ackerbauschule, Herr Haym, befindet sich seit zwei Jahren in Argentinien, woselbst seine Wirksamkeit und seine Kenntnisse von Herrn Baron von Hirsch und den Kolonisten ausserordentlich gewürdigt werden. Hätte aber auch die Ackerbauschule von Jaffa nur das Verdienst gehabt, in gewisser Beziehung als Vorposten für die jüdischen Kolonien zu dienen und Männer herangeb»ldet zu haben, welche die Kraft und Hingebung besitzen, die in Palästina und in den La-Plata-Staaten angesiedelten russischen Ackerbauer zu führen und zu leiten, so würde sie auch in den Augen des israelitischen Publikums die Opfer, die sie der Alliance auferlegt hat, rechtfertigen. Berücksichtigt man aber die in den letzten Jahren veröffentlichten Berichte über die aut der Schule selbst im Ackerbaubetriebe erreichten vorzüglichen Erfolge und über die grosse Zahl junger Landwirthe, welche Jahr für Jahr aus derselben hervorgehen, so wird man das ganz besondere Interesse, welches das Central - Comitö dieser schönen Anstalt bezeugt, und die Opfer, welche es unausgesetzt für ihre Entwickelung bringt, begreifen. Man lese anbei Auszüge aus dem von dem Direktor, Herrn Niögo, an das Central-Comitö gerichteten Bericht über das landwirtschaftliche Jahr 1892- 93; man wird sehen, dass dieses Arbeitsjahr kein zufriedenstellendes gewesen ist. Im Gegensätze zu dem Wetterstande in Europa, ist der Frühling des Jahres 1893 in Jaffa besonders kalt und feucht gewesen; heftige Regengüsse haben die Ernten geschädigt, and die Erträge sind weit hinter den bescheidensten Erwartungen zurückgeblieben. Der Betrieb des Ackerbaues ist zwar überall diesen Gefahren unterworfen, die Lage in Jaffa ist aber dadurch verschlechtert worden, dass zu den ungünstigen klimatischen Verhältnissen (oder vielleicht wegen derselben) eine gefährliche Influenza-Epidemie hinzugetreten ist, die das Personal und die Schüler der Ackerbauschule heimgesucht und während mehrerer Wochen jegliche regelmässige Arbeit verhindert hat. Ans dieser doppelten Ursache erklärt sich der einigermassen mässige Ertrag des Arbeitsjahres 1893. Unter diesen ungünstigen Verhältnissen hat das Personal der Schule seine Pflicht mit einem Muthe und einer Hingebung erfüllt, die über alles Lob erhaben sind, und das Central-Comite ist daher glücklich, ihm seine Zufriedenheit bezeugen zu können. Besonders müssen wir hier den ausgezeichneten und geschickten Direktor, Herrn Niögo, erwähnen; sodann Herrn Avigdor, der ihm mit seltener Einsicht zur Seite gestanden hat, Herrn Albala und Herrn Bouskela, die sämmtlich Proben grosser Selbstlosigkeit abgelegt haben. Zöglinge. — Am 31. Oktober 1892 betrug die Zahl der Zöglinge 92. Im Verlaufe des Jahres 1893 haben wir 25 Zöglinge anfgenommen und 21 haben uns verlassen; am 31. Oktober 1893 zählte die Schule also 96 Zöglinge, die sämmtlich Interne waren. Mit der grossen Mehrzahl der im Jahre 1893 aufgenommenen jungen Leute kann ich nur zufrieden sein; sie sind intelligent, haben offene Köpfe und reichliche Elementarkenntnisse, welche es ihnen erlauben, sofort mit den theoretischen und praktischen Stadien des Ackerbaues j zn beginnen. Das neuerdings von Ihnen ange- I nommene System, ans einige gute Schüler aus

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.